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Vergeltung für Schmähvideo: Tote bei Anschlag in Afghanistan

Afghanistan, Mohammed
Afghanistan: Polizisten am Ort des Anschlags

Attentäterin sprengt Kleinbus


Bei einem Vergeltungsanschlag wegen eines islamfeindlichen Schmähvideos hat eine Selbstmordattentäterin in Kabul zwölf Menschen mit in den Tod gerissen. Sie sprengte einen mit Ausländern besetzten Kleinbus in der afghanischen Hauptstadt Kabul in die Luft. Sieben der Todesopfer waren Russen und Südafrikaner.

Der Anschlag ereignete sich in der Nähe des Flughafens. Der Kleinbus hatte zum Tanken angehalten, als der Sprengsatz detonierte. Die Insassen waren zumeist Piloten, die für ein internationales Kurier-Unternehmen arbeiteten, wie aus Polizeikreisen verlautete. Mehrere Afghanen wurden verletzt. Es war der erste Selbstmordanschlag in Kabul, der von einer Frau verübt wurde.

Die radikal-islamische Hesb-i-Islami (HIG) des früheren Premierministers Gulbuddin Hekmatjar übernahm die Verantwortung für den Anschlag auf der Flughafenstraße. HIG-Sprecher Subair Seddiki sagte in einem Telefongespräch, es habe sich um einen Vergeltungsanschlag für das islamfeindliche Mohammed-Video gehandelt. Die Attentäterin sei eine 20 Jahre alte Frau namens Fatima aus Kabul gewesen. Die HIG kämpft wie die Taliban und das Hakkani-Netzwerk gegen die ausländischen Truppen in Afghanistan. Die Gruppe hat auch einen politischen Flügel.

Der nordafrikanische Ableger der Terrororganisation Al Kaida forderte Muslime zu Angriffen auf US-Regierungsvertreter in der Region auf. Gleichzeitig begrüßte die Extremisten-Gruppe den tödlichen Anschlag auf den US-Botschafter in Libyen in der vergangenen Woche.

Massenprotest der Hisbollah

Im Libanon hatten Hunderttausende Anhänger der Schiiten-Bewegung Hisbollah gegen das Mohammed-Schmähvideo protestiert. Während der Kundgebung in den südlichen Vororten von Beirut riefen sie: "Die Vereinigten Staaten sind der große Satan" und "Israel ist der Feind des Islam". Unangekündigt mischte sich auch Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah unter die Demonstranten.

Seit dem Krieg zwischen Israel und der Hisbollah 2006 zeigt sich der Hisbollah-Chef aus Angst vor einem Attentat kaum noch in der Öffentlichkeit. Seine Ansprachen verbreitet er meist per Video. Zum letzten Mal trat er Ende 2011 öffentlich auf.

Nasrallah sagte vor seinen Anhängern, das Video müsse aus dem Internet entfernt werden und dürfe nirgendwo in voller Länge gezeigt werden. Die US-Regierung hatte sich von dem Video distanziert, das den Propheten Mohammed verunglimpft.
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