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Frankfurter Flughafen: Neuer Streik droht - Gespräche gescheitert

24.02.12 22:30
Verhandlungen in Frankfurt gescheitert
Die Gewerkschaft der Flugsicherung hat die Tarifverhandlungen mit dem Frankfurter Airport-Betreiber Fraport für gescheitert erklärt.

GdF: Schlechteres Angebot als vor Schlichtung


In der vergangenen Woche streikten die rund 200 Vorfeldmitarbeiter am Frankfurter Flughafen bereits an fünf Tagen. Mehr als 1.200 Starts und Landungen verhinderten die Lotsen, Flugeinweiser und Verkehrsdisponenten damit. Am Donnerstag kehrten die Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) und der Airport-Betreiber Fraport an den Verhandlungstisch zurück - doch beide Seiten erklärten die Verhandlungen nun für gescheitert. Damit droht am Frankfurter Flughafen erneut ein Streik.

Die Gespräche zwischen der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) und dem Flughafenbetreiber Fraport über ein neues Tarifwerk für die Beschäftigten auf dem Vorfeld des größten deutschen Airports seien gescheitert, teilte ein GdF-Sprecher mit. Fraport habe für die rund 200 Flugfeld-Kontrolleure ein schlechteres Angebot als vor der Schlichtung vorgelegt, so der GdF-Sprecher. Das Scheitern der Verhandlungen bestätigte auch ein Fraport-Sprecher.

Nach Angaben des GdF-Sprechers seien die Angestellten der sogenannten Vorfeld-Aufsicht nicht mehr im Angebot enthalten. Neue Streiks am Wochenende seien eher unwahrscheinlich. Am Montag komme der GdF-Vorstand zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Die GdF fordert erhebliche Einkommenserhöhungen, höhere Zulagen und geringere Arbeitszeiten und hatte mit einem erneuten Streik gedroht, sollten sich nicht schnell Annäherungen ergeben. Laut Fraport laufen die Forderungen für einzelne Beschäftigte auf bis zu 70 Prozent höhere Entgelte hinaus.

Fraport sieht sich für Streiks gerüstet

Fraport sprach von einem "guten Angebot", welches das Unternehmen der Gewerkschaft vorgelegt habe. Dieses habe die GdF nun abgelehnt. Die hohen Forderungen der GdF beinhalteten nach wie vor Steigerungen im hohen zweistelligen Prozentbereich. "Sie sind durch nichts gerechtfertigt und im Hinblick auf die Vergütungen anderer Tätigkeiten an Flughäfen mit vergleichbaren Anforderungen auch nicht zu vertreten", kritisierte Fraport.

"Wir bedauern, dass die GdF trotz unseres guten Angebots weiter überzogene Forderungen durchsetzen will", erklärte Fraport-Arbeitsdirektor Herbert Mai. "Wir haben in den Verhandlungen das aus unserer Sicht Maximale geboten." Das Unternehmen habe sich gut vorbereitet, auch im Fall weiterer Streiks, den Flugbetrieb weitestgehend aufrecht zu halten. Mit den getroffenen Vorbereitungen sei Fraport auch in der Lage, längere Streikphasen durchzuhalten.

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hatte zuvor vor einem überhöhten Abschluss in dem Konflikt gewarnt. Sollte sich der Flughafenbetreiber mit der GdF auf Basis seines letzten Angebots vor dem Streik auf Einkommenssteigerungen für bestimmte Berufsgruppen einigen, werde Verdi vergleichbare Forderungen stellen, kündigte die Gewerkschaft in einem Schreiben an den Fraport-Vorstand an.

"Verdi wird dann, zur Wiederherstellung der Tarif- und Eingruppierungsgerechtigkeit in der Fraport AG, in vergleichbaren Tätigkeitsfeldern gleiche Einkommenssteigerungen fordern", heißt es laut Schreiben. "Auch an der Streikbereitschaft der Gewerkschaft Verdi sollten Sie zu keinem Zeitpunkt zweifeln."

Fraport hatte zunächst vorgeschlagen, die Bezüge für die 91 Mitarbeiter der Vorfeldaufsicht, die in den "Follow-Me-Wagen" sitzen, und der 29 Beschäftigten in der Verkehrszentrale im branchenüblichen Rahmen zu erhöhen. Kurz vor dem Streik hatte Fraport dann nachgebessert, aber keine Details genannt.
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