![]() |
Der Leiter der Mordkommission, Guido Jäger, hat in 16 Berufsjahren noch nie ein solches Familiendrama erlebt.
50 Hinweise aus der Bevölkerung
Nach dem tödlichen Blutbad in Neuss befindet sich der tatverdächtige Fallah Sänger noch immer auf der Flucht. Der 35-Jährige, der am Montag seine 26 Jahre alte Frau und seine Kinder im Alter von vier und acht Jahren erschossen haben soll, ist nun europaweit zur Fahndung ausgeschrieben. "Wir wissen nicht, wo er ist", sagte ein Polizeisprecher. Der 1,66 Meter große, gebürtige Iraker, gilt als gefährlich und ist vermutlich bewaffnet. Die Polizei hat eine Belohnung in Höhe von 1.500 Euro für Hinweise auf den mutmaßlichen Täter ausgesetzt.
Am Dienstag hatte die Polizei ein Fahndungsfoto des 35-Jährigen veröffentlicht. Bisher seien mehr als 50 Hinweise aus der Bevölkerung eingegangen - alle aus Nordrhein-Westfalen. Der Verdächtige wird bundes- und europaweit mit Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags gesucht.
Die Mordkommission habe weitere Spuren am Tatort ausgewertet, sagte der Polizeisprecher. Von der Tatwaffe und dem Verdächtigen selbst fehlt weiter jede Spur. Es sei davon auszugehen, dass der Mann mit einer Schusswaffe auf der Flucht sei. Sein Motiv könnte nach erster Einschätzung die Trennungsabsicht seiner Frau gewesen sein.
Der Familienvater soll seine Frau in der Vergangenheit geschlagen haben, er war wegen häuslicher Gewalt polizeibekannt. "Die Kinder waren nie Ziel von irgendwelcher Gewalt." Ein Sprecher der Stadt Neuss bestätigte, dass die Familie dem Jugendamt bekannt war. Details wollte er nicht nennen. Der Polizei zufolge war der 35-Jährige in der Vergangenheit auch außerhalb der Familie bereits mit Körperverletzungsdelikten in Erscheinung getreten.
Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags
"Wir müssen ihn so schnell wie möglich kriegen", sagte Guido Adler, Leiter der Mordkommission. Ein solches Familiendrama habe er in 16 Berufsjahren noch nicht erlebt. Der Verdächtige wird mit Haftbefehl wegen dreifachen Totschlags gesucht.Verwandte hatten am Wochenende noch mit der Familie das Zuckerfest zum Ende des Ramadan gefeiert. Als sie die Familie Montagabend besuchen wollten, öffnete niemand, obwohl drinnen der Fernseher lief. Die Angehörigen alarmierten die Polizei, ein Schlüsseldienst öffnete die Tür, die Beamten stießen auf die Leichen der Kinder und der Frau.
Seite 1/1

Expertin: Die vielen Familiendramen sind “absolut zufällig“
Forscherin sieht keinen Trend
17 Kinder sterben: Acht Familientragödien schockieren Deutschland
17 Kinder sterben im Sommer 2012
Familiendrama mit vier Toten in Berlin - Polizei: Vater ist der Täter
Vater der Täter - Schulden das Motiv












