Sehnsucht und geplatze Träume - "100 Songs, die die Welt bewegten" CD

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Sony Music

Sehnsucht und geplatzte Träume

Bing Crosby „White Christmas“ (1941)

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Der größte aller Weihnachts-Popsongs! Geschrieben von Irving Berlin, fasst der Song in einfachen Worten die Sehnsüchte zusammen, die der Mensch mit dem Weihnachtsfest verbindet. Die laut Guinness Buch der Rekorde mit 50 Millionen Verkäufen erfolgreichste Single aller Zeiten wurde im 2. Weltkrieg sogar an die US-Soldaten im Pazifik verschickt.

The Supremes „Where Did Our Love Go?“ (1964)

Obwohl der Text kein bisschen politisch ist, bleibt diese erste Nr. 1 des legendären Motown-Trios um die junge Diana Ross für ewig mit der schwarzen Bürgerrechtsbewegung der USA verbunden: Der Song wurde just im Juli 1964 zum Hit, als der Kongress mit dem Civil Rights Act ein wegweisende Antidiskriminierungsgesetz verabschiedet hatte.

Bob Dylan „Like a Rolling Stone“ (1965)

Man darf getrost behaupten: Bob Dylans vermutlich durch das New Yorker It-Girl Edie Sedgwick inspirierter Hit „Like A Rolling Stone“ ist eines der einflussreichsten Musikstücke des 20. Jahrhunderts. Es machte die junge Rockmusik erwachsen und etablierte seinen Schöpfer als Pop-Idol und Stimme seiner Generation.

Simon & Garfunkel „Mrs. Robinson“ (1968)

Der Song aus dem Kinokultfilm „Die Reifeprüfung“ (1968, mit Dustin Hoffman) gehört zu den bekanntesten des New Yorker Folk-Duos. Damals sorgte der Streifen vor allem deshalb für Aufsehen, weil er zum ersten Mal vorurteilsfrei von der Liebe zwischen einem jungen Mann und einer deutlich älteren Frau erzählte.

Elton John „Candle In The Wind“ (1973/1997)

Ursprünglich war dieser Song von Elton John eine Hommage an die legendäre US-Schauspielerin Marilyn Monroe. 1997 schrieb John den Text um und widmete ihn der am 31. August dieses Jahres tödlich verunglückten Lady Diana Spencer. Die 1997er-Version wurde mit 33 Millionen Exemplaren zur zweitmeistverkauften Single aller Zeiten.

The Eagles „Hotel California“ (1976)

„You can check out any time you like – but you can never leave“. Diese Zeile aus dem wohl berühmtesten Song der Eagles bringt es auf den Punkt: Vordergründig pries diese Monsterballade aus dem Jahr 1976 den American Way of Life, zwischen den Zeilen aber lauerten Dekadenz und Paranoia...

The Commodores „Easy“ (1977)

Einschmeichelnd wie kein Zweiter demonstrierte Commodores-Leadsänger Lionel Richie im Jahr 1977, dass man sich auch nach einer gescheiterten Liebe „easy like sunday morning“ fühlen kann. Die Ballade bildete den Auftakt einer Erfolgsserie der Commodores, auf „Easy“ folgten die Nr.-1-Hits „Three Times A Lady“ und „Still“.

Michael Jackson „Billie Jean“ (1983)

Eine der tragischsten Geschichten, die das an tragischen Geschichten ohnehin nicht arme Showbiz zu erzählen hat: Kurz vor einem geplanten Comeback starb Megastar Michael Jackson am 25. Juni 2009 unter mysteriösen Umständen in einer Villa in Los Angeles im Alter von gerade 50 Jahren. Einer der größten Hits des King of Pop: „Billie Jean“ von 1982.

