Tiere in Not

Frank Weber, Christina Lapis (l.) und Petra Zipp, Straßenhunde Bukschi (l.) und Chappi. Foto: VOX/DOCMA TV/Dr. G. Krakauer
© Rumänien - Tödlicher Einsatz für die Straßenhunde

Schockierendes Schicksal: Tödlicher Einsatz für einen Straßenhund

hundkatzemaus-Tierschutzexperte Frank Weber steht diesmal vor einem besonders bewegenden Fall: Im rumänischen Brasov wollte der Familienvater Adrian Priscu nachts an seinem Haus einen wehrlosen Straßenhund vor den Misshandlungen eines aggressiven Betrunkenen schützen und bezahlte diese Courage mit seinem Leben.

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Der 50-jährige Sicherheitsbeamte wurde brutal mit einer Glasflasche attackiert und erlag seinen schweren Verletzungen noch am Tatort. Der Straßenhund, der kurz nach dem Übergriff geflüchtet war, kam jedoch wieder und wich der trauernden Witwe Teodora Carpus in dieser Nacht nicht mehr von der Seite. Kurze Zeit später verschwindet "Bocsi", wie Teodora den Rüden genannt hat, mit einer vierbeinigen Begleiterin.

Frank Weber ist auf diesen tragischen Fall aufmerksam geworden und nimmt ihn zum Anlass, sich die Situation der Straßenhunde in Rumänien anzusehen und Adrian Priscus Familie zu besuchen. Im Gespräch mit Teodora Carpus und ihrer Mutter Dorothea stellt sich heraus, dass beide verzweifelt nach "Bocsi" suchen, bisher jedoch keinen Erfolg hatten. Der Leiter des Franziskustierheims Hamburg verspricht, dass er sich während seines Aufenthaltes in Rumänien an der Suche nach dem Straßenhund und dessen Freundin beteiligen wird.

Die Suche nach "Bocsi" und die herrenlosen Hunde von Brasov

Rumänischer Straßenhund "Bocsi". Foto: VOX/VP

Erster Anlaufpunkt ist ein Tierheim in Brasov, das von Cristina Lapsis geleitet wird. Die gebürtige Rumänin und Initiatorin des Tierheims gründete das private Tierheim vor rund 10 Jahren und kümmert sich in erster Linie um herrenlose Straßenhunde, doch auch Abgabetiere werden hier aufgenommen. Eine Vermittlung von Hunden an Einheimische ist jedoch so gut wie aussichtslos - niemand interessiert sich für diese Tiere!

Der gesuchte Hund ist auch nicht bei Cristina. Diese möchte mit Frank zusammenarbeiten und ihm auch bei der Suche nach "Bocsi" helfen. Frank beschließt, sich Verstärkung aus Deutschland zu holen: Petra Zipp ist die zweite Vorsitzende des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (bmt) und dort für Auslandstierschutz zuständig. Mit ihrer Hilfe will Frank nicht nur Familie Carpus unterstützen, sondern auch den Straßenhunden aus Brasov nachhaltig helfen und sie vor dem anstehenden harten Winter zu retten.

Auf der Suche nach dem verschwundenen Straßenhund und seiner Freundin, haben die Tierschützer bereits viele verwahrloste Straßenhunde gesehen. Die letzte Hoffnung "Bocsi" zu finden, ist die ehemalige Tötungsstation des städtischen Hundefängers in Brasov. Doch welches Bild sich Frank, Petra und Cristina hier bietet, ist nur schwer zu ertragen:

In ihren Zwingern sind die Tiere völlig auf sich allein gestellt. Sie sind abgemagert, krank oder verletzt und neugeborene Welpen haben nicht die geringste Chance - täglich werden verendete Tiere aufgesammelt. In einem Jahr wurden bis jetzt nur rund vier Hunde vermittelt. Und trotz vorhandenem Tierschutzgesetz wird in Rumänien darüber diskutiert, die Tiere bereits nach 7 Tagen in der Station einzuschläfern!

Fassungslos über so viel Elend versucht Frank eine Entscheidung zu treffen, welche Tiere er in Cristinas Tierheim bringt und mit nach Deutschland nimmt, um ihnen ein neues Leben zu schenken. Die besten Chancen haben die Vierbeiner, die in Deutschland gut zu vermitteln sind und auch trächtige Hündinnen und Welpen möchte Frank retten. Doch eine Entscheidung für einen Hund bedeutet gleichzeitig auch das Todesurteil für einen anderen.

Als die ausgesuchten Tiere von Frank, Petra und Cristina verladen werden, erreicht die Tierschützer ein unverhoffter Anruf aus dem Tierheim - die Chancen stehen gut, dass "Bocsi" endlich gefunden wurde. Und tatsächlich handelt es sich um den vermissten Rüden und seine Freundin... Frank möchte das Pärchen unbedingt mit nach Deutschland nehmen und beide zusammen in ein neues liebevolles Zuhause vermitteln, genauso wie die anderen Hunde, die aus der Tötungsstation gerettet wurden. Damit Adrian Priscus Tod nicht umsonst gewesen ist!

Zu Recht hat Adrian Priscu von den Tierschutzorganisationen Bund gegen Missbrauch der Tiere (bmt), TASSO e.V. und Europäischer Tier- und Naturschutz (ETN) post mortem einen Preis für Zivilcourage erhalten.

Franziskustierheim Hamburg
Lokstedter Granzstraße 7
22527 Hamburg
Bund gegen Missbrauch der Tiere
Petra Zipp
Kontakt zu Petra Zipp und zur Vermittlung der Hunde aus Rumänien:
Kontakt: Tierschutzzentrum Pfullingen
Petra Zipp
Gönninger Str. 201
72793 Pfullingen