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Kiesewetter-Kollegen: Polizisten waren beim Ku-Klux-Klan

01.08.12 07:02
Zwei süddeutsche Polizisten haben Verbindungen zum Ku-Klux-Klan (KKK) gehabt.
Neue Enthüllungen aus NSU-Akten: Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg haben Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gehabt.

Enthüllungen aus NSU-Akten


Zwei Polizisten aus Baden-Württemberg haben Verbindungen zum rassistischen Ku-Klux-Klan (KKK) gehabt. Einen entsprechenden Bericht der 'taz' bestätigte ein Sprecher des baden-württembergischen Innenministeriums. Die Zeitung berief sich dabei auf Akten aus dem Bundestag-Untersuchungsausschuss zur Zwickauer Terrorzelle NSU.

Laut dem Blatt waren die beiden Polizisten Kollegen von Michèle Kiesewetter: Die Polizistin war im April 2007 in Heilbronn während ihres Streifendienstes mit Kopfschüssen getötet worden - mutmaßlich von den Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt aus der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. In deren Wohnmobil war dann später auch Kiesewetters Dienstwaffe gefunden worden. Der Ministeriumssprecher äußerte sich zu dieser Querverbindung aber nicht.

Die 'Bild' hatte noch kurz zuvor berichtet, dass ein ehemaliges Mitglied des KKK Kiesewetters damaliger Zugführer gewesen sei und möglicherweise Tipps an die Täter gegeben habe. Bis mindestens 2003 sei er Mitglied im deutschen Klan gewesen. Daraufhin hatte die Bundesanwaltschaft erklärt, sie verfolge keine neue Spur in Richtung des rassistischen Geheimbundes. Der Mord sei nach wie vor ausschließlich dem Neonazi-Terrortrio NSU zuzurechnen.

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Beamte noch immer im Dienst

Bereits damals habe es "disziplinarrechtliche Konsequenzen" gegen die zwei Beamten gegeben, heißt es aus dem Ministerium. Sie seien aber nach wie vor im Dienst, bestätigte ein Sprecher. Er machte keine Angaben zu der Frage, ob die KKK-Verbindungen der beiden Staatsdiener nicht möglicherweise auf eine verfassungsfeindliche Gesinnung schließen lasse. Auch zur Art der damaligen "Konsequenzen" oder den Diensträngen und Aufgaben der Männer äußerte er sich nicht.

Der militante Geheimbund Ku-Klux-Klan entstand 1866 nach der Abschaffung der Sklaverei in den USA. Der streng hierarchisch organisierte Klan mit ordensähnlichen Ritualen verbreitete mit Brandstiftungen, Auspeitschungen und Fememorden sowie Lynchjustiz Angst und Schrecken. Berüchtigt waren auch die gewalttätigen Aktionen der Männer in ihren weißen Gewändern und den spitzen Kapuzen unter brennenden Kreuzen. Einst hatte der KKK in den USA vier Millionen Mitglieder, heute sollen es noch mehrere tausend Menschen sein.
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