SAMSTAGS I 18:00

Urzeitkrebse

hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn mit Triops-Fan Melanie Grams (r.)

Ein Wunder der Natur

In Deutschland wurden Urzeitkrebse vor allem als Beilage der Jugendzeitschrift "YPS" in den 1970ern bekannt: Getrocknete Eier sollten in ein Gefäß mit Wasser gegeben werden, damit sie kurz darauf zum Leben erwachen. Doch natürlich handelt es sich bei diesen Tieren nicht um Spielzeug, sondern um Lebewesen, die es bereits seit Millionen von Jahren gibt. In freier Natur kann man sie in Salz- und Süßwasser, Tümpeln, Pfützen und Seen entdecken und immer häufiger bewohnen sie auch heimische Aquarien, wie bei Melanie Grams. Der Triops-Fan züchtet diese Urzeittiere sogar und betreibt eine Homepage, auf der sich alles rund um das Thema Triops und Urzeitkrebse dreht. hundkatzemaus-Reporterin Diana Eichhorn lässt sich erklären, warum das Experiment Urzeitkrebs damals bei vielen YPS-Lesern scheiterte und wie man diese erstaunlichen Tiere am besten hält.

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Ihren Namen haben die Triops ihrem dritten Auge zu verdanken, dass oberhalb der zwei anderen sitzt und zur Lichtwahrnehmung dient. Mit ihren 40 Blattbeinen können sie atmen, sich fortbewegen und ihre Nahrung transportieren. Beim Fressen legen sie sich auf den Rücken und halten ihr Futter mit den Beinchen fest. Eine weitere Besonderheit ist, dass die Tierchen unheimlich schnell wachsen und sich dementsprechend alle 1 bis 2 Tage häuten, da ihr starrer Außenpanzer sie sonst erdrücken würde. Allerdings werden sie auch nur 2 bis 3 Monate alt.

Viele verschiedene Arten und Größen

Triops, Urzeitkrebse

Melanie züchtet verschiedene Triops-Arten, wobei die australischen und japanischen Arten es ihr mit einer imposanten Größe von fast 8 cm besonders angetan haben. Sie leben im Süßwasser und sind bereits nach 10 Tagen geschlechtsreif. Ein ausgewachsenes Exemplar kann bis zu 100 Eier täglich legen. Das Eier-Sand-Gemisch eines Aquariums lässt Melanie komplett austrocknen, bevor sie damit ein neues Becken und somit neue Tiere ansetzt. Was von dem Gemisch übrigbleibt, wird in Tüten abgefüllt und verkauft. Diese so genannten Dauereier sind so gut wie unzerstörbar, denn weder Frost, noch extreme Trockenheit, Hitze oder sonstige Umwelteinflüsse können ihnen etwas anhaben. Kein Wunder also, dass diese Tiere sogar die Dinosaurier überlebt haben.

Neben den Triops züchtet Melanie auch noch andere Urzeitkrebse. Im Gegensatz zu den Triops werden z.B. die fast durchsichtigen Feenkrebschen nur 2 cm groß. Bei diesen Süßwasserbewohnern handelt es sich ebenfalls um sehr beliebte Aquarientiere, ihre Haltung ist jedoch etwas anspruchsvoller. Bei der damaligen YPS-Beilage handelte es sich übrigens vorwiegend um Artemien und Salinenkrebse. Diese leben wiederum im Salzwasser und sind den meisten Aquarienfreunden wohl eher als Frostfutter für Fische bekannt. Weil viele YPS-Leser die Eier jedoch mit normalem Wasser angesetzt haben, war das Experiment Urzeitkrebs in diesen Fällen zum Scheitern verurteilt!

Haltung

Wasserbecken für Urzeitkrebse

In destilliertem Wasser gedeihen die so genannten Dauereier am besten. Wenn man die Eier in einem kleinen Becken ansetzen will, sollte man darauf achten, dass nicht zu viel von dem Eier-Sand-Gemisch zum Wasser gegeben wird: Entwickeln sich nämlich zu viele Tiere in einem Becken, können sie an Sauerstoffmangel sterben. Hält man sich genau an die Anweisungen, werden die ersten Larven bereits nach 24 Stunden durchs Becken paddeln. Sobald diese dann eine Körpergröße von einem Zentimeter erreicht haben, können sie in ein richtiges Aquarium gesetzt werden: hierbei sollte am besten jeder Krebs einzeln mit dem Löffel umgesetzt werden.

Das Aquarium sollte mindestens zwei Wochen vorher fertig eingerichtet sein, damit sich ein biologisches Gleichgewicht bilden kann. Zudem benötigt es einen Wasserfilter, der das Wasser sauber hält und für die Sauerstoffversorgung sorgt. Eine Wasserheizung sorgt für die richtige Temperatur, die je nach Art zwischen 19 °C und 26 °C liegen kann. Da die Temperatur für die Tiere lebenswichtig ist, sollte man sich unbedingt im Vorfeld über die Bedürfnisse seiner zukünftigen Aquarienbewohner erkundigen!

Mitbewohner und Futter

Schnecke

Urzeitkrebse mögen Pflanzen sehr gern, doch bei neu gekauftem Grün muss darauf geachtet werden, dass es vorher gut ausgewaschen wird. Oft werden diese Pflanzen mit kupferhaltigem Dünger versorgt und Kupfer ist bereits in kleinsten Mengen giftig für Triops.

Neben anderen Urzeitkrebsen, eignen sich vor allem Schnecken als Mitbewohner und sorgen für Sauberkeit im Aquarium. Fische eignen sich hingegen nicht, da sie die kleinen Krebse fressen würden.

Eine Faustregel für die Futtervergabe ist, nur so viel zu füttern, wie die Tiere innerhalb von 5 Minuten fressen können. Damit im Zuhause der Triops keine Bakterien entstehen, sollten außerdem Futterreste und abgestreifte Häute täglich entfernt werden.

Kontakt Melanie Grams
Weitere Infos zur Zucht und Haltung von Artemia und Triops
Buchtipp: Artemia - Der Urzeitkrebs
Drewes, Oliver
Vivaria 2007
ISBN 978-3-9810412-7-9, EUR 9,95
64 Seiten
Im VOX-Tierlexikon

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