Unsere Mütter, unsere Großmütter: Erna de Vries begleitet ihre Mutter nach Auschwitz

Erna de Vries VOX/Spiegel TV
Erna de Vries VOX/Spiegel TV

"Wo meine Mutter hingeht, möchte ich auch hingehen"

Auch Erna de Vries ist Jüdin, auch sie ist mit ihrer Mutter allein, als der Terror der Nazis seinen Lauf nimmt. Da ihr früh verstorbener Vater "Arier" war, gilt Erna im Sinne der Rassegesetze als "Halbjüdin". Sie wird zunächst von der Deportation verschont. Ihre Mutter Jeannette schwebt jedoch in höchster Gefahr.

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Erna de Vries wollte damals auf keinen Fall von ihrer Mutter getrennt werden und traf eine schwierige Entscheidung: "Am nächsten Morgen bin ich zur Gestapo gerufen worden. Dort sagten sie mir: 'Ihre Mutter muss nach Auschwitz'. Das war ein schlimmer Schlag für mich, denn ich wusste was Auschwiz war." Doch Erna war fest entschlossen mit ihrer Mutter zu gehen: "Wo meine Mutter hingeht, möchte ich auch hingehen."

Im Juli 1943 kommen Erna und ihre Mutter in Vernichtungslager Ausschwitz an. Nach der Selektion, folgten Registrierung und Aufnahme ins Lager: "Wir mussten alles ausziehen. Und dann hieß es rasieren. Alle behaarten Körperteile wurden rasiert. Und dann tätowiert." Die beiden Frauen werden zur Zwangsarbeit abgezogen und lebten in ständiger Angst. Als Zeitzeugin berichtet Erna de Vries nun von ihren Erlebnissen.