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Syrien: Blutiger Kampf um Aleppo

29.07.12 08:51
Aleppo, Syrien
In Aleppo könnte sich der bewaffnete Aufstand gegen das Regime von Präsident Assad entscheiden. Die Wirtschaftsmetropole gilt als ein Schlüssel zur Macht.

Großoffensive der Regierung


Oppositionelle und Regierungstruppen kämpfen weiter um die syrische Millionenstadt Aleppo. Dort könnte sich der bewaffnete Aufstand gegen das Regime von Präsident Assad entscheiden. Die Wirtschaftsmetropole gilt als ein Schlüssel zur Macht.

Syrien-Sondervermittler Kofi Annan appellierte an die Konfliktparteien, sich an das "humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte" zu halten. In einer Erklärung forderte er sie auf, "sich zurückzuhalten und jedes weitere Blutvergießen zu verhindern".

Syrische Regierungstruppen hatten am Samstag mit ihrer seit Tagen erwarteten Offensive in Aleppo begonnen. Unterstützt von Kampfjets, Hubschraubern und schwerer Artillerie rückten Panzer und Soldaten gegen die Stellungen der aufständischen Freien Syrischen Armee (FSA) vor.

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Aktivisten sprechen von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Revolte

Annan zeigte sich besorgt angesichts der "bevorstehenden Schlacht" und mahnte bei der Weltgemeinschaft ein gemeinsames Vorgehen im Syrien-Konflikt an. Dabei gelte es, die verfeindeten Parteien davon zu überzeugen, "dass nur ein politischer Übergang, der zu einem politischen Abkommen führt, die Krise überwinden und dem syrischen Volk Frieden bringen kann".

Auch der französische Präsident François Hollande forderte ein schnelles Handeln der internationalen Gemeinschaft. "Die Rolle des UN-Sicherheitsrates ist, so schnell wie möglich einzugreifen", sagte er. Es sei nicht zu spät, doch jeder Tag, der vergeht, bringt Repressionen, Aufstände und Massaker mit sich, erklärte Hollande laut der französischen Nachrichtenagentur AFP.

Die syrischen Menschenrechtsbeobachter in London berichteten von schweren Kämpfen in Salaheddin, einem südwestlichen Außenbezirk Aleppos und Hochburg der Aufständischen. "Sie setzen alle Arten von Waffen ein, aber unseren Rebellen gelang es, Vorstöße der Regimetruppen gegen Salaheddin und Al-Hamdanija abzuwehren", sagte der FSA-Kommandeur Abu Omar al-Halebi.

Aktivisten sprechen von den schwersten Kämpfen seit Beginn der Revolte in Syrien im März 2011. Die Regimetruppen griffen die FSA-Stellungen in mehreren Bezirken Aleppos an. Das staatliche syrische Fernsehen sprach von einer großangelegten "Operation zur Säuberung Aleppos von bewaffneten terroristischen Gruppen". Die Informationen lassen sich von unabhängiger Seite nicht überprüfen, weil die Medien in Syrien nur sehr eingeschränkt arbeiten können.

Nach Angaben der oppositionellen Lokalen Koordinierungskomitees starben in Aleppo am Samstag mindestens 33 Menschen. Landesweit seien 160 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch mehr als 20 Kinder. Besonders hoch sei die Zahl der Opfer in der Hauptstadt Damaskus und ihren Vororten gewesen, wo 37 Menschen getötet worden seien. Gefechte gab es demnach auch in den Provinzen Homs, Hama, Daraa und Latakia.

FSA-Kommandos waren vor etwas mehr als einer Woche erstmals in Aleppo eingerückt. Die Millionenstadt und Geschäftsmetropole im Norden Syriens ist nur 50 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt. Die Aufständischen hatten mehrere Stadtbezirke unter ihre Kontrolle gebracht.

Wegen der strategischen Bedeutung der Großstadt liegt dem Regime in Damaskus viel daran, die Rebellen von dort zu vertreiben. In den vergangenen Tagen hatte es Tausende Soldaten aus anderen Landesteilen zusammengezogen und vor Aleppo in Stellung gebracht. Aber auch die FSA verstärkte sich mit zusätzlichen Kämpfern, vor allem aus der Nachbarprovinz Idlib.
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