SAMSTAGS I 18:00

Tiere in Not

hundkatzemaus-Tierschutzexperte Frank Weber und seine Kollegin Ellen Bergmann begutachten eine Fundkatze. Foto: VOX/VP

Unsauberkeit endet oft im Tierheim

Im Hamburger Franziskus-Tierheim kümmern sich Leiter Frank Weber und sein Team rund um die Uhr um Tiere, die niemand mehr haben möchte. Vor dem Tor des Tierheimes wurde eine Transportbox mit einer Notiz abgestellt: "Muss meinen Kater Rocky abgeben. Pinkelt überall in die Wohnung, kümmern Sie sich gut um ihn!" Dass Tiere einfach vor dem Tierheim ausgesetzt werden, gehört hier beinahe schon zum Alltag.

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Der hundkatzemaus-Tierschutzexperte begutachtet das ungechippte Tier zunächst mit seiner Kollegin Ellen Bergmann, die im Team für die Aufnahme von Fund- und Abgabetieren zuständig ist. Der freundliche Kater macht einen guten Eindruck, ist weder aggressiv, noch ängstlich, aber längst kein Einzelfall: Denn fast 70 % aller Katzen im Tierheim werden wegen Unsauberkeit abgegeben.

Und auch Katzentherapeutin Constance Böhl, die ehrenamtlich für Frank und sein Team arbeitet, ist von Rockys Wesen begeistert. Constance wird von Frank um Hilfe gebeten, sobald ein Tier verhaltensauffällig ist. Die Therapeutin forscht dann nach der Ursache des Problems, das sehr häufig weniger beim Tier sondern vielmehr beim Menschen liegt und oft auf Missverständnissen basiert.

Passiert z.B. ein "Unfall" vermehrt in der Nähe der Katzentoilette, kann man davon ausgehen, dass die Katze das Örtchen an sich akzeptiert, sich jedoch aus irgendeinem Grund gestört oder irritiert fühlt und es deshalb nicht benutzt.

Wenn eine Katze nicht sauber ist...

Katze. Foto: VOX/VP

Was einige Halter nicht wissen, ist, dass die geschlossene Katzentoilette eher eine Erfindung für den Halter ist, da Katzen ihr Geschäft eigentlich nicht in Höhlen verrichten! In manchen Fällen könnte das Problem bereits damit behoben werden, den Deckel der Toilette abzunehmen. Ein weiterer Störfaktor könnte auch eine Veränderung des Katzenstreus sein: Eine andere Konsistenz oder ein anderer Geruch kann die Katze irritieren und von der Toilette fernhalten.

Bevor man über die Therapie eines unsauberen Tieres nachdenkt, sollte vorher immer von einem Tierarzt abgeklärt weren, ob nicht eine physische Erkrankung vorliegt. Ist das Tier nicht gesund, hilft eine Therapie in den wenigsten Fällen! Und besonders Kater leiden häufig an Erkrankungen der Harnorgane.

Frank will von Tierärztin Dr. Corinna Cornand abklären lassen, ob dem kastrierten Kater etwas fehlt. Damit der Kater sich entspannen kann, untersucht ihn die erfahrene Tierärztin auf einem Kratzbaum: Der Stubentiger riecht nach Urin und die Harnblase scheint vergrößert zu sein. Es könnte sich hierbei um eine Blasenentzündung handeln.

Bevor der Urin untersucht wird, soll die Samtpfote zunächst geröngt werden, um die tatsächliche Größe der Blase festzustellen. Überschreitet die Harnblase ein gewisses Volumen, besteht die Gefahr einer Vergiftung, da die Nieren nicht mehr richtig arbeiten können.

Die Röntgenaufnahme zeigt, dass die Blase auf das Vierfache der eigentlichen Größe angeschwollen ist, Blasensteine sind jedoch nicht sichtbar. Allerdings befinden sich in der Urinprobe sandkornähnliche Partikel, die eindeutig auf Blasensteine schließen lassen.

Es gibt verschiedene Faktoren, die eine Bildung von Blasensteinen begünstigen: Übergewicht, zu wenig Toiletten und vor allem zu wenig Zugang zu Wasser. Ein Irrglaube des Menschen ist nämlich, das eine Katze ihr Wasser gerne direkt neben dem Futter mag - Katzen trinken von Natur aus nicht an ihrem Futterplatz! Stellt man den Wassernapf beispielsweise auf die Fensterbank, kann die Flüssigkeitsaufnahme der Katze erheblich gesteigert werden. Und auch eine ausgewogene Erährung sowie reichlich Bewegung kann den fiesen Steinchen vorbeugen.

Franziskustierheim
Lokstedter Grenzstraße 7
22527 Hamburg
Buchtipp: Stille Örtchen für Stubentiger
Unsauberkeit bei Katzen verstehen und Lösungen finden
Hauschild, Christine
Books on Demand, 2009
ISBN 978-3-8370-2225-4, EUR 14,90
112 Seiten
Buchtipp: Katzenseele
Katzenseele
Wesen und Sozialverhalten
Leyhausen, Paul und Angela Beck
Kosmos, 2005
ISBN 978-3-440-09864-6, EUR 9,95
224 Seiten
Kontakt: Constance Böhle
Katzentherapeutin

HIGHLIGHTS

Reiten mit Handicap
00:00 | 00:25

hundkatzemaus: Am 03.12.2016 um 18:00 Uhr

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