Alphaville „Forever Young“ (1984)

Für immer jung – wer wäre das nicht gern? Alphaville, ein Elektropop-Trio aus dem westfälschen Münster um den Sänger Marian Gold, machte aus diesem Traum im Jahr 1984 einen Welthit. Wer genauer hinhörte, entdeckte im Text der Ballade allerdings auch beklemmende Anspielungen auf den Kalten Krieg und die waffenstarrende Politik der Abschreckung.

Milli Vanilli „Girl You Know It’s True“ (1988)

Sie waren die Popsensation des Jahres 1988. Wenig später aber standen Fab Morvan & Rob Pilatus alias Milli Vanilli für einen der größten Skandale der Popgeschichte: Produzent Frank Farian gab öffentlich zu, dass die beiden keinen Ton auf ihren Platten gesungen hatten. Pilatus starb am 2. April 1998 an den Folgen seines Drogenmissbrauchs.

Sinéad O’Connor „Nothing Compares To You“ (1990)

Die von Prince komponierte Ballade wurde durch Sinéad O’Connor zum Welthit – auch dank der Krokodilstränen, die ihr im Videoclip über die Wangen kullerten. Ansonsten zeigte sich die streitbare Irin eigenwillig: 1991 lehnte sie vier Grammy-Nominierungen ab, 1992 sorgte sie für einen Skandal, als sie im US-TV ein Papstbild zerriss.

Take That „Back For Good“ (1995)

Für Teenager zerbrach in jenem Sommer 1995 eine Welt: Robbie Williams stieg bei Take That aus. Ein halbes Jahr später gab die wohl erfolgreichste Boyband des Jahrzehnts ihre Trennung bekannt. Bravo richtete ein Sorgentelefon ein. „Back For Good“ war die letzte Single mit Robbie und schaffte es auf Platz 1.

Musik für eine bessere Welt

Bob Dylan „Blowin In The Wind“ (1963)

1963: Noch kannte kaum jemand den jungen Bob Dylan. Das US-Folk-Trio Peter, Paul & Mary aber machte dessen „Blowin’ In The Wind“ in diesem Jahr zum Hit – seitdem gilt der Song als Prototyp des romantischen Protestsongs. Bob Dylan aber hatte gerade erst angefangen, er sollte bald zum größten aller Songwriter werden.

The Mamas & The Papas „California Dreamin“ (1965)

Veröffentlicht im November 1965, mauserte sich der Song im Frühling 1966, pünktlich zum Start der „Flower Power“-Ära, zum nationalen Hit. Spätestens beim Auftritt der Mamas & Papas auf dem berühmten „Monterey Pop Festival“ im Sommer 1967 war das Lied zur Hippie-Hymne schlechthin geworden.

Aretha Franklin „Respect“ (1967)

„R-E-S-P-E-C-T!“: Nicht nur einer der größten Soul-Hits aller Zeiten, auch eines der wirkungsvollsten Manifeste der schwarzen US-Bürgerrechtsbewegung der sechziger Jahre. Ursprünglich geschrieben und gesungen von Otis Redding, übernahm Aretha Franklin den Song 1967 und machte ihn weltberühmt.

Louis Armstrong „What a Wonderful World“ (1967)

Es war eine Hymne auf das Leben: Als der Jazztrompeter Louis Armstrong (1901-1971) im Jahr 1967 das von George Weiss und Bob Thiele speziell für ihn geschriebene „What A Wonderful World“ veröffentlichte, wurde aus der Ballade nicht nur ein Welthit sondern sehr schnell einer der bekanntesten Evergreens des 20. Jahrhunderts.

John Lennon „Imagine“ (1971)

Das ultimative Friedenslied und das Vermächtnis eines Beatle: John Lennons nur mit Piano, Bass und Schlagzeug eingespielte Komposition formulierte 1971 mit einfachen Worten die Sehnsucht der Menschen nach Frieden. „You may say I’m a dreamer – but I’m not the only one!“ Danke, John!

