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Lähmung beim Hund

08.07.11 16:13
hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht einen Chihuahua mit gelähmten HInterbeinen
Foto: VOX/VP

Querschnittslähmung?


Lähmungen der Hinterbeine können bei Hunden verschiedene Ursachen haben. Häufig sind sie die Folge von Verletzungen, z.B. nach Stürzen oder Stößen. Wird das Rückenmark gequetscht, kann das im schlimmsten Falle zu einer Querschnittslähmung führen.

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht den zweijährigen Chihuahua-Rüden "Sugar", der ein paar Stunden zuvor von einer zuschlagenden Tür eingeklemmt wurde. Der Rüde hat keine Kontrolle mehr über seine Beine und kann weder eigenständig sitzen, noch stehen oder laufen. Er streckt seine Hinterbeine spasmusartig, d.h. verkrampft bzw. steif, von sich.

Wird ein Tier in einer Tür eingeklemmt, ist die Gefahr einer Rückenmarksverletzung sehr groß. Dr. Wolf testet die Reflexe der Beine, der Zehen und den Lumbalreflex, um herauszufinden, ob und wie viel der kleine Hund noch spürt. Leider zeigt das Tier keine Reaktionen, so dass der Tierarzt zunächst vom Schlimmsten ausgeht. Eine endgültige Diagnose kann aber erst anhand von Röntgenaufnahmen gestellt werden.

hundkatzemaus-Tierarzt Dr. Wolf untersucht einen Chihuahua mit gelähmten HInterbeinen
Foto: VOX/VP

Hoffnungsschimmer

Gegen eine Querschnittslähmung würde sprechen, dass das Tier spontan Urin und Kot absetzen kann. Zudem lassen die Röntgenbilder keine Verletzungen des Rückgrats erkennen, allerdings ist der Kopf des linken Oberschenkelknochens (Femur) zertrümmert. Diese Verletzung muss schon länger bestehen, denn sonst wären weitere Auffälligkeiten im Beckenbereich zu erkennen. Eine solche Verletzung lässt sich relativ gut beheben, indem man den Hüftkopf entfernt (Femurkopfresektion) und durch ein künstliches Gelenk ersetzt.

Anhand der Röntgenbilder schließt Dr. Wolf auf eine Quetschung mit eventueller Verletzung der Nerven des Rückgrats. Es kommt auch vor, dass ein leichter Bluterguss im oder am Rückenmark derartige Lähmungserscheinungen auslöst.

Der Chihuahua wird zunächst mit Schmerzmitteln behandelt. Sollte die Lähmung innerhalb der nächsten Tage nicht zurückgehen, sind die Quetschungen zu stark und das Tier sollte erlöst werden. Dr. Wolf macht "Sugars" Besitzerin jedoch Mut, nicht zu früh aufzugeben.
Adressen zum Thema
Buchtipp:
Dr. Wolf
Tiersprechstunde für Hunde

Kosmos, 2003
ISBN 978-3-440-09587-4, EUR 12,95
124 Seiten
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