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The Story of my Life

 

The Story of my Life: Stardesigner Guido Maria Kretschmer und Frank Mutters im Interview

Frank Mutters (61, l.) & Guido Maria Kretschmer (51)
© Guido Maria Kretschmer & Frank M, VOX / Benno Kraehahn

Wir haben Star-Designer Guido Maria Kretschmer und Künstler Frank Mutters im Interview befragt warum sie sich entschieden haben bei dem Format "The Story of my Life" mitzumachen.

Haben Sie Angst vor dem Älterwerden?

Was war denn Ihr erster Gedanke als Sie sich selbst um Jahre gealtert im Spiegel gesehen haben?

Frank: Ich habe gemerkt, dass ich nicht eine solche Angst vorm Älterwerden habe, eher vor dem Mobilitätsverlust. Aber als ich mich selber im Spiegel gesehen habe, habe ich gemerkt, dass ich zurecht keine Angst vorm Altern habe. Man muss keine Angst haben, dass man jetzt hässlich oder depressiv wird, ich fand das irgendwie toll, was ich da gesehen habe und ich habe mir selber gut gefallen muss ich sagen. Also wenn ich so altere, dann wäre ich happy.

Guido: Ich habe keine Angst vor dem Älterwerden. Man darf keine Angst haben, die Alternative wäre ja jung zu sterben, was auch verrückt ist. Ich sage immer, dass man am besten oben wach und unten dicht bleibt, das wäre mein absoluter Wunsch.

Wie leicht ist es Ihnen gefallen, sich in dieses veraltete Ich für diesen Moment zu versetzen?

Frank: Mir fiel das insofern relativ leicht, weil ich Guido auch vor mir älter gesehen habe und man fühlt sich deswegen nicht zwingend älter, weil du ja die selbe Körperlichkeit und Energie in dir spürst. Trotzdem hat man so ein bisschen das Gefühl, man wäre vielleicht gemütlicher. Man kann versuchen sich hineinzuversetzen, wie sich die Gefühle verändern.

Guido: Ich war ein bisschen geschockt muss ich sagen und eigentlich habe ich nur Frank angeschaut. Ich war aber sehr erstaunt, als er meinte: "Guido, ich liebe dich immer noch, auch wie du jetzt aussiehst!" Der fand mich schön und da dachte ich, das muss wirklich Liebe sein.

Was war denn Ihr erster Gedanke, als Sie nicht sich, sondern Ihren Partner gealtert im Studio gesehen haben? Was war das für ein Gefühl?

Frank: Mein erster Gedanke war, Guido wird auf jeden Fall besser altern, als es die Maske darstellt. Trotz alledem hat es irgendwas in mir berührt, obwohl ich auch bewusst gedacht habe, dass Guido anders aussehen wird, weil ich ja auch seine Mutter und seinen Vater kenne und seine Genetik ist eine ganz andere, als das was da jetzt vor mir saß. Trotzdem habe ich dort etwas gefühlt, weil man weiß: Der ist jetzt älter, der sitzt vor mir und ist um 20 Jahre gealtert – auch wenn er anders aussieht als in meinen Vorstellungen.

Guido: Ich habe mir gedacht, ach wie gut, dass ich mir den geschnappt habe, weil der sieht auch im Alter noch perfekt aus. Ich war tief berührt aber auch glücklich.

"Liebst du mich auch noch, wenn ich alt bin?", glauben Sie, dass sich die Liebe im Alter verändert?

Frank: Wenn man sich in jungen Jahren kennenlernt, ist man natürlich hübsch anzusehen, das ist mit Sicherheit auch ein Grund, weshalb man sich zu Beginn einer Beziehung attraktiv findet, aber das relativiert sich ja ziemlich schnell und ist ja dann nicht mehr das Wichtigste. Ich glaube, man bekommt natürlich ein viel größeres Vertrauen zu dem anderen und man lernt die andere Person auch viel besser kennen. Aber die Liebe als solche verändert sich dadurch nicht großartig. Im Gegenteil: Sie wird vermutlich noch tiefer. Das habe ich in den 30 Jahren, die wir zusammen sind, ganz gut beobachtet.

