Was Sie über Äpfel noch nicht wussten

An apple a day keeps the doctor away ist eine englische Redewendung. Auf Deutsch übersetzt heißt es: „ein Apfel pro Tag hält den Doktor fern“ Gar nicht mal so dumm.

Äpfel sind wahre Schnupfenkiller und beugen auch Demenz vor

Äpfel sind gesund - das weiß jedes Kind. Höchstens der Sohn von Wilhelm Tell würde den Kopf schütteln. Die Deutschen haben im letzten Jahr 953.000 Tonnen Äfel geerntet, jeder Haushalt zahlt im Monat zwei Euro für Äpfel. Aber warum Äpfel so gut für uns sind und wogegen ein Apfel alles hilft, das ist den Meisten unbekannt.

- Anzeige -

Herbst und Winter sind die ideale Zeit für Erkältungsviren. Wer sich davor schützen möchte, sollte jeden Tag zum Apfel greifen. Denn dieser ist ein wahres Wunderwerk gegen Erkältungen. Er enthält mehr als 30 Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Besonders durch den hohen Gehalt an Vitamin C, das Zellschäden vorbeugt und die Immunkräfte des Körpers stärkt. Dazu hat er nur 50 bis 70 Kalorien.

Auf jeden Fall sollte die Schale mitgegessen werden, denn darunter verbergen sich die wertvollsten Inhaltsstoffe. Unbedenklich ist das Kerngehäuse - es enthält sogar reichlich Jod, das für die Gesundheit äußerst wichtig ist. Am gesündesten sind die Sorten Boskoop, Idared, Berlepsch oder Gravensteiner. Neue Sorten wie der saure Granny Smith aus Australien oder Pink Lady enthalten nicht ganz so viele gesunde Inhaltsstoffe wie die alten Sorten. Außerdem haben die alten Sorten einen geringen Allergengehalt - sind also besser geeignet für Allergiker. Bio muss auch nicht unbedingt sein: In Deutschland darf zwar chemisch gespritzt werden, die Rückstände auf der Schale sind allerdings äußerst gering. Waschen und abreiben ist ausreichend.

Manche Äpfel müssen vor dem Verzehr erst wochenlang gelagert werde, damit ihr ganzes Aroma zum Ausdruck kommt. So z.B. der Golden Delicious.

Tee aus Apfelschalen wirkt segensreich bei Erkältungen. Er enthält viele Vitamine, und der Mineralstoff Kalium hilft uns, bei Erschöpfung wieder auf die Beine zu kommen.

Ein altes Hausmittel ist der geriebene Apfel. Er hilft bei Durchfall. Wunderbarerweise wirkt ein roher Apfel aber auch beim Gegenteil, nämlich bei Verstopfung. Dann nämlich, wenn er roh auf nüchternen Magen gegessen wird. Die köstliche Frucht nützt auch Sängern und Rednern bei Heiserkeit und strapazierten Stimmbändern: Gebratene Apfelscheiben mit Honig bringen ein glockenreines ‚Hohes C’ und den Schmelz in der Stimme zurück.

Auch bei Alzheimer, Demenz und allgemeiner Gedächtnisschwäche, beugt der Apfel durch seinen Wirkstoff Quercetin vor. Es fängt freie Radikale ein und die im Apfel enthaltene Fructose steigert auch noch die Konzentrationsfähigkeit.

Äpfel können noch mehr - die Inhaltsstoffe wirken auch gegen Krebs

Damit ist das Potenzial des Apfels aber noch längst nicht ausgeschöpft. Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass Äpfel ausgezeichnete vorbeugende Wirkungen gegen Krebs haben. Mehrere ganz unterschiedliche Substanzen im Apfel sind daran beteiligt.

Äpfel sind voller Pektine: Früher schätzte man diese langen Zuckermoleküle besonders als Verdickungsmittel in der Marmeladenherstellung. Jetzt wissen wir, Pektine fangen auch Substanzen ab, die das Erbgut verändern und zu Krebs führen können.

Aus der Reihe der sogenannten sekundären Pflanzenstoffe fällt Quercetin sehr positiv auf. Dieser Stoff aus der Gruppe der Polyphenole kommt besonders in der Apfelschale vor und reduziert die Menge an reaktionsfreudigen Sauerstoffverbindungen (‚freie Radikale’) in der Zelle. Auch von freien Radikalen geht ein Krebsrisiko aus.

Weitere Polyphenole aus dem Apfel wirken ebenfalls gegen Krebszellen: Procyanidine bremsen die Zellteilung, Epicatechine hemmen die Produktion von Prostaglandinen. Das sind Entzündungsfaktoren, die in erhöhter Konzentration das Wachstum von Krebszellen fördern. In Tierversuchen wurde die krebsvorbeugende Wirkung von Äpfeln eindeutig nachgewiesen. Sogar Apfelsaft, wenn er schonend hergestellt wurde, hat diesen Effekt. Der naturtrübe Saft schnitt außerdem deutlich besser ab.

Nur in einem Punkt entpuppt sich die Volksweisheit als Legende: Wer Äpfel isst, braucht keine Zahnbürste, heißt es ja. Das ist aber grundfalsch! Unser handelsüblicher Apfel ist mittlerweise so zuckerhaltig, dass Apfelessen ohne Zahnbürste auf direktem Weg auf den Zahnarztstuhl führt. Gesund sind Äpfel also immer dann, wenn man sich an die einfache Formel hält: Täglich essen, täglich putzen! Allerdings sollten Sie damit ein wenig warten, da die Fruchtsäuren des Apfels den Zahnschmelz angreifen. Nach einer halben Stunde hat sich das Milieu im Mundraum aber wieder neutralisiert und der Zahnschmelz ist wieder gehärtet.