SONNTAGS I 17:00

Unfallakte

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Tod am Bahnübergang

Die meisten Autofahrer kennen die Situation: Man orientiert sich unbewusst an anderen Pkw-Fahrern und macht automatisch die gleichen Fehler. Solch ein Fehlverhalten ist wahrscheinlich auch der Grund, warum sich ein schwerer Verkehrsunfall im niederrheinischen Kerken zugetragen hat. Dort hatte im Sommer 2009 ein 20jähriger BMW-Fahrer an einem schlecht einsehbaren und unbeschrankten Bahnübergang das Rotlicht ignoriert und war mit einem Regionalexpress der Deutschen Bahn zusammengestoßen. Vermutlich ließ sich der junge Mann vom Fehlverhalten eines anderen Autofahrers leiten, so will es zumindest Richard Urban gesehen haben, der als Zeuge das Geschehen von der gegenüberliegenden Seite der Unglücksstelle beobachtet hatte: "Vor mir stand ein Pkw, der den Bahnübergang trotz Rotlicht passierte. Direkt danach ist dann der BMW-Fahrer gestartet. Ich habe noch versucht, ihn vor dem Zug zu warnen, aber es war zu spät".

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Bei Rot über die Schranke

Die Wucht des Zusammenstoßes mit dem BMW war so gewaltig, dass das Auto etwa 20 Meter durch die Luft geschleudert wurde und seitlich auf dem Dach aufschlug. Die 17-jährige Beifahrerin aus dem BMW und ein Baby sterben noch am Unfallort. Obwohl der BMW-Fahrer sofort mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Nijmegen geflogen wurde, erlag auch er dort seinen schweren Verletzungen.

Die etwa 70 Zuginsassen kamen mit dem Schrecken davon. Das hätte auch anderes ausgehen können, denn der Zug sprang nach dem Aufprall aus den Gleisen. Der Zugführer des Nahverkehrszuges hatte keine Chance den Unfall zu verhindern. Denn selbst nach einer sofort eingeleiteten Notbremsung braucht ein solches Schienenfahrzeug aufgrund seines enormen Gewichtes einige hundert Meter, um zum Stehen zu kommen.

Inzwischen hat die Deutsche Bahn damit begonnen, die unbeschrankten Übergänge im Kreis Kleve mit einer Halbschranke auszustatten. Solche Unfälle wie der bei Kerken könnten dadurch künftig verhindert werden.