SONNTAGS I 17:00

Verkehrsregeln im Ausland

Darf Birte Karalus hier parken?
Darf Birte Karalus hier parken?

Welche Regeln in welchem Land?

Die Sommerferien stehen vor der Tür und wieder wird sich die Hälfte aller Deutschen mit dem Auto auf den Weg in den Urlaub machen. Denn laut einer Studie des ADAC bevorzugen knapp 53 Prozent die Anreise auf den eigenen vier Rädern.

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Doch was gilt es bei den Verkehrsregeln zu beachten, wenn wir mit dem eigenen Auto in ein fremdes Land einreisen? Birte Karalus erklärt, welche Regeln es in welchem Urlaubsland gibt und wo Knöllchen besonders teuer werden, denn die müssen inzwischen EU-weit gezahlt werden.

Besondere Regeln in den Niederlanden und Belgien

In den Niederlanden sind die Bußgelder in diesem Jahr um 40 Prozent erhöht worden. Wer mit 20 km/h zu viel geblitzt wird, muss 155 EUR zahlen. Wer sogar mehr als 50 km/h zu schnell fährt, muss noch tiefer in die Tasche greifen: Bei diesem Verstoß werden mindestens 510 EUR fällig.

Auch das Falschparken ist hier teuer: Erst gegen eine Zahlung von 85 EUR wird die häufig direkt angebrachte Parkkralle entfernt. Und auch für das Telefonieren mit dem Handy ohne Freisprechanlage sollte überlegt sein: In den Niederlanden werden dafür 150 EUR fällig, in Belgien immerhin 100 EUR.

Skandinavien

Im hohen Norden werden Regelverstöße besonders kostenintensiv geahndet. Bei Geschwindigkeitsüberschreitungen in Schweden gibt es keinen Toleranzbereich. Bereits ab 1 km/h zu viel auf dem Tacho wird ein Strafgeld von mindestens 280 EUR verhängt. Bei Rot über die Ampel zu fahren, kostet hier ab 140 EUR.

Auch in Norwegen ist zu schnelles Fahren teuer. Zwischen 456 EUR und 1.500 EUR müssen Raser dann zahlen. Rotlichtverstöße und unerlaubtes Überholen kosten 670 EUR.

Eine weitere Regelung, die der geneigte Autofahrer beim Urlaub in Norwegen erst einmal kennen muss, ist das Rauchverbot hinterm Steuer. Auch der Griff zum Glas ist in Skandinavien eine teure Angelegenheit. Schon beim Fahren mit 0,2 Promille müssen in Schweden 770 EUR gezahlt werden, in Dänemark ein ganzes Monatsgehalt.

Österreich

Bei den österreichischen Nachbarn ist die Polizei das Maß aller Tempo-Dinge. Sie muss sich nicht auf das Ergebnis einer Radarkontrolle verlassen, sondern darf bis zu einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 30 km/h die gefahrene Geschwindigkeit außerorts schätzen. Ist man in Österreich mehr als 50 km/h zu schnell, wird das richtig teuer: 2.180 EUR erleichtern dann die Urlaubskasse.

Frankreich

Haben Elefanten in der Schweiz Vorfahrt?
Haben Elefanten in der Schweiz Vorfahrt? © dpa, Alessandro Della Bella

In Frankreich ist ab dem 1. Juli ein Alkoholtester im Auto Pflicht. Das kleine Gerät kostet zwischen 2 und 3 EUR und ist an jeder französischen Tankstelle oder im Supermarkt erhältlich. Wer von der Polizei dann kontrolliert wird und über 0,8 ‰ intus hat, zahlt bis zu 4.500 EUR.

Italien und Spanien

Italien ist eines der Lieblingsurlaubsländer der Deutschen. Zu Pasta oder Pizza ein Glas Wein ist dort die klassische Leibspeise. Doch aufgepasst: Wer mit mehr als 1,5 ‰ erwischt wird, dem kann in Italien sogar das Auto enteignet werden.

Für zu schnelles Fahren wird außerdem eine Geldbuße von mindestens 160 EUR erhoben. Dies gilt allerdings nur tagsüber. Nachts, zwischen 22 und 7 Uhr steigen die Bußgelder um ein Drittel an. In Spanien wird es für Raser noch teurer: Mindestens 300 EUR werden hier fällig.

Generell gilt:

In vielen Ländern wie unter anderem in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden und Belgien können gelbe Linien am Straßenrand aufgemalt werden. Sie befinden sich entweder auf der Fahrbahn oder an den Randsteinen. Die Markierungen weißen auf ein Halte- beziehungsweise Parkverbot hin.

Auch in Italien wird mit diesen Streifen auf ein Parkverbot verwiesen. Dort sind die Streifen allerdings gelb-schwarz. Besonders teuer ist das Falschparken in Spanien. Dort kostet der Parkverstoß mindestens 200 EUR.

Fazit

Wenn also auch Sie zu den Deutschen gehören, die mit dem Auto in den Urlaub fahren, dann bringen Sie sich vor Antritt der Reise auf den jeweils aktuellen Stand der Verkehrsregeln. Denn dort angepasst zu fahren, schont nicht nur den Geldbeutel, sondern auch die Nerven.