Schrankalarm: Stylistin Miyabi Kawai im Interview über Fehlkäufe und Mode-Tipps

"Schrankalarm"-Expertin Miyabi Kawai weiß, welches Styling zu welchem Typ passt
Miyabi Kawai weiß, welches Styling zu welchem Typ passt. © VOX / Bernd-Michael Maurer

"Schrankalarm"-Expertin Miyabi Kawai weiß, wie man einen perfekten Look kreiert

Welche Aufgabe haben Sie in der Sendung?

- Anzeige -

Manuel und ich haben uns die Aufgaben geteilt, da wir uns ja für einen Besuch bei einer Kandidatin sehr viel vorgenommen haben: Nach dem gemeinsamen Schrankcheck wird Manuel also mit der Kandidatin einkaufen gehen, während ich Ordnung und System in den Kleiderschrank bringe und die Sachen, die Potenzial haben, umändere, anpasse oder auch bearbeite. Wir wollen weg vom gedankenlosen Konsum und hin zu mehr Nachhaltigkeit!

Manuel kümmert sich derweil darum, der Kandidatin ein bewussteres Einkaufsverhalten zu vermitteln und gibt mit seiner Sichtweise – die eines heterosexuellen Mannes – noch mal kräftig Input zum Thema Außenwirkung und Selbstbewusstsein. Gemeinsam gestalten wir dann noch das Stylebook für die Kandidatin, in dem wir auf ihren Bodytype, Dos and Don'ts, goldene Stylingregeln und Kombinationsmöglichkeiten eingehen.

Sie stylen und beraten auch viele Promis – ist das ein großer Unterschied zu Ihrer Tätigkeit bei "Schrankalarm"?

Ein Profi weiß in der Regel schon sehr genau, was ihm/ihr steht und was nicht und sucht zielorientiert Beratung, etwa im Bereich Imagebildung durch das Styling oder Looks zu bestimmten Anlässen. Unsere Kandidatinnen suchen in der Regel eine viel umfassendere Typberatung, auch hinsichtlich Farben, Schnitten und Bodytype. Im Bestfall ist unsere Beratung aber auch ein Anstoß, wieder Freude an Mode und Styling zurückzugewinnen und zu lernen, mit Mode zu spielen!

Sind Sie und Manuel ein eingespieltes Team?

Absolut. Ich bewundere Manuels quasi unerschöpfliche kreative Energie, sein Kommunikationstalent, sein visuelles Gespür und seinen Mut, sich immer wieder neuen Herausforderungen zu stellen. Ich kann mein großes Know-how, stilistisches Gespür, Fachwissen und die technische Ausbildung in den Pott werfen. Außerdem erde ich Manuel und bringe Struktur in unsere Arbeit. Und für unsere beiden dominanten Charaktere haben wir eine gute Streitkultur entwickelt. (lacht)

Diese fünf Teile sollte laut Miyabi Kawai jede Frau im Kleiderschrank haben

Warum horten Frauen Klamotten und tragen sie dann doch nicht?

Ich glaube, dass wir gelernt haben, dass in der Mode Trends immer wiederkehren und nichts für immer passé ist und für diesen Fall wollen wir natürlich gut vorbereitet sein!

Wie verhindert man Fehlkäufe?

Der beste Weg, Fehleinkäufe zu vermeiden, ist, gezielt einkaufen zu gehen. Das setzt voraus, dass man einen guten Überblick über die vorhandenen Kleidungsstücke zu Hause hat und ein Gespür für Kombinationen. Das wollen wir unseren Kandidatinnen bei unserem Besuch vermitteln.

Welche 5 Teile sollte jede Frau im Kleiderschrank haben?

Die wichtigsten Basics sind in der Regel eine gut sitzende Jeans in dunkelblau ohne auffällige Waschung oder je nach Typ eine Stoffhose, ein Paar qualitativ hochwertige schwarze Lederpumps (Absatzhöhe je nach Typ und „Stöckelschuhgewohnheit“) ohne Plateau, ein schöner Trenchcoat in beige (je nach Typ auch alternativ eine schwarze Bikerlederjacke, klassische blaue Jeansjacke oder ein gut sitzender Blazer), ein weißes Hemd (auch hier je nach Typ, gibt es in allen Formen und Längen) und das kleine Schwarze (auch hier ist der Schnitt variabel). Und jede Frau sollte sich einmal im Leben eine richtig schöne, gut gefertigte Lederhandtasche leisten!

Wie sieht Ihr eigener Kleiderschrank aus? Von allem etwas?

Unser Kleiderschrank ist zugegebenermaßen ein Kleiderzimmer. Wir haben sehr viele Klamotten, allerdings gut sortiert und übersichtlich! Da wir gerne mit Styles spielen, ist nicht ein bestimmter Kleidungsstil dominant, aber alle wichtigen Basics sind vorhanden. Ich besitze viele schwarze Kleidungsstücke, da Schwarz die Lieblingsfarbe aller Modeleute ist und mit Sicherheit auch die vorteilhafteste, aber auch Key Pieces in kräftigen Farben. Und ich liebe den Mustermix, allerdings schon eine Königsdisziplin beim Styling: Brüche erzeugen, Dinge, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen so miteinander zu kombinieren, dass sie auf wundersame Weise einen tollen Look ergeben. Und Schuhe. Ich habe definitiv viele Schuhe und werde doch nie genug von ihnen haben. Man könnte mich auch Imelda Marcos nennen.

Was war Ihr schlimmster Fehlkauf und warum?

Einen?! Pfff, ich habe jede Menge, schwer zu sagen, welcher davon der Schlimmste war. Wenn ich einen nennen muss, dann vielleicht einen Hipsterbikini mit großem Blumenmuster und Höschen mit hoher Taille, den ich online bestellt habe und am Model großartig, aber an mir katastrophal aussah. Das Höschen sah wie eine Riesen-Oma-Unterhose aus und das Muster tat sein Übriges dazu. Fazit: Was an einem 20-jährigen Hipstermädchen ganz entzückend aussehen kann, ist nicht unbedingt das Richtige für eine gestandene 40-Jährige mit weiblichen Kurven. Ich habe schnell meinen Frieden damit gemacht und das Teil postwendend zurückgeschickt.