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'Händler des Todes' Bout in allen Punkten schuldig

Der russisches Waffenhändler Viktor Bout muss möglicherweise eine lebenslange Haftstrafe verbüßen.
Waffenschmuggler Viktor Bout in einem Gerichtssaal in Bangkok (Archivbild vom 20.08.2010).

Kalaschnikows statt Blumen


Ein New Yorker Gericht befand den als 'Händler des Todes' bekannt gewordenen Waffenschieber Viktor Bout in allen vier Anklagepunkten für schuldig. Für jeden der ersten drei Punkte - Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern, zur Tötung von US-Regierungsmitarbeitern und zum Abschuss von Flugzeugen - sind 25 Jahre die Mindeststrafe. Möglicherweise muss er aber auch lebenslang hinter Gitter. Das Strafmaß soll am 8. Februar verkündet werden.

Bout wurde vom Ex-Soldaten zum Transportunternehmer und vom Transportunternehmer zum Waffenhändler: Die Frage, ob man mit seiner Transportfirma Blumen aus Afrika nach Russland importieren oder von dort aus Waffen nach Afrika exportieren soll, ist rein profittechnisch leicht beantwortet. Russische Waffen fanden in den vielen afrikanischen Krisenregionen dankbare Abnehmer und versprachen guten Gewinn. Skrupellosigkeit und Gerissenheit des Händlers vorausgesetzt.

Der Ex-Offizier der sowjetischen Armee, der in Afrika stationiert war, verdiente Millionen. Zudem war Bout Vorlage für einen Hollywoodfilm und in der Branche legendär - oder besser berüchtigt.

Die Krisenherde rund um den Globus wurden Bouts Handelsparkett. Nicht interessiert an den Zielen seiner Handelspartner, lieferte er Kalaschnikows, Panzerfäuste und schwere Waffen an jeden, der sie brauchte und bezahlen konnte: Armeen, Rebellen oder Terroristen. Zwei Jahrzehnte war er nicht zu fassen.

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Kritik an Prozess

Die Anklage hatte die Beweise gegen Bout als "überwältigend" bezeichnet. Er habe in alle Krisengebiete geliefert und einzig auf den Profit orientiert den Tod Tausender Menschen in Kauf genommen. Bouts Verteidiger hatten hingegen gesagt, sein Mandant habe nie illegal mit Waffen gehandelt. Bei dem Geschäft mit den falschen Kolumbianern sei es um Flugzeuge gegangen, den Waffendeal hätten die Agenten untergeschoben.

Ein New Yorker Gericht befand den als 'Händler des Todes' bekannt gewordenen Waffenschieber nun in allen vier Anklagepunkten für schuldig. Für jeden der ersten drei Punkte - Verschwörung zur Tötung von US-Bürgern, zur Tötung von US-Regierungsmitarbeitern und zum Abschuss von Flugzeugen - sind 25 Jahre die Mindeststrafe. Möglicherweise muss er aber auch lebenslang hinter Gitter. Das Strafmaß soll am 8. Februar verkündet werden.

Festnahme, Auslieferung und Prozess immer wieder scharf von Russland kritisiert. Amerikanische Zeitungen hatten deshalb spekuliert, der Kreml befürchte, dass angebliche Verbindungen zwischen russischen Regierungsstellen und dem illegalen Waffenhandel ans Licht kommen könnten.

In Moskau kritisierten die Angehörigen des Waffenhändlers die Entscheidung als "reine Willkür". Der Prozessverlauf habe gezeigt, dass es "wenig Hoffnung gebe auf ein faires Urteil", sagte Bouts Bruder Sergej. Die russische Führung hatte mehrfach betont, nicht über einen möglichen Austausch von Bout etwa für inhaftierte Agenten nachzudenken.

Bouts Fall war die Vorlage für den Hollywoodfilm 'Händler des Todes' mit Nicolas Cage. Kuriosität am Rande: Auch an dem Film verdiente der Waffenhändler, das darin verwendete Antonow-Transportflugzeug hatte sich die Filmcrew gechartert - vom echten Bout.
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