SAMSTAGS I 18:00

Whippet mit Magenkrämpfen

Foto: VOX/VP

Darmprobleme

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht einen 10 Jahre alten Whippet, der unter akuten Magenproblemen mit Darmgeräuschen und Krämpfen leidet. Im Vorfeld wurde bei einer Röntgenuntersuchung festgestellt, dass sich viel Gas im Magen-Darm-Trakt angesammelt hatte und nicht entweichen konnte. Zusätzlich ist ein lautes Rumoren im Bauch hinzugekommen und ab und an leidet der Rüde unter krampfähnlichen Schüben. Das Futter wurde bereits umgestellt und eine Darmreinigung vorgenommen. Doch diese Maßnahmen zeigen nun keinen Erfolg mehr: der englische Windhund kann kaum noch laufen und reagiert sehr empfindlich auf Berührungen.

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Dr. Wolf untersucht zunächst Augen, Lefzen und Ohren und stellt fest, dass die Schleimhäute blass sind und die Ohren des Hundes regelrecht glühen. Letzteres ist in den meisten Fällen ein Zeichen für Fieber, das sich dann auch durch eine Messung bestätigt: Der Whippet hat eine Temperatur von 39,6 °C. Hinzu kommt, dass beim Abhören des Herzens ein zweiter Ton zu hören ist, so als würde der Herzrhythmus immer wieder "stolpern". Diese Unregelmäßigkeit könnte ein Symptom für das Fieber sein. Im schlimmsten Fall könnte es sich jedoch auch um eine Infektion handeln, die das Herz angegriffen hat.

Verdacht auf Darmatonie

Foto: VOX/VP

Die starke Gasbildung (Flatulenz), die den Whippet quält, könnte zum einen durch eine chronische Darminfektion hervorgerufen werden, die durch bestimmte Arten von Kolibakterien verursacht wird. Zum anderen könnte es sich auch um eine Pilzinfektion handeln.

Dr. Wolf geht jedoch davon aus, dass der Hund unter Darmträgheit leidet, die zu einer Verstopfung oder erschwerten Kotentleerung führen kann. Bei einer solchen Darmlähmung (Darmparalyse) und der damit zusammenhängenden Darmatonie (Erschlaffung des Darmes) kann das Futter den Darm nicht mehr richtig passieren, es fängt an zu gären und entwickelt Gase. In einem solchen Fall besteht dringender Handlungsbedarf, denn die entstehenden Bakterien produzieren wiederum Giftstoffe, die ohne entsprechende ärztliche Behandlung zu schweren Organschädigungen führen können.

Dr. Wolf verabreicht das Breitbandantibiotikum Amoxicillin, um dem Hund die akuten Schmerzen zu nehmen, und ein weiteres Medikament zur Senkung des Fiebers. Zusätzlich sollte das Hundefutter mit speziellen Pankreasenzymen in Pulverform angereichert werden, da der Körper des Hundes diese vermutlich nicht selbst produzieren kann. Die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) ist eine Verdauungs- und Hormondrüse, die u.a. Enzyme für den Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweißabbau produziert - fehlen Enzyme, kann das Futter nur schlecht oder gar nicht zersetzt und verdaut werden.

Buchtipp: Dr. Wolf Tiersprechstunde für Hunde
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten
Im VOX-Hundelexikon

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