RAY

Biographie/Musikfilm, USA 2004
Regie: Taylor Hackford
Drehbuch: Taylor Hackford, James L. White


Ray Charles  Jamie Foxx
Della Bea Robinson  Kerry Washington
Margie Hendricks  Regina King
Jeff Brown  Clifton Powell
Joe Adams  Harry Lennix
Fathead Newman  Bokeem Woodbine
Mary Ann Fisher  Aunjanue Ellis
Aretha Robinson  Sharon Warren
George Robinson  Terrone Bell
Quincy Jones  Larenz Tate
Ahmet Ertegun  Curtis Armstrong
Jerry Wexler  Richard Schiff
Gossie McKee  Terrence Dashon Howard
Milt Shaw  David Krumholtz

Der kleine Ray wächst in ärmlichsten Verhältnissen in den USA der 1930er Jahre heran. Schon früh erleidet er herbe Schicksalsschläge: Sein Bruder George ertrinkt, Ray selbst erblindet und seine Mutter stirbt, bevor er 15 Jahre alt wird. Getrieben von unglaublicher Willensstärke und einer tiefen Liebe zur Musik geht Ray dennoch seinen Weg. Er wird zu einem der bedeutendsten Musiker aller Zeiten - und zum Erfinder der Soulmusik...

Im Süden der USA in den 1930er Jahren: Inmitten von Armut und Rassendiskriminierung wächst der kleine Ray Charles Robinson auf. Seine Mutter Aretha, eine zwar arme, jedoch willensstarke und stolze Frau, arbeitet hart als Wäscherin, um Ray und seinen Bruder George zu ernähren. Schon früh erkennt Aretha Rays außergewöhnliches musikalisches Talent und versucht, ihren Sohn nach Kräften zu fördern.

Das Schicksal beutelt die kleine Familie sehr: Als Ray fünf Jahre alt ist, muss er mit ansehen, wie sein Bruder George ertrinkt. Zwei Jahre später erblindet Ray aufgrund einer schweren Augenerkrankung. Aretha, die nicht zulassen will, dass ihr Sohn ein Leben als Krüppel führt, schickt Ray auf ein Internat für blinde Kinder. Dort lernt Ray, Noten in Blindenschrift zu lesen und diverse Musikinstrumente zu spielen. Als Ray knapp 15 Jahre alt ist, stirbt seine Mutter. Doch Ray gibt sich nicht auf. Mit 17 Jahren fährt er mit einem Greyhound-Bus nach Seattle und schlägt sich von nun an als Musiker und Songwriter durchs Leben.

Ray ist ehrgeizig und von einer tiefen Leidenschaft für die Musik erfasst - und er kreiert einen Sound, den es bis dahin noch nicht gab. Aus der Verknüpfung von Gospel, Jazz, Blues und Country-Musik schafft er einen völlig neuen Sound - den Soul. Mit seiner ungewöhnlichen Vermischung von Musikströmungen bricht er nicht nur mit einem Tabu, sondern er verschmelzt in seinen Liedern auf einzigartige Weise spirituelle wie sexuelle Elemente, Wildheit und Zärtlichkeit, Sehnsucht und Leichtigkeit. Mit 20 Jahren ist Ray ein Star. Mit seiner Band tourt er durch die USA und polarisiert das Land durch seine Musik: Die einen vergöttern ihn als Genie am Musikhimmel - die anderen sehen in ihm einen schamlosen Provokateur und Regelbrecher.

Rays Privatleben verläuft nicht minder spektakulär. Er setzt sich vehement gegen die Rassendiskriminierung ein und weigert sich, in Clubs aufzutreten, die noch immer die Rassentrennung praktizieren. Dies bringt ihm unter dem weißen Establishment jede Menge Ärger ein. Er verliebt sich in die Sängerin Della, heiratet sie und hat Kinder mit ihr. Für den leidenschaftlichen Ray sind Sex und Frauengeschichten ein Lebenselixier - obwohl er Della liebt, kann er ihr nicht treu sein. Ray hat eine Reihe von Affären. Mit einer seiner Background-Sängerinnen, Margie Hendricks, beginnt er eine leidenschaftliche Liebesbeziehung. Della ist tief verletzt, steht jedoch weiterhin zu Ray und versucht, ein Ruhepol in seinem Leben zu sein. Trotz seiner Frauengeschichten fühlt sich Ray häufig von großer Einsamkeit geplagt und verfällt der Heroinsucht. Langsam wird es selbst für die hingebungsvolle Della kaum mehr erträglich, mit ihm zusammenzubleiben...

