So wurde Steffen Henssler zum Sushi-Meister

Publikumsnah: Steffen Henssler
Steffen Hensslers Karriere © picture alliance / Fotostand, Fotostand / Bonne

Bereits Steffen Hensslers Vater war als Gastronom in Hamburg tätig. Als der junge Henssler seine Lehre als Koch begann, trat er also in die Fußstapfen seines Vaters. In dem Ein-Stern-Restaurant ‚Andresens Gasthof‘ in Nordfriesland absolvierte Henssler seine Ausbildung. Bei einem Urlaub in San Diego entdeckte Steffen Henssler das Sushi für sich. Trotzdem arbeitete er zuerst weiter als Koch in Hamburg. Zuerst im Restaurante ‚Zeik‘ und dann als Leitung des ‚Petit Delice‘.

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Durch Zufall erfuhr er dann 1999 von der ‚Sushi Academy‘ in Los Angeles. Doch die Ausbildung zum Sushi-Meister an der von japanischen Köchen geführten Schule war teuer. Da traf es sich gut, dass Steffen Henssler kurz zuvor 44.000 DM im Lotto gewonnen hatte. Er investierte seinen Gewinn in die Lehre und absolvierte die ‚Sushi Academy‘ mit der Bestnote. Von da an durfte er sich ‚Professional Sushi Chef‘ nennen. Henssler blieb noch ein wenig in Amerika und arbeitete in verschiedenen Restaurants, bevor er im Jahr 2001 in seine Heimat Hamburg zurückkehrte.

Dort gründete er zusammen mit seinem Vater, Werner Henssler, sein erstes eigenes Restaurant. ‚Henssler & Henssler‘ wurde ein voller Erfolg. Der ‚Gault Millau‘ zeichnete Steffen Henssler 2006 als ‚Aufsteiger des Jahres‘ aus. Die Küche von Henssler und seinem Vater war neu in Hamburg. Sie servierten klassische Spezialitäten. Diese wurden japanisch und kalifornisch neu interpretiert. Auch das Fernsehen wurde auf den jungen und erfolgreichen Koch aufmerksam. Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) produzierte 2006 zwei Staffeln des Formats ‚Hensslers Küche‘. Hier präsentierte der Koch dem Fernsehpublikum das, was das ‚Henssler & Henssler‘ berühmt machte: japanisch und kalifornisch inspirierte Küche.

2007 kochte er zum ersten Mal für VOX in der Sendung ‚Ganz & Gar Henssler‘. Im Jahr 2010 gelang Henssler mit dem Format ‚Topfgeldjäger‘ im ZDF der große Durchbruch. Mit der Sendung ‚Grill den Henssler‘ auf VOX produzierte er seine erfolgreichste Show und wurde einem Millionenpublikum bekannt.

Es gab jedoch nicht nur positive Resonanz auf Hensslers Sendungen. Mächtig Gegenwind musste er für die Show ‚Henssler hinter Gittern‘ aushalten. In der Doku-Reihe kochte er mit Schwerverbrechern aus der JVA in Bremen-Oslebshausen. Die Insassen sollten ein ‚Knast-Bistro‘ eröffnen und so einer geregelten Arbeit nachgehen. Die Sendung zeigte Kochen als Möglichkeit der Resozialisierung von Häftlingen. Die niedersächsische Polizei sah das jedoch etwas anders. Einer der Teilnehmer soll an dem Massaker von Sittensen 2007 beteiligt gewesen sein. Dabei starben sieben Menschen. Der Mann wurde zu 14 Jahren Haft verurteilt. Durch die Teilnahme an der Sendung hatten viele Menschen das Gefühl, dass den Tätern zu viel Aufmerksamkeit zuteilwürde. Das Format wurde in den Medien kritisch diskutiert.

Neben seinen Erfolgen im Fernsehen etablierte sich Steffen Henssler auch weiter in der deutschen Restaurantszene. 2009 eröffnete er den Sushitempel ‚ONO‘ in Hamburg. 2015 kam mit ‚Hensslers Küche‘ eine Kochschule und Eventfläche in Hamburg dazu.

Damit nicht genug: Steffen Henssler schaffte es auch in das ‚Guinness Buch der Rekorde‘. Zum einen gelang es ihm in 30 Sekunden elf Chilischoten zu hacken, zum anderen konnte er einen Rekord im Ravioli-Falten aufstellen.