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Hundkatzemaus

Haustier-Experten geben Tipps

Top-3-Probleme mit Hunden und Katzen - und die passenden Lösungen

Golden Retriever Welpe und Katzenjunges liegen zusammen im Garten
Am 20.2. ist Welthaustiertag. © picture alliance / Mary Evans Pi, LA-2708

Hunde und Katze machen (nicht nur) Freude

Haustiere wie Hunde oder Katzen sind eine wunderbare Sache: Sie bringen uns Freude, fördern die Gesundheit und beschützen uns auch oft vor Gefahren. Aber neben all den schönen Seiten gibt es natürlich zum einen Pflichten - und zum anderen können unsere Lieblinge unsere Nerven manchmal ganz schön strapazieren. Wir haben die Tier-Experten aus "Wir lieben Tiere - die Haustiershow" – ab dem 22.2. täglich um 14:00 Uhr auf RTL – zu den Top 3 Problemen mit Hunden und Katzen befragt. Sie erklären, was Sie als Halter tun können.

Mein Hund läuft beim Spazierengehen weg und hört nicht auf mein Rufen. Was kann ich tun?

Deutscher Schaeferhund (Canis lupus f. familiaris), ueber eine Wiese laufend, Deutschland | German Shepherd Dog (Canis lupus f. familiaris), running through a meadow, Germany | Verwendung weltweit
Ihr Hund hört beim Gassigehen nicht? Daran könnte es liegen © picture alliance / blickwinkel/A, A. Niehues

„Einer meiner Leitsätze ist, dass wir nichts von den Hunden verlangen, was wir ihnen nicht beigebracht haben“, erklärt Experte Masih Samin. „Haben Sie wirklich oft genug geübt? In den meisten Fällen ist das nicht so. Wir Menschen haben häufig wenig Geduld, alles muss schnell funktionieren, auch der Rückruf.“ Der Hund sei aber keine Maschine und brauche Zeit zu lernen – gerade bei Regeln und Sprache einer ihm fremden Spezies.

Es gelte, Stärken und Schwächen des Tieres kennenzulernen. „Hat man das gewissenhaft gemacht, habe ich bisher noch keinen Hund kennengelernt, der nicht gerne zu seinem Menschen zurückkehrt“, so Samin. Neben der Ausbildung der Grundsignale dürften jedoch die natürlichen Bedürfnisse des Hundes nicht vernachlässigt werden, etwa:

  • Bewegungsdrang
  • Sozialer Kontakt
  • Mentale Auslastung

„Verlangen wir etwas von unseren Hunden, was sie nicht verstehen oder umsetzen können, ärgern wir uns sogar darüber, wirken wir unsouverän und unzuverlässig“, mahnt Samin.

Der Tipp des Tierexperten: „Nehmen Sie sich zu Anfang eine Schleppleine zur Hilfe, die am Geschirr Ihres Hundes befestigt ist. Üben Sie in reizarmer Umgebung.“ Erst, wenn das gut klappt, sollte der Schwierigkeitsgrad erhöht werden. „Lasten Sie ihren Hund gut aus und achten Sie darauf, dass die Spaziergange und die täglichen Routen nicht eintönig werden. Setzen Sie selbst mit kleinen Spielen Highlights in den gemeinsamen Runden und warten Sie nicht darauf, dass ihr Hund das tut. Dann klappt es sicher auch mit dem Rückruf.“

Mein Hund gibt sein Spielzeug nicht ab – was tun?

Hund apportiert einen Ball über eine Wiese
"Das ist mein Ball!" © imago images/blickwinkel, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

“Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, dass jedes Verhalten mit einer bestimmten Motivation einhergeht. Der Hund macht nichts ohne Grund“, erklärt Masih Samin. „Das Spielzeug stellt für den Hund eine Ressource dar.“ Durch seinen Besitz erlebe das Tier eine Wertsteigerung. „Er bekommt Aufmerksamkeit, völlig gleich, ob positive oder negative. Das heißt aus der Sicht des Hundes: ‘Ich besitze etwas, mein Mensch, der sowieso schon privilegiert ist, zeigt Interesse an meinem Besitz, also muss es wertvoller sein, als ich dachte.’“ Einige Hunde könne das verunsichern, sie könnten dann mit dieser „Verantwortung" nicht umgehen. Andere wiederum würden keinen Hehl daraus machen, wer das Sagen hat.

Hunde seien sehr soziale Wesen und lösten mit kommunikativen Mitteln Konfliktsituationen, so Samin. „Genau da entstehen die meisten Schwierigkeiten in der Mensch-Hund-Beziehung. Wir kommunizieren nicht klar unsere Absichten, und das wiederum führt häufig zu Verunsicherungen beim Hund.“

Zur Lösung des Problems empfiehlt er: „Wir zeigen auf höfliche Art, dass wir dem Hund nichts wegnehmen, sondern eine Entscheidung treffen. Wir bewegen uns hierzu auf den Hund zu, sprechen ihn freundlich an, damit er nicht überrascht wird, achten auf seine Individualdistanz und schlagen ihm ein Tauschangebot vor. Sobald er darauf eingeht, nehmen wir das Spielzeug an uns und geben es ihm sofort wieder. Dadurch erfährt der Hund Vertrauen und kann somit die Unsicherheit ablegen.“

Mein Hund geht auf andere angeleinte Hunde los – wie kann ich das verhindern?

