Corona

Das müssen Eltern jetzt wissen

Cronobacter-Bakterien in Babynahrung entdeckt: Wie groß ist die Gefahr?

Baby trinkt Milch aus der Flasche
Verunreinigung von Babynahrung mit Bakterien: Was Eltern jetzt wissen sollten. © iStockphoto, Daisy Daisy

Verunreinigte Milchpulvernahrung: Säugling stirbt in Klinikum Oldenburg

Ein tragischer Vorfall im Klinikum Oldenburg erschüttert Deutschland: Dort ist ein Frühgeborenes durch verunreinigte Milchpulvernahrung gestorben. Ein weiteres Kind, das ebenfalls mit der belasteten Milch gefüttert wurde, ist schwer erkrankt. Grund dafür ist der Umweltkeim Cronobacter. Doch was ist das für ein Keim, wie häufig kommt er in Babynahrung vor und wie kann man eine Infektion verhindern? Das sollten Eltern wissen.

Wie häufig kommt eine Cronobacter-Infektion bei Babys vor?

Neben Babynahrung kann der Erreger auch in Gewürzen und diversen Lebensmitteln vorkommen Die gute Nachricht: Infektionen mit Bakterien der Gattung Cronobacter kommen nur „sehr selten“ vor, wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) in einem Bericht aus dem Jahr 2012 mitteilt.

Jedoch könne eine Infektion mit dem Bakterium insbesondere für Säuglinge mit einem geringen Geburtsgewicht (unter 2.500 Gramm) sowie für immungeschwächte Säuglinge gefährlich werden, da deren körpereigene Abwehr keinen ausreichenden Infektionsschutz biete. Bei ihnen kann es dann zu einer Hirnhautentzündung oder einer Sepsis kommen, die im schlimmsten Fall zum Tod führen können.

Zubereitung von Pulvernahrung: Darauf sollten Eltern achten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Cronobacter in Babynahrung gelangen kann. „In der pulverförmiger Nahrung können sich die Bakterien nicht vermehren, einige sind dort aber lange überlebensfähig“, heißt es im Bericht des BfR weiter. Möglich sei auch, dass die Bakterien nachträglich, zum Beispiel durch verunreinigte Zubereitungsutensilien wie Küchengeräte, Löffel oder Babyflaschen in die Nahrung gelangen. Auch kontaminiertes Trinkwasser sei eine mögliche Gefahrenquelle. Zudem könne eine unzureichende Kühlung der fertig zubereiteten Nahrung eine Vermehrung der Bakterien begünstigen.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt daher, folgende Punkte bei der Zubereitung von Babynahrung dringend zu beachten:


  • Vor der Zubereitung: Hände gründlich mit warmem Wasser und Seife waschen.
  • Flaschen, Löffel und Co. mit heißem Wasser und Spülmittel oder in der Spülmaschine bei 65 °C gründlich reinigen und anschließend trocknen. Noch besser sei es, die Utensilien für mindestens zwei Minuten mit kochendem Wasser auszukochen.
  • Pulverförmige Säuglingsnahrung immer getrennt von rohen Lebensmitteln zubereiten.
  • Pulver erst kurz vor der Fütterung zubereiten.
  • Zubereitete Nahrung so schnell wie möglich auf Trinktemperatur bringen und innerhalb von zwei Stunden verfüttern.
  • Nach der Zubereitung: Reste zubereiteter Nahrung entsorgen und die Utensilien sofort reinigen. (dhe)