SAMSTAGS I 18:00

Zehenamputation

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht die Zehen eines Riesenschnautzers. Foto: VOX/VP

Verdacht auf tumoröse Entartungen

Riesenschnauzerhündin Carla lahmt sehr stark an der Vorderpfote, da sie sich eine geschwürartige, offene Wunde am Fuß zugezogen hat. hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf erkennt bereits bei der ersten Untersuchung des stark veränderten Zehs den Ernst der Lage und ordnet eine Operation an.

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Zuvor muss der Fuß der Hündin jedoch erst einmal geröngt werden. Dafür wird ihr ein Betäubungsmittel verabreicht, dessen Dosis nach dem Röntgen eventuell für eine anschließende Operation erhöht und die Sedierung somit verlängert werden kann. Auf den Röntgenbildern sucht Dr. Wolf zunächst nach knöchernen Veränderungen am betroffenen Fuß, da Schnauzer zu Knochenkrebs in den Zehen neigen. Obwohl die Wunde an Carlas Zehe wie harte, tumoröse Entartungen aussieht, lässt sich auf den Röntgenaufnahmen nichts Genaueres erkennen.

Dr. Wolf möchte keinerlei Risiko eingehen und beschließt, dass der Zeh bis zum Gelenk amputiert werden muss - eine Entscheidung, die immer erst getroffen werden sollte, wenn nichts anderes mehr hilft. Diese Wunde würde nicht abheilen und die Hündin hätte unter permanenten Schmerzen zu leiden.

Amputation - ein extremer Eingriff

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf führt eine Zehenamputation bei einem Riesenschnautzer durch. Foto: VOX/VP

Für die Operation wird das Bein vorsorglich abgebunden, um zu viel Blutverlust zu vermeiden. Dennoch ist diese Zehenamputation kein Anblick für schwache Nerven: Der Tierarzt löst vorsichtig die Haut um den Zeh und greift schließlich zur Knochenschere. Nun muss alles sehr schnell gehen, da die Wunde heftig blutet.

Doch wenn Gliedmaßen entfernt werden, besteht immer das Risiko, dass die Wunde nicht gut abheilt. Hinzu kommt, dass die Pfoten der einzige Bereich des Körpers sind, an dem Hunde schwitzen. Dieser Umstand erschwert das Anlegen bzw. die dauerhafte Fixierung eines Verbandes und führt oft dazu, dass sich in der Wundregion Bakterien ansiedeln.

Der Tierarzt versorgt den Fuß seiner Patientin mit einem Polster und einem Druckverband. Dabei achtet er peinlich genau darauf, dass zwischen jeder Zehe genug Watte sitzt. Das Tier könnte sich sonst schmerzhaft zwischen den Zehen wundscheuern. Der abschließende Druckverband soll u.a. einer Durchblutung vorbeugen und muss nach zwei Tagen gewechselt werden.

Eine Amputation darf nur durchgeführt werden, wenn keine andere Möglichkeit mehr bleibt, dem Tier zu helfen. Doch mit der richtigen Pflege und Nachsorge wird Carla nach der risikoreichen Operation bald wieder schmerzfrei durchs Leben gehen können.

Buchtipp: Dr. Wolf Tiersprechstunde für Hunde
Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten

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