Sind Singles zu romantisch und anspruchsvoll?

Sind Singles zu romantisch und anspruchsvoll?
Viele suchen den perfekten Partner und werden durch ihre hohen Ansprüche daran gehindert, sich festzulegen. © dpa, Patrick Pleul

Willkommen in der Single-Gesellschaft?

29 Prozent der deutschen erwachsenen Internetnutzer sind Single. Bei den unter 30-Jährigen ist der Singleanteil erwartungsgemäß am größten: In dieser Altersgruppe hat fast jeder Zweite keinen Partner. Zwischen Anfang 30 und Mitte 40 ist jeder Vierte Single, danach sinkt der Singleanteil auf rund 22 Prozent.

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Das Ergebnis der neuen ElitePartner-Studie© ist revolutionär. Der bisherige Forschungsstand ging davon aus, dass nur jeder fünfte Deutsche keinen Partner hat. Für die ElitePartner-Studie© wurden 25.615 Internetnutzer ab 18 Jahren nach ihrem Beziehungsstatus befragt.

In jungen Jahren sind eher die Männer allein: 41 Prozent der Männer im Alter von 25 bis 29 Jahren sind ohne Partnerin, im Vergleich zu 29 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe. Das Verhältnis wechselt ab Ende 40: So sind im Alter von 50 bis 54 Jahren jeder fünfte Mann und jede vierte Frau ohne Partner.

Warum leben viele Singles lieber alleine als mit einem Partner?

Sind Singles zu romantisch und anspruchsvoll?
Die meisten Paare glauben, mit ihrem Partner ein Leben lang glücklich sein zu können.

„Der Singlerekord hat viele Ursachen. Ganz elementar ist der ausgeprägte Wunsch nach Selbstverwirklichung. Hinzukommen der Wegfall gesellschaftlicher Zwänge und das Nachlassen traditioneller Werte, die Ehe oder Partnerschaft ab einem bestimmten Alter quasi verordnet haben. Als Single zu leben, wird heute kaum noch stigmatisiert“, erläutert Diplom-Psychologin Lisa Fischbach von ElitePartner.

„Weiterhin spielt die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen eine maßgebliche Rolle. Eine Beziehung fungiert heute weniger als wirtschaftliche Absicherung, vielmehr stehen erfüllende Beziehungsqualität und gemeinsame Entwicklung im Vordergrund.

Viele suchen den perfekten Partner und werden durch ihre hohen Ansprüche daran gehindert, sich festzulegen.

Weiterer ausschlaggebender Faktor für die hohe Singlezahl ist die zunehmende Beziehungsfluktuation: Da die Ausdauer, Motivation oder Kompetenz, Krisen zusammen zu meistern, abnimmt, werden Trennungen häufiger. Sie gehören genauso zur heutigen Liebesbiografie wie die anschließenden Singlephasen. Zeitweise allein zu leben ist normal geworden und wird nicht als Defizit empfunden. So entsteht nicht unbedingt der Leidensdruck, diesen Zustand schnell zu beenden. Gerade Frauen besitzen eine hohe Singlekompetenz, Eigenschaften durch die sie - zumindest zeitweise – allein sehr zufrieden leben können.

Hinzukommt, dass man sich heute generell später bindet, bei den unter 30-Jährigen stehen erst einmal Karriere und Unabhängigkeit im Vordergrund.

All diesen Faktoren gegenüber steht ungebrochen der elementare Wunsch nach einer glücklichen Beziehung. Sie wird als sinngebender, glücksstiftender Lebensfaktor empfunden. Auch das zeigt die ElitePartner-Studie: Die meisten Paare glauben, mit ihrem Partner ein Leben lang glücklich sein zu können.“