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Gelatine in Saft, Geflügel in Chips: So werden wir getäuscht!

03.08.12 19:49
Gelatine in Saft, Geflügel in Chips: So werden wir getäuscht!
Wer Chips ist, macht sich meist höchstens Sorgen um sein Gewicht und den Fettgehalt des Snacks. Damit, dass bei der Herstellung auch tierische Bestandteile verwendet werden, rechnet wohl kaum jemand. Nicht nur für Vegetarier und Veganer ist das ein Ärgernis.

Die meisten Vegetarier und Veganer essen aus Überzeugung kein Fleisch oder keine tierischen Produkte. Sie durchforsten bei jedem Einkauf die Zutatenliste, wenn nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, ob das Lebensmittel tierische Bestandteile enthält. Doch das gewährleistet noch lange nicht, dass tatsächlich nur vegane oder vegetarische Lebensmittel im Einkaufswagen landen. Gelatine im Saft oder Fisch oder Geflügel in Chips müssen nämlich nicht deklariert werden, wie die Verbraucherorganisation 'foodwatch' nun aufgedeckt hat.

Wie kann es sein, dass Saft Gelatine enthält, die wiederum aus tierischem Bindegewebe besteht? Und warum ist es völlig legal, dass sich in Chips Fisch- oder Geflügel-Anteile nachweisen lassen? Schuld daran sind verschiedene Gesetzeslücken. Sie ermöglichen den Produzenten, für die Herstellung ihrer Lebensmittel tierische Bestandteile zu verwenden, ohne diese auf der Zutatenliste aufführen zu müssen.

Je verarbeiteter ein Lebensmittel ist, desto schwieriger ist es zu erkennen, welche Zutaten im Einzelnen enthalten sind. Denn viele Zutaten müssen erst dann aufgeführt werden, wenn sie einen bestimmten Prozentsatz des Lebensmittels ausmachen. Enthält das Produkt beispielsweise nur geringe Mengen an Milchzucker, muss darauf nicht hingewiesen werden.

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Vor allem Vegetarier, Veganer, aber auch Muslime, die aus religiösen Gründen Produkte vom Schwein ablehnen, fühlen sich betrogen. "Der Gesetzgeber macht es den Verbrauchern nahezu unmöglich, Tierprodukte in Lebensmitteln zu meiden", sagt Oliver Huizinga von 'foodwatch'. "Das ist eine Zumutung für Vegetarier und Veganer, aber auch für alle anderen Verbraucher, die gerade bei tierischen Lebensmitteln bewusste Kaufentscheidungen treffen, den Konsum reduzieren wollen oder nur bestimmte Formen der Tierhaltung unterstützen möchten."

Direkt darauf angesprochen geben viele Lebensmittelhersteller auch zu, dass ihre vermeintlich rein pflanzlichen Produkte auch tierische Bestandteile enthalten. So erklärt ein Fruchtsafthersteller, dass Gelatine im Saft beispielsweise als Träger zugesetzter Vitamine dient. In Schokolade, die laut Werbung milchfrei ist, finden sich dennoch geringe Mengen an Milchzucker. Und für die Brotherstellung wird eine bestimmte Aminosäure - ein Eiweißbestandteil - verwendet, die aus Schweineborsten oder Federn gewonnen wird.

'Foodwatch' prangert genau das an. Die Verbraucherorganisation fordert, dass deutlich erkennbar sein muss, wenn Lebensmittel Zutaten oder Verarbeitungshilfsstoffe tierischen Ursprungs enthalten. Auch die Begriffe vegan und vegetarisch müssten rechtlich genau definiert und geschützt werden. Nur so sind bewusste Kaufentscheidungen möglich.
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