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Adolf B. soll seine Tochter 34 Jahre lang missbraucht haben. Jetzt steht er in Nürnberg vor Gericht.
Wieso hat niemand eingegriffen?
Dieser Fall hat in ganz Deutschland für Aufsehen gesorgt: Adolf B. soll 34 Jahre lang seine eigene Tochter missbraucht und mit ihr drei Kinder gezeugt haben. Ab heute muss sich der mittlerweile 69-Jährige aus Wilmersbach (Mittelfranken) dafür vor Gericht verantworten. Er behauptet, der Sex habe einvernehmlich stattgefunden. Den Richtern stellt sich aber noch eine ganz andere Frage: Wieso hat in den 34 Jahren niemand die Polizei informiert - denn Gerüchte im Dorf gab es reichlich.
Zum Prozessauftakt wurde der Angeklagte mit einem Rollstuhl in den Saal des Nürnberger Landgerichts geschoben und schirmte sein Gesicht mit der Hand ab. Nach Angaben seines Anwalts hat er sich am Fuß verletzt. Zudem könne er noch immer nicht verstehen, wieso seine Tochter von Vergewaltigung spreche.
Drei Kinder soll ihr Vater mit Renate B. gezeugt haben. Alle drei kamen behindert zur Welt, zwei von ihnen starben früh. Und nur so erfuhr die Polizei Anfang diesen Jahres auf Umwegen von den Taten. Die heute 47-Jährige machte die Ärzte für den Tod eines ihrer Kinder verantwortlich und versuchte Geld zu erpressen, wurde deswegen verurteilt. Sie vertraute sich daraufhin ihrer Bewährungshelferin an.
Mann spricht von einvernehmlichem Sex
Besonders tragisch: In dem beschaulichen Wilmersbach haben offenbar viele vom Inzest der Familie B. gewusst, aber niemand reagierte. In einer Kirmeszeitung wurden sogar Witze darüber gemacht. Dort heißt es: "Die Kinder aus dem gelben Haus, die schaua wie ihr Opa aus."Der Rentner muss sich nun wegen hundertfachen Missbrauchs seiner Tochter vor der 2. Strafkammer verantworten. Der Anklagebehörde zufolge räumt der Rentner den Sex mit seiner Tochter zwar ein, spricht aber von stets einvernehmlichem Geschlechtsverkehr.
Zur Aufklärung der schweren Vorwürfe will das Gericht während der sechs Verhandlungstage 24 Zeugen und drei Sachverständige hören. Die Tochter wird als Nebenklägerin auftreten. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft hat der Angeklagte seine Tochter 497 Mal missbraucht. Adolf B. drohen 15 Jahre Haft. Das Urteil soll kurz vor Weihnachten fallen.
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