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"Shoe for you, Mr. President": Demonstration gegen Wulff

07.01.12 21:17
"Shoe for you, Mr. President": Demonstration gegen Wulff
Die Demonstranten halten ihre Schuhe hoch - sie fordern den Rücktritt des Bundespräsidenten.

Demonstranten fordern Rücktritt


Eine öffentliche Demonstration gegen das deutsche Staatsoberhaupt - bis vor wenigen Wochen wohl undenkbar: Mit hochgehaltenen Schuhen haben vor dem Schloss Bellevue jetzt etwa 300 Menschen gegen Bundespräsident Christian Wulff demonstriert. Auf Plakaten forderten mehrere Teilnehmer den wegen der Kredit- und Medienaffäre unter Druck stehenden Bundespräsidenten zum Rücktritt auf. "Wulff in die Produktion", hieß es da. Zahlreiche Demonstranten machten zudem Lärm mit Trillerpfeifen.

Das Motto der Aktion lautete 'Wulff den Schuh zeigen - Shoe for you, Mr. President!'. In der arabischen Kultur werden mit dieser Geste Menschen verhöhnt, aber auch Ärger und Verachtung werden so zum Ausdruck gebracht. "Wir wollen die Schuhe aber nur hochhalten, nicht schmeißen", betonte der Sprecher der Veranstalter, Jürgen Jänen.

Auf dem Giebel von Schloss Bellevue wehte die Fahne mit dem Bundesadler. Diese zeigt gewöhnlich die Anwesenheit des Hausherrn an. Wulff zeigte sich den Demonstranten aber nicht. Diese durften nicht auf den Gehweg direkt vor dem Schloss, sondern mussten auf der anderen Straßenseite am Tiergarten protestieren. Veranstalter war die Organisation 'Creative lobby of future' (Clof), die zu der Aktion auch über Facebook aufgerufen hatte.

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Die Parteichefs der schwarz-gelben Koalition wappnen sich nach einem Zeitungsbericht für den Fall eines Rücktritts von Wulff. Sollte sich herausstellen, dass das Staatsoberhaupt nicht in allen Punkten die volle Wahrheit gesagt habe, wollten Kanzlerin Angela Merkel (CDU), CSU-Chef Horst Seehofer und FDP-Chef Philipp Rösler Wulff nicht mehr stützen, schreibt die 'Rheinische Post' unter Berufung auf Regierungskreise. Vorgeschlagen werden solle dann ein Kandidat, den auch die Opposition mitträgt.

Führende Politiker von Union und FDP wiesen die Darstellung allerdings zurück. Es gebe keine Absprachen. "Da ist nichts dran", verlautete aus der Spitze der Koalitionsfraktionen.

Auch Bettina Wulff geriert in die Schlagzeilen: Der 'Focus' berichtet, dass sie mehrfach Designerkleidung zur Verfügung gestellt bekommen habe. Dazu erklärte das Präsidialamt: "Einige wenige Kleider werden unentgeltlich, leihweise bereitgestellt und als geldwerter Vorteil in den entsprechenden Steuererklärungen angegeben. Frau Wulff macht keine Werbung für Mode und Schmuck."

Nach einem Bericht der 'Frankfurter Rundschau' hat Wulff die Finanzierung seines Hauskaufes außerdem möglicherweise mehr verschleiert als bisher bekannt. So habe er sich das Darlehen der Unternehmergattin Edith Geerkens über 500.000 Euro mittels eines anonymen Schecks der Bundesbank geben lassen. Dies sei absolut unüblich bei einem Hauskauf, zitiert die Zeitung den Finanzfachmann Max Herbst von der FMH-Finanzberatung. Es gehe um das Verbergen der Finanzierungsabläufe.
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