Guido: Wenn man als junger Mensch liebensfähig ist, ist man das auch als alter Mensch. Als älterer Mensch hat man vielleicht ein anderes Gefühl, dass man irgendwie dankbarer ist für das, was da ist. Aber ich denke mal, dass die Liebe so bleibt wie das Leben, wie das Atmen, das ein- und ausatmen und wenn man das schätzt, wird sich das auch nicht verändern.

Wieso haben Sie sich eigentlich entschieden bei dem Format "The Story of my Life" mitzumachen?

Frank: Ich habe mich dazu entschieden, weil beim Dreh im letzten Jahr 2016 auch mein Vater verstorben war. Das war ein Einschnitt in meinem Leben, mein Vater war sehr alt, aber man beschäftigt sich dann natürlich mit dem Älterwerden und dem Tod. Und als wir mit dieser Frage konfrontiert wurden, war ich sehr schnell davon begeistert, weil ich es auch spannend fand, wie das wohl sein wird, wenn ich mal so alt bin, quasi wie ein Blick in die Zukunft - auch wenn er nur sehr fiktional ist. Ich fand es halt spannend, den anderen so zu sehen und das war ein Grund, weshalb ich auch zugesagt habe.

Guido: Ich habe mich eigentlich nur entschieden, weil Frank gesagt hat, wir machen das. Wir haben uns das Original aus den Niederlanden angeschaut und dann waren wir gespannt. Frank hat direkt gesagt: "Oh ja, ich würde mal so gerne sehen, wie du aussiehst in so vielen Jahren" und dann haben wir gesagt okay wir machen das. Also ganz spontan und schnell und das hat mich auch überrascht, muss ich sagen.

Was finden Sie denn so besonders an dem Format "The Storie of my Life"?

Frank: Es ist ein Wimpernschlag in die Zukunft. Es ist ja wirklich nur eine Idee, wie man mal aussehen könnte. Ich finde es sehr spannend, sein Gegenüber, seine große Liebe zu sehen und sich vorzustellen, wie es wohl wäre alt zu sein. Da hab ich gemerkt, dass man sich auch mal auf eine ganz andere Art und Weise mit dem Älterwerden auseinandersetzt.
Guido: Ich glaube das ist so ein Blick in die Zukunft, den man normalerweise gar nicht hätte und das in einer Kombination mit jemanden, den man liebt. Es ist sozusagen eine Konfrontation mit der Zukunft. Das kann natürlich auch schockierend sein und das ist glaube ich das Außergewöhnliche - eine wirklich interessante Reise.

Hat sich durch die Sendung jetzt für Sie irgendwas verändert, wie Sie über das Älterwerden jetzt denken?

Frank: Meine Sicht aufs Alter hat sich überhaupt nicht verändert. Altwerden heißt nicht unbedingt in Passivität zu versinken oder immobil zu werden. Ich bin jetzt etwas über 60 Jahre und natürlich merkt man, dass körperlicher Veränderungen stattfinden, unabhängig von den Falten, die man bekommt, oder den einzelnen grauen Haaren. Ich merke natürlich, dass die Flexibilität sich da schon verändert. Umso wichtiger ist es natürlich seine Flexibilität über Sport zum Beispiel zu erhalten, aber auch eine Flexibilität im Denken zu bewahren. Das sind aber alles Sachen, die waren mir auch schon davor klar.

Guido: Ich überlege jetzt auch vielleicht irgendwie ein chemisches Peeling zu machen oder vielleicht doch mich operieren zu lassen, man soll ja auch die Möglichkeiten der Chirurgie nutzen, also ich sollte es tun, auch wenn es dann in die Hose geht. Schlimmer als mit der Maske kann es nicht werden (lacht).

Hat sich denn durch die Sendung etwas an Ihrer Beziehung, zwischen Ihnen und Guido, verändert?

Frank: Also anfänglich war das zumindest so, dass wir beide so eine extreme Zärtlichkeit zueinander gefühlt haben, die haben wir natürlich so auch, aber man hat auf einmal das Gefühl gehabt man liebt den anderen noch mehr. Man hat nochmal so ein Verliebtsein zurückbekommen, also das war irgendwie so eine ganz spannende Erfahrung.

Guido: Wir haben auf jeden Fall noch mehr Intensität bekommen. Wir haben so eine Vorschau gehabt. Das war für uns das endgültige Go - wir machen das wirklich bis zum Ende unseres Lebens zusammen.