Spiegel TV Dokumentation

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Der Kampf ums Wasser - Auf den Spuren der knappen Ressource - am 11.09.2010 um 23:50 Uhr

Die Erde ist ein Wasserplanet, etwa zwei Drittel der Erdoberfläche sind von Wasser bedeckt. Dennoch ist die Ressource Mangelware. Lediglich 2,5 Prozent des weltweiten Wasservorkommens bestehen aus Süßwasser - und auch von dieser bereits sehr geringen Menge ist weniger als ein Prozent für den Menschen nutzbar.

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Mehr als eine Milliarde Menschen haben noch immer keinen direkten Zugang zu Trinkwasser. Während die weltweiten Vorräte immer weiter zurückgehen, steigt der Bedarf jedoch ungebremst an - der Verbrauch hat sich in den letzten 50 Jahren verdoppelt. Wird nichts unternommen, so sagen Forscher, werden bis zum Jahr 2025 schätzungsweise zwei Drittel der Menschheit von Wassermangel betroffen sein.

Äthiopien ist eines der trockensten Länder der Erde: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat kein ausreichend sauberes Wasser zum Leben. Viele Quellen sind verschmutzt. Während der zahlreichen Dürreperioden trocknen die traditionellen Wasserquellen häufig aus, bestehende Brunnen und Wasserversorgungssysteme funktionieren oft nicht.

Doch das Problem Wasserknappheit manifestiert sich auch direkt vor unserer Haustür. Spanien, das Lieblingsurlaubland der Deutschen, hat seit Jahren in den heißen Sommermonaten mit extremen Dürreperioden zu kämpfen. Durch steigenden Wasserverbrauch aufgrund von Massentourismus und exzessiver Landwirtschaft wurden ganze Landstriche irreparabel zerstört - 40 Prozent des Landes drohen zu verwüsten. Im trockenen Andalusien befindet sich aber auch der zweitgrößte Erdbeeranbau weltweit. Hier zapfen Bauern illegal das Grundwasser an, um ihre Felder zu bewässern. Die Folgen für die Umwelt sind verheerend.

Schlimmer noch sieht es in Kasachstan und Usbekistan aus: Der Aralsee, einst viertgrößter See der Erde, trocknet seit den 1960er Jahren zunehmend aus. Der großflächige Baumwollanbau schluckt Unmengen an Wasser. Forscher sprechen von einer der größten von Menschen verursachten Umweltkatastrophen.

In Deutschland muss zwar niemand verdursten, der Kampf um Süßwasser geht uns aber trotzdem etwas an. Zum einen trägt jede importierte Tomate aus Spanien, jede Baumwolljeans aus China zum Wassermangel in diesen Ländern bei. Und auch wir haben nicht überall Zugang zu sauberem Trinkwasser. Vielerorts sind die Wasservorkommen erheblich belastet: aus aufgegebenen Industriestandorten, alten Deponien oder undichten Abwasserkanälen sickern Schadstoffe ins Grundwasser.

Wie lange kann sich Deutschland einen sorglosen Umgang mit Wasser noch leisten? Welche Maßnahmen für einen bewussteren Umgang mit dem kostbaren Gut müssen getroffen werden?

SPIEGEL TV geht diesen Fragen nach und begibt sich auf die Spuren der knappen Ressource in Länder wie Kasachstan, Spanien oder Äthiopien. In Spanien dokumentieren Umweltschützer und Forscher das Ausmaß des exzessiven Wasserverbrauchs aus Tourismus und Landwirtschaft. Spanische Bauern und Hotelbesitzer stellen neue Bewässerungsmethoden und wassersparende Maßnahmen vor. Die Autoren begleiten Fußballspieler des FC St. Pauli zu ihrem Hilfsprojekt ins wasserarme Äthiopien und machen sich ein Bild von der Trinkwasserversorgung durch Tiefbohrbrunnen in einem Dorf nahe der Hauptstadt Addis Abeba.