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Ärzte-Protest: Hunderte Mediziner hielten bundesweit ihre Praxen zumindest vorübergehend geschlossen.
Nicht so viele Ärzte wie erwartet bei Protest
Trotz einer Honorarerhöhung um bis zu 1,27 Milliarden Euro haben erneut tausende Ärzte und ihre Angestellten gegen die Preispolitik der Krankenkassen protestiert. Hunderte Mediziner hielten bundesweit ihre Praxen zumindest vorübergehend geschlossen.
Einen Tag nach der Beilegung des monatelangen Honorarstreits zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Kassen-Spitzenverband versammelten sich vornehmlich in den westdeutschen Bundesländern Ärzte und Arzthelferinnen vor Filialen der Krankenkassen. Ihr Ziel von bundesweit bis zu 30.000 Demonstranten verfehlten die Organisatoren von der Allianz der Berufsverbände aber.
In Ostdeutschland kam es dem Vernehmen nach nur vereinzelt zu Aktionen. Insgesamt gab es nach Angaben der Veranstalter Proteste in über 30 Städten. Der Sprecher der Allianz, Dirk Heinrich, sprach von einem eindrucksvollen Schulterschluss von Ärzten und Praxispersonal. Die Preispolitik der Kassen gefährde die Arbeitsplätze von Arzthelferinnen. Heinrich warf den Kassen vor, bürokratischen Aufwand und Einschränkungen bei der Auswahl von Arzneimitteln zu verursachen.
Verteilungsproblem innerhalb der Ärzteschaft
Laut einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2011 geht es 79 Prozent der niedergelassenen Ärzte nach eigener Einschätzung gut bis sehr gut. Warum also dann dieser Protest?Auch der Kassen-Verband kritisierte die Ärzte. "Das innerärztliche Verteilungsproblem, das hinter den Protesten steckt, muss die Ärzteschaft selbst lösen - genug Geld steht insgesamt zur Verfügung", sagte Verbandssprecherin Ann Marini.
Nach überaus zähem Ringen hatten sich die KBV und der Kassen-Verband darauf geeinigt, dass Deutschlands 150.000 Kassenärzte 2013 zwischen 1,15 und 1,27 Milliarden Euro mehr verdienen sollen. Die genaue Summe hängt von weiteren Verhandlungen in den Regionen ab.
Auf breite Zustimmung in der Ärzteschaft stieß vor allem, dass die Psychotherapeuten künftig aus einem gesonderten Topf bezahlt werden sollen. Die Finanzierung vieler neuer Behandlungsplätze für psychisch Kranke werde so gesichert, teilten die Therapeuten-Verbände mit.
Pro Monat erzielen Kassenärzte im Schnitt 5.442 Euro netto von gesetzlichen und privaten Kassen - bei großen Unterschieden. Für Ärzte-Honorare stiegen die Kassenausgaben 2011 spürbar auf 33,7 Milliarden Euro.
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