VOX.de
TV-Programm
Sa. 20.09.
19:10
Der Hundeprofi
20:15
Die Trauzeugen
Zur Programm-Übersicht
bisher 0 Bewertungen

Gerüchte um Koalitions-Pläne für Wulff-Nachfolge

07.01.12 20:25
Gerüchte um Koalitions-Pläne für Wulff-Nachfolge
Diskutieren die Parteispitzen der Koalition hinter Wulffs Rücken schon über Nachfolge-Kandidaten?

Schon zwei Kandidaten im Gespräch?


Hat sich die schwarz-gelbe Koalition schon darauf verständigt, wie sie mit einem Rücktritt Christian Wulffs umgehen würde? Das berichtet eine Zeitung unter Berufung auf Regierungskreise. Die FDP und die CDU dementierten prompt. Doch der Druck auf den Bundespräsidenten nimmt zu – wie lange kann er sich noch im Amt halten?

Nach dem Bericht der 'Rheinischen Post' hätten sich die CDU-Vorsitzende Angela Merkel, CSU-Chef Horst Seehofer und der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler geeinigt, dass sie Wulff nicht weiter unterstützen wollen, wenn sich herausstellen sollte, dass der wegen seiner Kredit- und Medienaffäre unter Druck stehende Bundespräsident nicht in allen Punkten die volle Wahrheit gesagt habe. Angeblich einigten sich die Parteispitzen auf ein Verfahren zur Nominierung eines neuen Kandidaten – es solle ein neuer Kandidat präsentiert werden, den Rot-Grün nicht ablehnen könne, berichtete die Zeitung. Demnach seien Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Grüne) sowie der frühere Uno-Umweltchef Klaus Töpfer (72) im Gespräch.

"Das ist blanker Unsinn", hieß es in der Nacht aus Führungskreisen der FDP. Auch die Union wies den Zeitungsbericht zurück. "Das ist eine blanke Spekulation", sagte der parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Fraktion im Bundestag, Peter Altmaier (CDU), im 'Deutschlandfunk'. Ähnlich äußerte sich die CSU: "Es handelt sich um eine komplette Ente."

Gabriel: "Unwürdig und abstoßend"

Unterdessen griff SPD-Chef Sigmar Gabriel Wulff scharf an. "Es ist schlimm, dass der Bundespräsident es so weit hat kommen lassen. Diese ganze Auseinandersetzung ist unwürdig und abstoßend", sagte er der 'Bild'. Gabriel warf Wulff und Bundeskanzlerin Merkel vor, die bürgerlichen Werte zu zerstören. "Christian Wulff und Angela Merkel verschieben die Maßstäbe für Anstand, Respekt, Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit in der Politik in die falsche Richtung." Der Bundespräsident meine, Sonderregeln für sich geltend machen zu können, sagte Gabriel.

Merkel hatte sich am Freitag hinter Wulff gestellt. Regierungssprecher Steffen Seibert versicherte: "Die Bundeskanzlerin hat große Wertschätzung für Christian Wulff" - als Mensch und als Bundespräsident. Die Erklärungen Wulffs in seinem Fernsehinterview am Mittwoch seien ein wichtiger Schritt gewesen, das Vertrauen der Bürger wiederherzustellen. Der Regierungssprecher fügte hinzu: "Es wird so sein - und da hat die Bundeskanzlerin volles Vertrauen -, dass der Bundespräsident auch alle weiteren relevanten Fragen mit der gleichen Offenheit beantworten wird, sollten noch welche auftauchen."

Freitag wurden gegen Wulff auch Vorwürfe wegen seiner früheren Tätigkeit als VW-Aufsichtsrat laut. VW-Investoren halten ihm nach einem Bericht der 'Wirtschaftswoche' vor, während der Übernahmeschlacht von Porsche und Volkswagen Pflichten verletzt zu haben. So habe er - als niedersächsischer Ministerpräsident Mitglied im VW-Kontrollgremium - nicht verhindert, dass Anleger getäuscht worden seien. Die Investoren fordern dem Bericht zufolge knapp 1,8 Milliarden Schadensersatz. Ähnliche Vorwürfe sind auch schon gegen die VW-Führung und Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch erhoben worden. Sie hatten dies aber stets zurückgewiesen.
Facebook
Netvibes
Google
Misterwong
Twitter
Yahoo
Mehr Dienste
image