Udo Lindenberg - Die Biografie

Udo Lindenberg - Die Biografie
(c) Foto: VOX/Tine Acke

Udo Lindenberg - Die Biografie

Er gehört seit Jahrzehnten zu Deutschlands populärsten Musikern: Udo Lindenberg. Der Sonnenbrillenträger mit Hut prägte die deutsche Rockmusikszene wie kein Zweiter. Die am 17. Mai 1946 im westfälischen Gronau geborene Musik-Ikone begann schon im Kindesalter, Schlagzeug zu spielen. 1968 stieg Udo Lindenberg als Trommler in der Folkloreband „City Preachers“ ein. Ein Jahr später spielte er in seiner ersten eigenen Band „Free Orbit“. Der 13. August 1973 gilt als die Geburtsstunde der deutschen Rockmusik: Mit seiner neu gegründeten Band „Panikorchester“ und dem Album „Alles klar auf der Andrea Doria“ gelang Udo Lindenberg der kommerzielle Durchbruch. Das Album verkaufte sich über 100.000 Mal und bescherte dem damals 28-Jährigen den ersten Millionenvertrag eines deutschen Rockmusikers. Mit seinen Songs wurde er in den 1970er Jahren zur Gallionsfigur einer ganzen Generation junger Musiker.

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Auch politisch setzt Udo Lindenberg Akzente! Jahrelang kämpfte er dafür, mit seiner Band durch die damalige DDR touren zu dürfen – vergeblich. Erst sein bis dahin größter Hit „Sonderzug nach Pankow“ (1983), in dem er den ehemaligen Staatschef Erich Honecker um eine Tournee durch den Osten bittet, ermöglichte ihm wenig später einen Auftritt bei einer FDJ-Friedensveranstaltung im Palast der Republik in Ost-Berlin. Zu einer Tournee kam es aber vorerst trotzdem nicht. Doch Udo Lindenberg gab nicht auf und startete einen Austausch von Briefen und Geschenken mit Erich Honecker. Auf eine Tournee durch den Osten Deutschlands musste das „Panikorchester“ trotzdem bis nach dem Mauerfall warten. Für seine Bemühungen um die Verständigung zwischen Ost und West bekam Udo Lindenberg aber 1989 das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Der Panik-Rocker setzt sich auch gegen Neonazis und rechte Gewalt ein. Im Frühjahr 2001 rief die Pop-Ikone die Künstlerinitiative „Rock gegen rechte Gewalt“ ins Leben. Dabei tourte der damals 55-Jährige mit Musikgrößen wie Peter Maffay, den Söhnen Mannheims oder Ben Becker durch Deutschland. Die Einnahmen kamen Neonazi-Opfern zugute. 2010 wurde ihm dafür der Orden des Landes NRW „für außerordentliche Verdienste für die Allgemeinheit“ verliehen.

Neben der Musik widmet sich Udo Lindenberg auch intensiv seiner zweiten Leidenschaft – der Malerei. 1996 beginnt er, seine Werke auch auszustellen. Eine Vielzahl seiner Bilder finden sich heute im Kanzleramt, im Haus der Geschichte und im Hotel „Atlantic“, das ab Mitte der 1990er Jahre zu seinem Dauerwohnsitz wurde.

Musikalisch feierte Udo Lindenberg 2008 sein großes Comeback: Mit seinem 34. Studioalbum „Stark wie Zwei“, an dem er zusammen mit Musikerkollegen wie Annette Humpe, Jan Delay, Silbermond, Till Brönner und Helge Schneider gearbeitet hat, erreichte der damals 62-Jährige zum ersten Mal die Spitze der deutschen Charts. 18 Jahre nach seinem ersten Echo fürs Lebenswerk wurde er dafür 2009 als „Bester Künstler National“ erneut mit dem Echo ausgezeichnet. Udo Lindenberg war nicht nur zurück in den Charts, sondern wurde auch wieder zum Vorbild für junge deutsche Musiker. Das 2011 aufgenommene Live-Album „MTV Unplugged - Live aus dem Hotel Atlantic“ mit Songs wie „Cello“ mit Clueso oder „Ein Herz kann man nicht reparieren“ mit Inga Humpe verkaufte sich rund eine Million Mal und wurde mit Vierfach-Platin ausgezeichnet – das erfolgreichste Album seiner bisherigen Karriere.

Musical "Hinterm Horizont"

2011 feierte außerdem sein Musical „Hinterm Horizont“ über die Liebesgeschichte zwischen Udo Lindenberg und seinem „Mädchen aus Ostberlin“ in Berlin Premiere und ist mit inzwischen mehr als 800.000 Besuchern das erfolgreichste Musical der Hauptstadt. 2011 und 2012 gab „Udo. Die Ausstellung“ außerdem in Form von über 400 Exponaten Einblicke in das Leben des Panik-Rockers.

Im Laufe seiner Karriere wurde Udo Lindenberg nicht nur mit unzähligen musikalischen Auszeichnungen wie dem Echo (1991, 2009, 2012) oder der Goldenen Stimmgabel (1993,1997), sondern auch mit der Goldenen Kamera (2009), dem Bambi (2010) und dem Deutschen Radiopreis (2012) für sein Lebenswerk geehrt. Die Figuren „Elli Pyrelli“ und „Rudi Ratlos“ sowie Sprüche wie „Alles easy“ und „Keine Panik auf der Titanic“ wurden zum Kult. 2010 wurde Udo Lindenberg der Jacob-Grimm-Preis Deutscher Sprache als „einflussreichster und erfolgreichster deutscher Rockmusiker der letzten 40 Jahre“ zugesprochen.

2013 feiert Udo Lindenberg mit dem „Panikorchester“ 40-jähriges Bühnen-Jubiläum! Aus diesem Anlass zeigt VOX am 21. September um 20:15 Uhr das vierstündige Doku-Event „Ich mach mein Ding! 40 Jahre Udo Lindenberg“ über das Leben und die Karriere des Ausnahmekünstlers.