SONNTAGS I 17:00

Reifendruckkontrollsystem wird Pflicht

Zu niedriger Reifendruck ist gefährlich

Ab November 2014 müssen alle Neuwagen in der EU über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen. Denn wenn der Reifendruck zu niedrig ist, erhöht das nicht nur den Kraftstoffverbrauch, sondern kann auch sehr gefährlich werden.

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Ab November 2014 müssen alle Neuwagen in der EU über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen
Ab November 2014 müssen alle Neuwagen in der EU über ein Reifendruckkontrollsystem verfügen © VOX

Durch einen zu niedrigen Reifendruck erhitzt sich der Reifen und kann vorzeitig verschleißen. Der Reifen wird dann an den Seiten stärker abgefahren und der Rollwiderstand erhöht sich. Außerdem wirkt sich ein zu geringer Reifendruck auf das Fahrverhalten des Autos aus. Was aber bedeutet diese neue EU-Verordnung dann zukünftig für den Radwechsel? Fachhändler schätzen, dass der Reifenwechsel künftig etwa zehn Minuten länger dauert und teilweise fast doppelt so teuer wird. Denn viele Autohersteller setzen auf direkt messende Sensoren, die den Reifendruck im Inneren des Ventils messen. Wer solche Sensoren verbaut hat, und sich einen zweiten Satz Kompletträder kaufen möchte, braucht auch dafür eigene Sensoren. Und die kosten rund 400 Euro. Etwas günstiger kommen Autofahrer weg, wenn sie die Reifen lediglich umziehen lassen. Die Kosten für die Montage und den Sensorcheck liegen bei etwa 200 Euro. Eine Alternative zu den direkt messenden Sensoren ist die Messung des Reifendrucks mithilfe der ABS-Sensoren. Dabei orientiert sich der Sensor am Abrollumfang des Reifens. Denn ein platter Reifen hat einen kleineren Durchmesser als ein voll aufgepumpter. Durch den kleineren Durchmesser kann der Reifen so nur eine kürzere Strecke zurücklegen. Allerdings reagieren diese Sensoren nicht sofort auf eine Druckveränderung. Jedoch liegt diese Messung noch im Rahmen der EU-Regelung, nach der die Systeme den Fahrer innerhalb von 10 Minuten warnen müssen, nachdem der Reifendruck um 20 Prozent gesunken ist. Vorteilhaft ist, dass es bei dieser Art der Messung keiner zusätzlichen Technik bedarf und somit auch keine Zusatzleistungen beim Radwechsel anfallen. Wer sich ab November einen Neuwagen kauft, sollte sich also im Vorfeld informieren, mit welcher Technik der Reifendruck an dem Fahrzeug gemessen wird.