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Afghane floh vor den Taliban nach Deutschland

Ex-Kommunikationsminister verteilt Pizza und Burger statt Regierungsbefehle

FKommunikationsminister Sayed Sadaat
Minister Sadaat unterwegs in Leipzig © REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE, HAN/PKP

„Ich führe jetzt ein einfaches Leben”

Sayed Ahmad Shah Saadat kennt man in Afghanistan eigentlich als Kommunikationsminister. Seit 2018 gehörte er zum mittlerweile aufgelösten Kabinett des Präsidenten Aschraf Ghani. Doch der Minister flieht 2020 vor den Taliban nach Deutschland – und liefert jetzt in Sachsen Pizza und Burger aus! Welche traurige Geschichte hinter seiner Flucht steckt – und wie er zum Jobangebot kam.

In Deutschland fühlt er sich sicher

Sayed Ahmad Shah Saadat kennt sich mit Politik aus. In seinem Amt sorgte der ehemalige Kommunikationsminister gemeinsam mit seinem Ministerium unter anderem für rund 45.000 Festnetzanschlüsse. Auf diese Weise bekamen schätzungsweise zehn Millionen Menschen in Afghanistan Zugang zu Mobilfunknetzen, berichtet die „Frankfurter Rundschau“. Doch dann ändert sich plötzlich alles.

Aus Angst vor den Taliban in Afghanistan ist der Politiker bereits Ende 2020 gezwungen, sein Amt aufzugeben. Für ihn gibt es keine weitere Zukunft in seinem Heimatland, die Angst ist zu groß und gemeinsam mit seiner Familie flieht er nach Deutschland. „Ich fühle mich sicher in Deutschland”, erzählt er gegenüber der Leipziger Volkszeitung (LVZ). Er zieht nach Sachsen und beginnt dort nicht nur ein neues Leben, sondern auch einen neuen Job.

Telekom anstatt Pizzabrötchen

Kommunikationsminister Sayed Sadaat
Seinen Job bei Lieferando in Leipzig wird er Ende September beenden. © REUTERS, HANNIBAL HANSCHKE, HAN/PKP

In Deutschland findet Sayed Ahmad Shah Saadat ein neues Zuhause, als sein Erspartes knapp wird, sucht er einen Job und wird in Leipzig Fahrer beim Lieferdienst Lieferando. „Ich führe jetzt ein einfaches Leben”, so der Ex-Minister gegenüber der LVZ.

Sein Traum ist es weiter im Telekommunikationsbereich zu arbeiten und er hofft auf einen Job bei der Telekom. Als Lieferando jedoch auf die Geschichte des ehemaligen Ministers aufmerksam wird, die um die ganze Welt geht, bieten die ihm erstmal einen Job als Manager an, erzählt er einem Reporter der LVZ. „Ich werde sehen, was genau sie mir anbieten“, sagt Sadaat. Ende September wird er aber wohl erstmal einen neuen Job annehmen: Als Paketsortierer bei DHL in Leipzig, berichtet die Zeitung. Seine Geschichte scheint also noch lange nicht auserzählt. (law)

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