Spinat aus der Tiefkühltruhe: Oft mit Cadmium und Nitrat belastet

Ökotest: Tiefkühlblattspinat im Test
Aus einer gesunden Küche nicht wegzudenken: Tiefkühlspinat ist gesund, man sollte aber beim Einkauf aufpassen © Eléonore H - Fotolia

Nitrat und Cadmium belasten die Hälfte der Spinat-Sorten

Bei Spinat denkt man zwangsläufig an gesunde Ernährung. Nicht nur Popeye bekommt mit einer Dosis Superkräfte, tatsächlich beinhaltet Spinat viele wertvolle Nährstoffe. Besonders beliebt ist Tiefkühlblattspinat, den man praktisch portionieren kann. Doch bei einer Überprüfung hat Öko-Test festgestellt: Fast die Hälfte aller Produkte ist mit Nitrat oder Cadmium belastet. Ein Lebensmittelhändler hat bereits ein Eigenprodukt aus den Regalen genommen.

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Spinat beinhaltet viele wertvolle Nährstoffe wie Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Vitamin E und Provitamin A. Allerdings können sich in den grünen Blättern auch schnell Schadstoffe wie Nitrat oder Cadmium anreichern. Vor allem Cadmium kann bei dauerhaft erhöhter Aufnahme Nieren und Knochen schädigen. Weiteres Problem: Im Körper aufgenommen, reichert sich Cadmium an und wird nur langsam wieder ausgeschieden.

Im Labortest hat sich herausgestellt, dass im 'Edeka Blattspinat ausgewählte Spinatsorte' eine so hohe Dosis des giftigen Cadmiums steckte, dass die gesetzlich erlaubte Höchstmenge um das Doppelte überschritten wurde. Edeka hat schnell reagiert und die betroffene Charge aus dem Verkauf genommen.

Vier Spinat-Bio-Produkte 'sehr gut'

Öko-Test musste wegen zu hoher Belastung weitere Produkte abwerten: In 'Flanders Best Blattspinat' wurden sehr stark erhöhte Nitritwerte gemessen. Laut Öko-Test deuten hohe Nitritwerte auf Hygienemängel oder eine zu lange Lagerung des Spinats vor dem Frost hin. Außerdem können dadurch im Körper schädliche Nitrosamine entstehen, die bei Säuglingen den Sauerstofftransport im Blut stören können.

Ebenfalls ungenügend schnitt ‚Real Quality Blattspinat‘ durch. Hier wurden stark erhöhte Nitrat- und Cadmiumwerte gemessen. Aber auch ein Bio-Podukt konnte nicht überzeugen: Im 'Bio Sonne Junger Bio-Blattspinat' von Norma wurde Perchlorat festgestellt, aber auch ein erhöhter Nitratwert. Die Chemikalie Perchlorat kann die Aufnahme von Jod in der Schilddrüse hemmen. Die EU hat inzwischen vorläufige Referenzwerte festgelegt, eine gesetzliche Regelung gibt es noch nicht.

Grundsätzlich lässt sich aber feststellen, dass konventioneller Spinat häufiger als Bio-Spinat belastet ist. Immerhin vier Bio-Produkte schnitten sehr gut ab: Sie wiesen keine erhöhten Nitratwerte auf und nur Spuren von Cadmium. 'Biotrend Bio Blattspinat' von Lidl und 'Gut Bio Blattspinat' von Aldi Nord können zudem mit einem Preis von je 0,48 Euro pro 200 Gramm punkten. Aber auch ‚Alnatura Blatt-Spinat‘ (0,80 Euro/200 Gramm) und 'Denree Spinat, gehackt' (0,62 Euro/200 Gramm) konnten im Test rundum überzeugen.

Was die Zubereitung angeht, rät Öko-Test: Den Tiefkühlspinat ungetaut mit etwas Wasser garen. Um die Bildung von Nitrit zu vermeiden, sollte Spinat nicht länger warmgehalten werden. Die Reste abkühlen lassen und in den Kühlschrank stellen. Kinder unter drei Jahren sollten sicherheitshalber keinen aufgewärmten Spinat aufgetischt bekommen. Mit den richtigen Produkten und der korrekten Zubereitung bleibt Spinat ein richtig gesundes Lebensmittel.