SAMSTAGS I 18:00

Wurfkontrolle

Hundewelpe
Foto: VOX/VP

Mutterglück einer Hundemama

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf macht einen Hausbesuch bei der frisch gebackenen Hundemama "Amelie". Die letzte Untersuchung erfolgte am 61. Schwangerschaftstag, doch alle Anzeichen deuteten darauf hin, dass der Wurf noch mindestens einen weiteren Tag auf sich warten lassen würde. In der Regel ist eine Tragezeit bis zum 63. Tag unbedenklich. Lassen die Wehen allerdings noch länger auf sich warten, kann es zu schwerwiegenden Komplikationen für Mutter und Welpen kommen. Die Ursache hierfür könnte eine Wehenschwäche sein, oder aber ein im Geburtskanal festsitzender Welpe.

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Leider hat "Amelie" bis zum 65. Tag übertragen und die Welpen mussten per Kaiserschnitt geholt werden. Jetzt will der Tierarzt schauen, ob Muttertier und Babys wohlauf sind und ob die Kaiserschnittnarbe gut verheilt. Nacheinander werden die Welpen begutachtet. Hierbei ist besonders auf den Heilungsprozess des Bauchnabels und auf eventuelle Verklebungen, Verschlüsse oder Deformationen der Körperöffnungen zu achten - "Amelies" Welpen entwickeln sich prächtig und sind alle wohlauf.

Antibiotikum gegen aufkeimende Infektion

Wurfkontrolle bei einer Hundemama - hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf auf Hausbesuch
Foto: VOX/VP

Beim Abtasten der Labradorhündin stellt Dr. Wolf fest, dass sich sowohl Bauch und Gesäuge als auch die Ohren sehr heiß anfühlen. Obwohl das Gesäuge weich ist, könnte es sich um eine Entzündung handeln. Zur Sicherheit verabreicht der Tierarzt ein Langzeitantibiotikum, das 48 Stunden wirkt und eine Entzündung der Gebärmutter oder des Gesäuges verhindern soll. Anders als z.B. bei einer vorangeschrittenen Entzündung der Milchdrüsen (Mastitis), ist das weitere Säugen für die Neugeborenen unbedenklich.

Eine Mastitis ist für die Hündin in der Regel sehr schmerzhaft und kann durch eine Vielzahl von Erregern ausgelöst werden, vornehmlich Strepto- oder Staphylokokken. Gesäuge und Zitzen sind dann stark angeschwollen und sehr heiß, zudem kann sich Eiter bilden oder sogar Gewebe absterben. In der Milch sind häufig Flocken (Fibrin), Eiter- und/ oder Blutbeimengungen zu erkennen. Im schlimmsten Fall muss das Gesäuge dann aufgeschnitten und das entzündete Gewebe entfernt werden. Die Welpen dürfen dann unter keinen Umständen an das Gesäuge gelangen und müssen mit der Flasche gefüttert werden, weil die Erreger für sie tödlich sein können.

Dr. Wolf vergewissert sich auch, ob "Amelie" den typischen braun-roten Wochenfluss (Lochialsekret) absondert. Mit diesem Sekret spült der Körper noch bis zu 10 Tage nach der Geburt alle in der Gebärmutter verbliebenen Rückstände wie Schleim und Zellbestandteile heraus. Bleibt dieser Ausfluss aus oder verändert nach einiger Zeit seine Farbe, muss eine Hündin sofort untersucht werden.

Buchtipp: Dr. Wolf Tiersprechstunde für Hunde
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten
Im VOX-Hundelexikon

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