Pink Floyd „Another Brick in the Wall, Part II“ (1979)

„We don’t need no education, we don’t need no thought control!“ Es war eine der aufmüpfigsten Textzeilen, die es je zum Pophit brachten. Gesungen wurde sie vom Kinderchor der Islington Green School in London, zu hören war sie auf Pink Floyds Megahit „Another Brick In The Wall, Pt. II“ vom Erfolgsalbum „The Wall“ (1980).

Stevie Wonder „Happy Birthday“ (1981)

Die Welt kennt diesen Song als Geburtstagsständchen – die wenigsten aber wissen, dass Stevie Wonder das Lied 1981 für Dr. Martin Luther King Jr. schrieb, um sich so für einen offiziellen Gedenktag für den 1968 ermordeten schwarzen Bürgerrechtler einzusetzen. Mit Erfolg: US-Präsident Reagan unterzeichnete die Verordnung im Jahr 1983.

Bruce Springsteen „Born in the USA“ (1983)

Wer nicht genau hinhörte wie zum Beispiel Ronald Reagan, der den Song für seine Wahlkampfwerbung benutzte, hielt das Ganze für einen patriotischen Gesang auf „god’s own country“. Was „Born In The USA“ mitnichten war. Tatsächlich war Bruce Springsteens Monsterhit eine bittere Abrechnung mit dem Trauma des Vietnamkrieges.

David Hasselhoff „Looking for Freedom“ (1989)

Nicht, dass Lieder Mauern zum Einsturz bringen könnten – David Hasselhoffs 1989er-Hit „Lookin’ For Freedom“ aber hat es wenigstens zum Soundtrack der Wende gebracht. Höhepunkt von Hasselhoffs Hit-Story: Silvester ’89 sang der „Baywatch“-Bademeister den Song an der Berliner Mauer vor 500.000 Menschen!

U2 „One“ (1992)

Als U2 den Song im November 1992 als dritte Single aus ihrem Album „Achtung Baby“ auskoppelten, flossen sämtliche Erlöse in die AIDS-Forschung. Inzwischen hat Frontmann Bono seine Wohltätigkeitsorganisation „One“ nach der Ballade benannt. Deren Text war ursprünglich allerdings von den damaligen Spannungen innerhalb der Band inspiriert.

DJ Motte & Westbam „Sunshine“ (1999)

Sie waren die Chefs der bundesdeutschen Rave-Bewegung: Dr. Motte, „Love Parade“-Erfinder, und Westbam, Deutschlands berühmtester Techno-DJ. Auf dem Höhepunkt des Movements, als in Berlin 1,5 Millionen Menschen die Love Parade feierten, lieferten sie mit „Sunshine“ die definitive Rave-Hymne.

Melanie Thornton „Wonderful Dream“ (2001)

„Wir wissen alle nicht, ob wir morgen noch leben. Also sollten wir unseren Traum jetzt leben.“ Die US-Sängerin Melanie Thornton sagte das kurz vor dem Flugzeugabsturz, bei dem sie am 24. November 20021 ums Leben kam. Bis heute verwendet Coca-Cola ihren Hit „Wonderful Dream“ regelmäßig für eine Weihnachts-Werbekampagne.

Christina Aguilera „Beautiful“ (2002)

Ein Kuss zwischen Männern, zu sehen im Videoclip von „Beautiful“, machte diesen Song aus dem Jahr 2002 zu einer der beliebtesten Gay-Hymnen der letzten Jahre. Die englische Organisation LGBT (Lesbian, Gay, Bisexual, Trans) kürte Christina Aguilera denn auch zur „inspirierendsten Künstlerin für alle Schwulen und Lesben“.

Lady Gaga „Poker Face“ (2008)

Lady Gaga selbst bestätigte in einem Interview, dass sie sich mit diesem Song für Bisexualität und die Rechte von Schwulen und Lesben einsetze. „Poker Face“ wurde zur ersten weltweiten Nr. 1 der schrillen US-Lady und mit bislang rund zehn Millionen Verkäufen zu einem der erfolgreichsten Songs der 2000er Jahre.