HINTERGRUND

Mit "Ray" wurde eine beeindruckende Verfilmung des von Erfolg und ebenso von Tiefschlägen geprägten Lebens des Ausnahme-Musikers Ray Charles geschaffen. "Ray", der bei der Oscar-Verleihung 2005 zwei Oscars gewann (Bester Hauptdarsteller und Bestes Sound-Mixing) und für vier weitere Oscars nominiert wurde, zeigt die Kindheit von Ray Charles Robinson, den Beginn seiner musikalischen Karriere im Jahr 1947, seine Ehe und seine Affären und endet kurz nach seiner Heroin-Entziehungskur Ende der 1970er Jahre.

Bei der Entstehung des Films arbeiteten Ray Charles selbst und Regisseur Taylor Hackford (Oscar für die Beste Regie in "Teenage Father" (1978), Regie u.a. auch in "Ein Offizier und Gentleman", "Gegen jede Chance", "When We Were Kings - Einst waren wir Könige", "Im Auftrag des Teufels") sehr eng zusammen. Große Teile des Films sind nach den Vorgaben des Musikers entstanden und das fertige Drehbuch wurde in Blindenschrift übersetzt, damit Ray Charles es nachbessern konnte. Die Fertigstellung und Premiere des Films konnte Ray Charles nicht mehr erleben, er starb kurz vor Ende der Dreharbeiten im Juni 2004.

Taylor Hackford, der für die Regie-Arbeit in "Ray" für den Oscar nominiert wurde, sagte zu seinem Film: "Mit dem Film 'Ray' wollten wir auch die Entwicklung eines Künstlers in einer außergewöhnlich turbulenten Zeit zeigen. Ich hoffe, dass der Zuschauer durch diesen Film erkennt, dass Ray Charles viel mehr als nur ein fantastischer Musiker war. Er hat in Amerika damals eine kulturelle Revolution eingeläutet, die auch heute noch längst nicht zu Ende ist."

In der Rolle des Ausnahme-Musikers brilliert Jamie Foxx, der nicht nur Schauspieler, sondern auch ein sehr guter Pianist ist. Foxx war zu Beginn der Dreharbeiten zu "Ray" bereits ein bekannter US-TV-Star und hatte in Filmen wie Oliver Stones "An jedem verdammten Sonntag" und Michael Manns Filmen "Ali" und "Collateral" an der Seite von Tom Cruise gespielt. 2006 war Jamie Foxx mit "Dreamgirls" und "Miami Vice" in den Kinos und im Oktober 2007 hatte sein neuester Film "Operation Kingdom" Kino-Premiere in Deutschland.

Auf die Dreharbeiten zu "Ray" bereitete sich Foxx gründlich vor. Er lief wochenlang mit verbundenen Augen durch die Gegend, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es ist, blind zu sein. Ray Charles war von der schauspielerischen Leistung von Jamie Foxx sehr beeindruckt. In einem Interview, dass er kurz vor seinem Tod gab, sagte er, dass Foxx tatsächlich Ray Charles geworden sei und sogar so laufe wie er selbst. Jamie Foxx wurde für seine schauspielerische Leistung in "Ray" mit dem Oscar belohnt.

Zentrales Element in "Ray" ist die Musik von Ray Charles. Etwa 40 seiner Songs sind in die Handlungsstränge des Films eingewoben und erzählen die Lebensgeschichte des Musikers in einzelnen Liedern. Der Film wurde in der Kategorie "Sound Mixing" mit einem weiteren Oscar ausgezeichnet.

"In der Titelrolle sehen wir den großartigen Charakterdarsteller Jamie Foxx in einer unvergesslichen Performance." (Dirk Jaspers FilmLexikon)

"Ray ist in dem halben Jahr seit seiner Premiere zu einem Kultfilm geworden, weil ihm die Liebe zu seinem Gegenstand über mehr als zwei Stunden hinweg anzumerken ist." (Die Zeit)




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