![]() |
Zerstörung mitten in Damaskus nach einem Bombenanschlag - die Kämpfe in der syrischen Hauptstadt gehen weiter.
Schwerste Gefechte seit Beginn des Aufstands
Syrische Rebellen haben sich die schwersten Feuergefechte mit Regierungstruppen in Damaskus seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad geliefert. Nur zwei Tage nach einem Doppelanschlag im Herzen der Hauptstadt mit 27 Toten, brachen im schwer bewachten Botschaftsviertel Al-Messeh, in dem auch der Geheimdienst Büros unterhält, stundenlange Kämpfe aus. Der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge starben dabei ein Mitglied der Sicherheitskräfte sowie drei Aufständische.
Der Angriff unweit von Assads Machtzentrale dürfte ein Versuch der Rebellen sein, sich demonstrativ gegen die Einheiten des Machthabers aufzubäumen. Aus ihren Hochburgen Homs und Idlib waren die Regierungsgegner zuletzt verdrängt worden. Am Montag gerieten sie Augenzeugen zufolge auch in Deir al-Sor massiv unter Druck.
Assad-treue Truppen hätten die Stadt im Osten des arabischen Landes gestürmt, um Teile einzunehmen, die von der Freien Syrischen Armee gehalten würden. Dabei handelt es sich um eine leicht bewaffnete Widerstandsgruppe, deren Führungskommando zum Teil in der Türkei Zuflucht gefunden hat.
Auslöser der Kämpfe in Damaskus war nach Angaben der oppositionellen Beobachterstelle für Menschenrechte ein Angriff mit einer Panzerabwehrrakete auf das Haus eines Generals kurz nach Mitternacht. Anschließend hätten sich Anwohnern zufolge mehrere Bewaffnete in einem Haus verschanzt. Im ganzen Viertel seien Schüsse zu hören gewesen. Video-Aufnahmen zeigten einen Wohnblock, dessen zwei obere Etagen lichterloh in Flammen standen.
Noch nie seien die Rebellen während des seit einem Jahr anhaltenden Aufstands so nah an das Hauptquartier der Sicherheitskräfte herangerückt, sagte der Leiter der Syrischen Beobachterstelle, die ihren Sitz in Großbritannien hat. Die Angaben lassen sich kaum unabhängig überprüfen, da die Behörden ausländischen Berichterstattern den Zugang weitgehend untersagen.
Russische Waffen für das Assad-Regime
Die Bevölkerung leidet zunehmend unter dem Konflikt - und ihre Lage werde sich sehr wahrscheinlich weiter verschlechtern, warnte der Chef des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK), Jakob Kellenberger, bei einem Besuch in Moskau. Dort errang er nach eigenen Angaben die Zusage des russischen Außenministers Sergei Lawrow, sich bei der syrischen Führung für eine zweistündige tägliche Feuerpause einzusetzen. Darum bemüht sich die Hilfsorganisation seit Wochen, damit sie die in Kampfgebieten eingeschlossenen Menschen medizinisch und mit Lebensmitteln versorgen kann.Russland ist einer der letzten Verbündeten Syriens. Vor einigen Wochen verhinderte die Regierung in Moskau mit einem Veto eine Resolution des UN-Sicherheitsrats gegen die syrische Führung. Russland ist auch der bedeutendste Waffenlieferant des Assad-Regimes.
Mehr als Dreiviertel aller Waffen, die Syrien zwischen 2007 und 2011 erhielt, stammten aus Russland, teilte das schwedische Sipri-Institut mit. Russland habe seine Lieferungen auch dann noch fortgesetzt, als die USA, die Europäische Union und andere Länder wegen des gewaltsamen Vorgehens der syrischen Führung Waffenembargos gegen das Land verhängten. Syrien hat seine Waffenimporte in den vergangenen Jahren um fast 600 Prozent gesteigert.
In der russischen Militärbasis Tartus in Syrien ist derweil ein Schiff der Schwarzmeerflotte mit einer Anti-Terror-Einheit eingelaufen. Die Marineinfanteristen an Bord der 'Iman' sollen eine mögliche Flucht russischer Bürger aus dem Konfliktgebiet absichern. Das teilte die Führung der russischen Schwarzmeerflotte nach Angaben der Agentur Interfax mit.
Die Kämpfe am Montag fielen zusammen mit der Ankunft eines fünfköpfigen Experten-Teams des Syrien-Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen und der Arabischen Liga, Kofi Annan. Seine Mitarbeiter wollen mit der syrischen Führung Vorschläge zur Entsendung unabhängiger Beobachter ins Land diskutieren.
Seite 1/1

Syrien: Tote bei Bombenanschlägen in Damaskus
Konflikt in Syrien
Assads E-Mails: Country von iTunes und Rat aus dem Iran
Angeblich E-Mails gehackt
Gewalt in Syrien dauert an: Berichte über Massaker
Annans Vermittlungen erfolglos












