Sasha - The One

Sasha - The One

Sasha - Good Days

Es war einmal, vor langer, langer Zeit in den Achtziger Jahren, da gab es die tatsächlich ernsthaft geführte Diskussion, ob es nicht langsam an der Zeit sei, dass sich die Rolling Stones und andere Überlebende der Sechziger aus dem Business verabschiedeten, weil sie als Ü-30 nicht mehr den ewig jugendlichen Rock’n’Roll repräsentieren könnten. Wie weit scheinen diese Zeiten zurückzuliegen, wie weltfremd scheint heute die Debatte!

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Sasha, bürgerlich Sascha Schmitz, ist im Business groß geworden und heute, im ausklingenden Jahr 2014, mit 42 Jahren das lebende Beispiel dafür, dass das Erwachsenwerden im Pop eine ernsthafte Karriere- und Lebensoption darstellen kann. Er lebt, um es griffig nach seinem Hero Prince Roger Nelson zu formulieren: „a pop life.“ Über die Hälfte seiner Alben erlangte Gold- oder gar Platin-Status, mit seiner Single „If You Believe“ erntete er gar 1998 aus dem Stand Platin. Dass auf seine Erfolge als Popstar und wiedergeborener Rockabilly (als Dick Brave and The Backbeats) eine beachtliche Filmkarriere folgte, scheint nur folgerichtig.

Und Erfolg – darunter drei Echos und ein European Platin Music Award – verpflichtet, denn er passiert nicht im luftleeren Raum: Jedes musikalische Lebenszeichen ist auch eine Botschaft.

Jetzt erscheint Sashas sechstes Studioalbum „The One“, und es dürfte all jene verstummen lassen, die Karrieren in Deutschland reflexhaft skeptisch begegnen. „The One“ ist eine außerordentlich clever arrangierte Angelegenheit, mit vielen Zitatebenen und genialen Querverweisen. Herausragend aus „The One“ ist neben der entspannt groovenden ersten Singleauskopplung „Good days“ das sommerliche „Enjoy the Ride“ das Sasha zusammen mit Ben Cullum in London geschrieben hat.

Ob die an Prince gemahnende Dance-Nummer „Mad Love“ oder Sashas Duett mit seiner Entdeckung Lynne „Silver Linings“ – man merkt den insgesamt zwölf neuen Songs an, dass Sasha puren, international verständlichen Pop produzieren wollte und längst das Selbstverständnis hinter sich gelassen hat, ein Sänger zu sein, der bloß für den deutscher Markt produziert.

So wundert es nicht, dass zwei Drittel von „The One“ in Los Angeles entstand, in Zusammenarbeit mit Sashas langjährigem Sidekick Robin Grubert, der bereits Co-Writer-Credits für vier von Sashas Top-10-Hits — „Slowly“, „Coming Home“, „Lucky Day“ und „Hide and Seek“ — hält.

Mit von der Partie war außerdem der Brite Stefan Skarbek, ein Freund Gruberts, der bereits für und mit James Blunt, den Basement Jaxx u.v.a.m. gearbeitet hat. Das restliche Drittel entstand dann in Deutschland unter der Regie von Peter „Jem“ Seifert der bereits u.a. bei Andreas Bourani, Ich&Ich, Udo Lindenberg seine Qualitäten gezeigt hat.

Noch in Hamburg und Berlin, in der Initialphase des Schreibprozesses schien es für Sasha eine aus-gemachte Sache zu sein, ein drittes Album unter seinem Rockabilly-Alter-Ego Dick Brave zu veröffent-lichen. Doch bald verwarf Sasha die Idee und entschloss sich, die Rolle des Rock’n’Rollers fallen zu lassen und abermals unter Klarnamen zu produzieren. Der Flieger nach L.A. wurde gebucht, und im kosmopolitischen ewigen Frühling Kaliforniens suchte und fand man einen neuen, entkernten und groovend modernen Sasha-Sound, der zum roten Faden des neuen Albums wurde: „Wir haben in den Sessions zu ‘The One’ bald nur noch reduziert und uns auf das Wesentliche der Songs konzentriert - Sounds, Groove und Melodie. Schließlich bin ich es, der sich jeden Morgen aufs Neue einmal kurz im Spiegel in die Augen schaut.

Alle Entscheidungen im Prozess der Aufnahmen zu ‘The One’ habe ich getroffen da ich heute viel klarer weiß, was ich will – und wie ich es bekomme. „

Auch die behandelten Themen sind erwachsen geworden. Es geht um nichts Geringeres als die große, die hoffentlich ewige Liebe. Sasha singt von der Liebe, und wir erkennen in seiner Zuversicht einen ehernen Gegenpol zu den allgegenwärtigen Krisen unserer Zeit. Aber Sasha wäre nicht er selbst, wenn er nicht das Eherne in Worte zu fassen vermöchte, Gespräch: „Ich kann jetzt endlich ehrlich und ernsthaft über das größte und kitschigste und schönste Gefühl der Welt singen – die Liebe. Jetzt habe ich die Eier dazu.“