Tiertransporte: Tierschützer setzen EU unter Druck

Tiertransporte: Katastrophale Bedingungen
Erschreckend: Die Tiere müssen tagelang in ihren eigenen Exkrementen stehen.

Aktion '8 hours': Eine Million Unterschriften in Europa gesammelt

Der Deutsche Tierschutzbund will bei der EU-Kommission bessere Transportbedingungen für Tiere durchsetzen. Zum Ende der europaweiten Kampagne ‘8 hours‘ machen die Tierschützer EU-Gesundheitskommissar John Dalli mit einer Unterschriftenliste Druck. Mehr als eine Million Menschen haben für eine zeitliche Begrenzung von Tiertransporten protestiert. Mit '8 hours' fordern die Tierschützer, die Zeit für die Transporte auf maximal acht Stunden zu begrenzen.

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"Ein einfaches Aussitzen notwendiger Reformen der Transportzeiten auf Kosten der vielen Millionen Tiere, die tagtäglich quer durch Europa und in EU-Drittländer gekarrt werden, ist jetzt nicht mehr möglich", so Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes.

In Europa sind die Tiere teilweise tagelang in den Transportlastwagen unterwegs, bevor sie geschlachtet werden. Häufig würden sie auch mehrfach in ihrem Leben transportiert. So sei es etwa möglich, dass ein Kalb in Dänemark geboren wird, zum Mästen nach Deutschland gefahren und in Italien geschlachtet wird, berichtet der Deutsche Tierschutzbund auf seiner Homepage. Eine zeitliche Begrenzung für die Tiertransporte gibt es nicht.

EU-Gesundheitskommissar: Regeln für Tiertransport sind gut

Aus Sicht der EU beeinträchtigen die langen Fahrten in den Lastwagen das Wohl der Tiere nicht – solange dort etwa genug Platz vorhanden ist. Das sehen die Tierschützer anders. Sie wollen, dass Transporte europaweit nur noch maximal acht Stunden dauern dürfen. „Die Tiere leiden unter der unerträglichen Enge in den Transportern, unter oft drückender Hitze, quälendem Durst und Schmerzen aufgrund von Verletzungen“, heißt es auf der Homepage des Deutschen Tierschutzbundes.

Rinder würden auf zweistöckigen Lastwagen zusammengepfercht. Da die zulässige Maximalhöhe der Transporter vier Meter beträgt, seien die Decken viel zu niedrig. Die Folge: Die Tiere verletzten sich und können nicht richtig stehen. Der Tierschutzbund kritisiert außerdem, dass nicht einmal die geringen Anforderungen der EU-Gesetzgebung eingehalten werden, da zu wenige Kontrollen stattfinden würden.

EU-Gesundheitskommissar Dalli kam im Dezember 2011 zu dem Ergebnis, dass die Regeln für den Tiertransport gut seien, aber zu oft missachtet werden. Er regte bei einer Diskussion des EU-Landwirtschaftsministerrates Durchführungsmaßnahmen zur Verbesserung der Nutzung und Leistungen von Navigationssystemen und zur Steigerung der Verwaltungseffizienz an. So solle auch die Zahl der Inspektionsbesuche des Lebensmittel- und Veterinäramts in den Mitgliedstaaten erhöht werden.