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Kylie Minogue kann ja spielen: 'Holy Motors' Filmkritik

27.08.12 09:47

4 von 5 Punkten


Lange nichts gehört von Kylie Minogue – außer, dass Jean-Claude van Damme eine Affäre mit ihr gehabt haben will. Von Damme erinnert sich noch gern an den 'tollen Sex' mit seiner Filmpartnerin in 'Street Fighter' – den Film haben die meisten Zuschauer und Kylie vermutlich selbst aus ihrem Gedächtnis gestrichen. Doch nun überrascht uns die kleine Frau mit der großen Stimme ausgerechnet mit einer Rolle als lebensmüde Stewardess in einem französischen Autorenfilm.

Natürlich hat sich die Australierin, die ihre Karriere harmlose Liedchen von Stock, Aitken & Waterman trällernd begann, schon mehrfach, meist mäßig erfolgreich, als Schauspielerin versucht – neben Popschnulli Jason Donovan in der Fernsehserie 'Neighbours' oder als grüne Fee, die in Baz Lurmans 'Moulin Rouge' in einem ätherischen Kurzauftritt der Absinthflasche entschwebt. Doch nun hat sich die schöne Sängerin ein gewagtes Projekt ausgesucht – einen experimentellen Film des Franzosen Léos Carax ('Die Liebenden vom Pont-Neuf'), der seit 1999 keinen Spielfilm mehr gedreht hat.

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Nur was für Liebhaber des Kunstkinos

Die Handlung? Unmöglich zusammenzufassen. Die Hauptrolle(n) spielt wie schon in 'Die Liebenden vom Pont-Neuf' und den meisten anderen Carax-Filmen dessen Lieblingsschauspieler Denis Lavant. Er besteigt als Monsieur Oscar im Anzug eine Stretchlimousine und fährt von Termin zu Termin – nicht aber etwa, um Vorstandsvorsitzende zu treffen, sondern um sich jedes Mal noch schräger zu verkleiden: als gebrechliche Pennerin, als Motion-Picture-Akrobat, als Auftragskiller...

Dabei trifft er auf Stars wie Michel Piccoli, die bildschöne Eva Mendes, die er auf einem Friedhof entführt – und auf Kylie Minogue mit Jean-Seberg-Gedächtnis-Kurzhaarschnitt, die hinreißend traurig eine lebensmüde Flugbereiterin in einem leeren Kaufhaus mimt. Und jedes Mal hinterlässt er den Zuschauer noch ratloser. Was um Himmels Willen will uns der Regisseur da sagen? Immer, wenn man gerade glaubt, vielleicht doch noch einen Dreh gefunden zu haben, zeigt er uns wieder eine lange Nase, und sein Protagonist häutet sich erneut. Nein, um Handlung geht es hier definitiv nicht!

Selbst Cineasten versuchen am besten erst gar nicht, das Ganze zu verstehen, sondern erfreuen sich einfach an den traumschönen Bildern, an den aberwitzigen Einfällen des Autorenfilmers und an der Wandlungsfähigkeit des unglaublich gelenkigen Denis Lavant, der scheinbar alles spielen kann. Für Fans leichter Popcornware mit eingängiger Handlung dürfte die Zeit bis zu Kylies zauberhaftem Auftritt allerdings etwas lang werden.

Von Mireilla Zirpins
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