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Türkischer Jet von Syrien im Internationalen Luftraum abgeschossen?

24.06.12 19:41
Syrien, Jet, Abschuss, Türkei, Nato
Darstellung aus dem syrischen Fernsehen, die beweisen soll, dass sich das Flugzeug im syrischen Luftraum befand.

Kampfjet-Wrack geortet


Die Türkei schaltet nach dem Abschuss eines Militärjets durch Syrien die Nato ein. Seine Regierung werde die Nato-Partner wegen des Vorfalls konsultieren, sagte Außenminister Ahmed Davutoglu.

Das Bündnis soll am Dienstag darüber beraten. Schon am Montag befassen sich die EU-Außenminister damit, wie ein Vertreter der spanischen Regierung erklärte. Davutoglu warf Syrien vor, das türkische Flugzeug in internationalem Luftraum abgeschossen zu haben. Zudem habe es keine Warnung gegeben.

Die F-4 'Phantom' habe sich auf einem Ausbildungsflug befunden und keinen Geheimauftrag im Zusammenhang mit den bürgerkriegsähnlichen Unruhen in Syrien gehabt, so Davutoglu. Außerdem sei die Maschine unbewaffnet gewesen. Die Maschine sollte nach seinen Aussagen die Radar- und Verteidigungssysteme der Türkei testen. "Es gab keine Operation gegen Syrien. Das Flugzeug war nicht bewaffnet", versicherte Davutoglu.

Die syrische Flugabwehr hatte die 'Phantom' am Freitag abgeschossen. Nach Darstellung der Regierung in Damaskus befand sich die schnell und niedrig fliegende Maschine im syrischen Hoheitsgebiet nur einen Kilometer vor der Mittelmeerküste. Türkische Einsatzkräfte haben das Wrack mittlerweile geortet. Es liegt in einer Tiefe von rund 1000 Meter, wie die türkische Tageszeitung 'Zaman' berichtet. Weitere Informationen über die genaue Lage machte das Blatt nicht.

Video

Überreaktion des syrischen Militärs?

Der Luftzwischenfall belastet das ohnehin gereizte Verhältnis zwischen der Türkei und Syrien. Die Regierung in Damaskus wies Medienberichte zurück, man habe sich in Ankara entschuldigt. "Die syrischen Streitkräfte waren über syrischem Gebiet, als sie den Jet abgeschossen haben", versicherte ein Sprecher des Außenministeriums in Damaskus nach Angaben der regierungsnahen Internetseite 'Syria Now'. "Wir hegen keine feindlichen Absichten gegen die Türkei", fügte der Sprecher hinzu. Vielmehr habe die syrische Luftwaffe die Souveränität des Landes verteidigt.

Der Iran hat beide Seiten zu Zurückhaltung aufgefordert. Man hoffe, dass eine friedliche Lösung gefunden werde, um die Stabilität in der Region zu gewährleisten, sagte Außenminister Ali Akbar Salehi in einem Telefonat mit seinem türkischen Amtskollegen Davutoglu.

Laut 'Financial Times Deutschland' könnte der Abschuss noch einen ganz anderen Hintergrund gehabt haben: Angeblich soll ein Pilot der syrischen Luftwaffe in den Tagen vor dem Zwischenfall mit seinem MiG-Düsenjet nach Jordanien desertiert sein. Diesem Bericht zufolge könnte es sich um eine Überreaktion der syrischen Armee gehandelt haben.
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