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Von Vignetten und Pickerln
Wenn er wenigstens nicht so fies grinsen würde. Doch nein, dieses besonders hämische Exemplar eines österreichischen Polizisten macht erst gar keinen Hehl aus seiner Freude darüber, dass ihm wieder so ein empörtes Exemplar eines deutschen Autofahrers in die Falle getappt ist.
Ungeduldig, uneinsichtig, unnachgiebig, Audi A5 Quattro, Coupé, das entspricht jetzt aber so richtig dem Beuteschema des einfachen Ösi-Beamten. Grins: „120 Euro, der Herr.“ Ich hätte ihn würgen können, warum habe ich es eigentlich nicht getan? „Im Affekt,“ hätte es dann im Plädoyer meines Anwaltes geheißen, möglicherweise strafmildernd, aber keinesfalls wahr: die Auseinandersetzung mit einem dieser österreichischen Verkehrspolizisten steht schon lange auf meiner To-Do-Liste, handgreiflich oder nicht, aber bitte, der Ort sollte nicht zu öffentlich sein: Vorhang zu, es lässt sich dahinter akustisch ein Handgemenge vermuten, optisch bleibt die Szene im Verborgenen, Flüche sind zu hören und schließlich ein Schrei, dann ist nur noch Stille – Vorhang auf, es erscheint der, der immer der Sieger ist, soll er doch, ich ertrage auch diese Schmach, aber das Grinsen, es ist wirklich fies. Die Ösis hatten an dieser Stelle wie so oft im ganzen Land schlichtweg den freundlichen Hinweis „letzte Abfahrt vor der Autobahn“ vergessen, ich landete also zwangsläufig wenn auch ungewollt und ohne Pickerl auf der Bezahlstraße. Ein Schelm der Böses dabei denkt, aber die 300 Millionen Euro, die sich der Österreichische Staat derart und mit allen Tricks alljährlich und zusätzlich einverleibt, können weißgott nicht als ehrlich verdientes Geld bezeichnet werden.
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Fragwürdige Gastfreundschaft
Es gibt nicht viele Gelegenheit, dem deutschen Gast so etwas wie eigene Überlegenheit entgegen zu bringen, aber diese begrenzten Gelegenheiten werden immer dreister genutzt. Alles andere als gastfreundlich. Da ist ein Bergvolk wie das andere, was den Österreichern recht, ist den Schweizern billig, in jüngster Zeit sogar immer billiger, sie wissen nur zu genau, wo der Deutsche am empfindlichsten zu treffen ist: an seinem Auto. So grinsen sie also gewissermaßen grenzübergreifend und synchron, denn tatsächlich, sie haben da etwas, was der Deutsche nicht hat, ihn aber maßlos ärgert: die Vignette hier, das Pickerl da. Sie gibt damit dem David die Möglichkeit, dem Goliath mal endlich eins aufs Auge zu geben. Und zwar empfindlich. Wer partout die Schweiz über die Autobahn bereisen will, der muss sich derzeit von 40 Franken (30 Euro) per anno trennen, das kostet die Vignette heute. Schnell, schnell, Sie sollten dieses großzügige Angebot noch mal eben nutzen, ob Sie es glauben oder nicht, es handelt sich hierbei nämlich relativ um ein Schnäppchen. Es ist nur noch bis zum 1. Januar 2014 gültig, vielleicht auch noch ein Jahr länger, die Umstellung wird schließlich in Bern beschlossen. Und dort ist bekanntlich die Geschwindigkeit nicht eben erfunden worden.Seite 1/2
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