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Syrien: Rotes Kreuz holt Verletzte aus Homs

25.02.12 20:45
Evakuierungen in Syrien
Dem Roten Kreuz gelingt es, Menschen aus Homs in Sicherheit zu bringen.

Helfer bitten um Kampfpausen - mehr Verletzte aus Homs holen


Nach wochenlangem Beschuss durch die syrische Armee haben Helfer erstmals Verletzte aus einem umkämpften Stadtteil der Rebellenhochburg Homs gebracht. Hicham Hassan vom Internationalen Roten Kreuz (IRK) sagte dem arabischen Nachrichtensender Al-Dschasira, sieben Verletzte und 20 Frauen und Kinder seien zunächst in Sicherheit gebracht worden. Die Lage in Homs werde immer schlimmer, und es werde mehr Hilfe für die Verletzten benötigt.

Trotz anhaltenden Beschusses sollen weitere Zivilisten aus der syrischen Rebellenhochburg Homs gebracht werden. "Wir hoffen, dass wir noch viele weitere lebensrettende Einsätze ausführen können", sagte Hassan.

Der Konvoi von Ambulanzfahrzeugen des Syrischen Roten Halbmonds und des Roten Kreuzes sei in den Stadtteil Baba Amro gefahren und habe die Menschen mitgenommen. Zu diesem Zeitpunkt habe jedoch keine Kampfpause geherrscht. Die Evakuierung sei ein erster Schritt gewesen. "Wir wollen alle verletzten Personen in Sicherheit bringen", sagte Hassan. Die beiden verletzten ausländischen Journalisten seien nicht dabei gewesen, sagte er. Die französische Journalistin Edith Bouvier und der britische Fotograf Paul Conroy hatten Verletzungen am Bein erlitten.

Carla Haddad Mardini vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes (IKRK) sagte dem US-Sender CNN, dass ihre Organisation die syrischen Behörden um eine tägliche zweistündige Kampfpause bitten möchte.

Das Viertel Baba Amro lag in den vergangenen Tagen laut Berichten von Augenzeugen unter schwerem Beschuss durch syrische Regierungstruppen. Seit rund einer Woche hatte das Rote Kreuz die syrischen Behörden und die bewaffnete Opposition immer wieder aufgefordert, eine Feuerpause zur Versorgung der Verletzten und Notleidenden zu ermöglichen.

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Aktivisten: Krisentreffen in Tunis ein Misserfolg

Aktivisten übten scharfe Kritik an der internationalen Gemeinschaft und bezeichneten das erste Krisentreffen zu Syrien mit mehr als 60 Staaten in Tunis als Misserfolg. Die Welt unterbreite noch immer Angebote an Präsident Baschar al-Assad, der töte und Tausende bereits getötet habe, sagte Nadir Husseini aus dem umkämpften Stadtteil Baba Amro in Homs. Der syrischen Organisation für Menschenrechte zufolge kamen allein am Samstag mindestens 18 Menschen ums Leben.

Die Konferenz in Tunis hat einen Vorschlag des saudi-arabischen Außenministers Prinz Saud Al-Feisal zurückgewiesen, die Opposition mit Waffen auszustatten. Ziel des Treffens war es, den Druck auf den Staatschef zu erhöhen. Seit fast einem Jahr kämpfen Aufständische gegen die jahrzehntelange Herrschaft der Assad-Familie. Tausende Zivilisten sind ums Leben gekommen.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte vor einem Übergreifen der Gewalt im Nahen Osten als Folge von Spekulationen über ein Eingreifen von außen. "Wir müssen alles vermeiden, was Syrien einem Stellvertreterkrieg näher bringen könnte", sagte Westerwelle dem "Tagesspiegel" (Sonntagausgabe) laut Vorabbericht. "Das könnte in der Region einen Flächenbrand auslösen und am Ende eine Konfrontation heraufbeschwören, die bis nach Moskau oder Peking reicht."

Am Dienstag will sich der UN-Menschenrechtsrat in Genf in einer Dringlichkeitssitzung mit der Lage in Syrien befassen. Seit Beginn der Proteste im März 2011 wurden nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen bereits mehr als 7.000 Menschen getötet.
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