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Das Leben von Christoph Schlingensieb

Das Leben von Christoph Schlingensieb

Selbstdarsteller oder Lichtgestalt?


Der am 24. Oktober 1960 in Oberhausen geborene Christoph Maria Schlingensief galt als einer der bedeutendsten und oft auch provokantesten Regisseure und Aktionskünstler in der deutschsprachigen Kulturszene. Dabei hat der auch von Selbstzweifeln nie freie Regisseur sich in den letzten Jahren vehement dagegen gewehrt, stets als "Theaterprovokateur" abgestempelt zu werden, wobei zu seinem Ruf Aktionen wie die auf 'Big Brother' anspielende Container-Installation "Ausländer raus - Bitte liebt Österreich!" im Jahr 2000 in Wien beigetragen haben.

In den 90er Jahren gehörte er zu Frank Castorfs Hausregisseuren an der Berliner Volksbühne. Bekannt wurde Schlingensief vor allem mit seinen frühen Filmen 'Das deutsche Kettensägenmassaker' (1990), 'Terror 2000 - Intensivstation Deutschland' (1992) und der TV- 'Talkshow 2000' sowie mit seinen Theaterinszenierungen, Kunstperformances und Installationen wie '100 Jahre CDU', 'Rocky Dutschke, 68', 'Passion Impossible - 7 Tage Notruf für Deutschland' und 'Hamlet' in Zürich.

Die Visionen und Kunstvorstellungen Schlingensiefs erinnerten manchmal an den Aktionskünstler Joseph Beuys (1921-1986) mit dessen "erweitertem Kunstbegriff". Er war auch eines der großen Vorbilder des Regisseurs. Und ähnlich wie Beuys wurde auch Schlingensief, wie es ein Kritiker schrieb, von den einen als "nervtötender oder auch begnadeter Selbstdarsteller" oder gar "Spinner" und von den anderen als "Lichtgestalt unter all den Energiesparlampen" in der Kulturszene angesehen.

Der Oberhausener Messdiener Schlingensief versuchte sich schon früh als Filmemacher und erregte mit Underground-Streifen wie 'Menu total' (1985/86) mit seinem Jugendfreund Helge Schneider ('Mein Führer') und der folgenden Deutschlandtrilogie unter anderem mit '100 Jahre Adolf Hitler' und 'Terror 2000' Aufmerksamkeit. Im Fernsehen tauchte er ab 1997 auch als unberechenbarer Talkmaster ('Talk 2000') auf mit Gästen wie Hildegard Knef, Udo Kier oder Helmut Berger.

Seinen Durchbruch als Theaterregisseur hatte Schlingensief in den 90er Jahren an Frank Castorfs Berliner Volksbühne mit Inszenierungen wie '100 Jahre CDU' oder 'Rocky Dutschke, 68', wobei er auch Laien und Behinderte einsetzte, die bis zuletzt zu seinem engeren Ensemble gehörten - "Du bist wie ich", sagte Schlingensief einmal zu einer seiner behinderten Darstellerinnen, "wir sind alle krank".

Im Sommer 2009 heiratete der krebskranke Schlingensief im brandenburgischen Hoppenrade seine langjährige künstlerische Mitarbeiterin Aino Laberenz. Im Mai 2010 sagte der an Lungenkrebs erkrankte Schlingensief in einem Interview, er wisse seit einigen Monaten, dass er neue Metastasen habe. Durch den Krebs sei "alles in den Boden gerissen worden".
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Regisseur Christoph Schlingensief gestorben

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