Nach dem blutigen Selbstmordanschlag mit 35 Toten auf dem Flughafen Domodedowo will der russische Präsident Dmitri Medwedew den Anti-Terror-Kampf verschärfen. Sein Regierungschef Wladimir Putin spricht sogar von "unvermeidlicher Vergeltung". "Für dieses grausame und sinnlose Verbrechen werden die Terroristen büßen", sagte er.
Mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi und andere Großereignisse brauche Russland einen "maximalen Schutz vor Anschlägen", sagte Medwedew vor Vertretern des Inlandsgeheimdienstes FSB. Dazu müssten allerdings die Sicherheitsdienste auf Vordermann getrimmt werden. Der Kremlchef rügte laxe Sicherheitsvorkehrungen auf dem Airport.
Bei dem Terroranschlag kam auch ein Deutscher ums Leben. Der 34-Jährige aus Köln war für das Remscheider Heiztechnikunternehmen Vaillant nach Moskau gereist. "Wir wurden vom BKA darüber informiert", erklärte die Firma.
Unter den rund 180 Verletzten auch eine deutsche Frau, die 36-jährige Diana Stotz aus Koblenz. Der Zustand der Frau sei stabil, so RTL-Reporter Rainer Munz, der mit der Frau im Krankenhaus telefoniert hat. Trümmer haben sie am Bein verletzt, sie sei genäht worden.
Medwedew fordert "totale Kontrolle"
Ermittler wollen den Attentäter, der in einer Ankunftshalle des Airports eine Bombe gezündet hatte, über eine DNA-Analyse identifizieren. Fahnder hatten erklärt, es handele sich um einen Mann mit kaukasischem oder arabischem Aussehen im Alter zwischen 30 und 35 Jahren.Die Behörden vermuten, dass radikale Islamisten aus dem russischen Konfliktgebiet Nordkaukasus hinter dem Anschlag stecken. Medienberichten zufolge hatte der FSB bereits seit einigen Tagen Hinweise auf einen bevorstehenden Terrorakt in Moskau.
Medwedew sprach nach Angaben der Agentur Interfax von klaren Signalen, dass der FSB seine Arbeit besser machen müsse als bisher. "Wir brauchen ein schärferes Kontrollsystem. Also eine totale Kontrolle." Zugleich forderte er eine harte Bestrafung der Verantwortlichen in der Regierung und in den Behörden.
In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama am Abend wurde der weitere gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. Papst Benedikt XVI. reagierte in einem Beileidstelegramm an Medwedew mit "tiefem Schmerz" auf den Selbstmordanschlag.
Am Montag hatte sich inmitten hunderter wartender Menschen ein Selbstmordattentäter auf dem Flughafen Domodedowo in die Luft gesprengt. Vermutet wird, dass der Mann aus dem Konfliktgebiet im russischen Nordkaukasus kam. "Ich bringe Euch alle um", rief der mutmaßliche Islamist nach Augenzeugenberichten - bevor er seine mit Metallstücken gespickte Bombe zündete.
Die Detonation in der Ankunftshalle auf dem internationalen Teil des Airports traf Europas größte Stadt zur Hauptverkehrszeit. Unter den Opfern waren auch EU-Bürger, darunter zwei Briten. Die Identifizierung der Leichen sei schwierig, weil viele Menschen von der Druckwelle der Bombe und durch umher fliegende Metallteile des Sprengsatzes zerrissen worden seien, sagten Ärzte in Moskau. Zahlreiche Verletzte schweben weiter in Lebensgefahr.
Die russischen Behörden stoppten zunächst alle internationalen Flüge in Domodedowo, schon nach kurzer Zeit wurde der Flugbetrieb aber wieder aufgenommen.

Ist das der Selbstmord-Attentäter von Moskau?
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