Hund bellt beim Gassigehen
Was kann ich tun, wenn mein Hund beim Gassigehen ständig aggressiv wird? © iStockphoto, alexei_tm

Masih Samin: „Die Leinenaggression ist ein sehr weitverbreitetes Thema und durch seine Komplexität nicht einfach zu lösen“. Auch hier sei die Frage nach der individuellen Motivation dahinter wichtig. „Kein Hund steht morgens auf und möchte die Weltherrschaft an sich reißen. Die meisten Hunde sind einfach überfordert und zeigen emotionale Ausbrüche. Ihnen geht es ja nicht gut dabei, sie wissen sich nur nicht anders zu helfen.“

Der Leine müsse eine große Bedeutung beigemessen werden. „Sie ist ein menschliches Werkzeug. Das ist nicht zu verachten. Hunde können durch sie nicht klar kommunizieren und sind somit abhängig von den Entscheidungen des Menschen. Und wenn der Mensch nicht besonders vertraut ist mit den sozialen Gepflogenheiten der Hunde, können Konfliktsituationen entstehen, die einen unsicheren und unsouveränen Hund in Stress versetzen und eskalieren lassen.“

Der Experte erklärt: „Hunde spiegeln unsere Verfassung auf sehr ehrliche Weise wider. Haben wir selbst Angst oder wirken angespannt in Hundebegegnungen, so kann das irritierend auf den Hund wirken, vor allem wenn er an uns gebunden ist.“ Er empfiehlt, die eigene Beziehung zum Hund genau zu betrachten: „Haben sie beide eine klare Kommunikation? Ist Ihr Hund ausgelastet? Haben Sie selbst ein entschlossenes Auftreten in Konfliktsituationen?“ Ein Profi könne Besitzern helfen zu lernen, selbst an die Bedürfnisse des Hundes und der Situation angepasste Lösungsansätze anzubieten. „Geben Sie Ihrem Hund Alternativen, um seinen Konflikt angemessen und befriedigend zu lösen. Und das Wichtigste: Bleiben Sie geduldig.“

Meine Katze will nicht mehr aufs Katzenklo – wie kriege ich das in den Griff?

Katzenklo
Katzen lieben Reinlichkeit und können sehr empfindlich sein © deutsche presse agentur

„Das kann zwei Ursachen haben“, sagt Katzen-Experte Dr. Karim Montasser: „Entweder die Katze hat ein medizinisches Problem oder sie will ganz klar sagen: ‘Mir passt etwas nicht!’ Deshalb ist sein Ratschlag: Immer erstmal zur Tierärztin gehen und medizinische Ursachen ausschließen lassen. „Wenn da nichts auffällt, gilt es, die Katze zufriedenzustellen“, so Montasser. „Der häufigste Grund für Unreinheit zu Hause ist das Katzenklo selbst.“

Es gilt nach Montasser die Faustregel: Immer ein Katzenklo mehr als Katzen im Haushalt. Das heißt, die alleine wohnende Hauskatze braucht schon mal zwei Klos. Und die sollten einmal am Tag gereinigt werden und an einem Ort stehen, der ungestört besucht werden kann. „Ihr möchtet ja auch nicht, dass euer Klo in der Küche oder direkt am Wohnungseingang steht“, so der Experte. „Wenn die Bedingungen stimmen, dann wird die Katze rasch wieder auf ihr Klo gehen, denn Katzen lieben Reinlichkeit.“

Meine Katze zerkratzt die Möbel und die Wände – was tun?

Katze auf Kratzbaum
In der Regel mögen Katzen Kratzbäume © Quelle

„Katzen kratzen, soviel steht fest“, sagt Montasser, „denn es ist ihr natürlicher Weg, ihre Umgebung zu markieren und ihre Krallen scharf zu halten. Wir können aber dafür sorgen, dass sie nicht das Ledersofa angeht, sondern einen Kratzbaum.“

Der Tipp des Experten: „Schaut euch an, wo eure Katze häufig am Tag in eurer Wohnung langläuft und stellt dort einen Kratzbaum auf!“ Es gebe auch Kratzbretter aus Pappe, deswegen einfach mal verschiedene Materialien ausprobieren. Die allermeisten Katzen nehmen das dankend an und mögen dann Sisal an einem Kratzbaum oder gewellte Pappe viel lieber als Leder an einem Sofa.

Meine Katze will nicht in ihre Transportbox – wie kann ich sie überzeugen?

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Eigentlich sind Kisten das Größte für Katzen - nur bei Transportboxen gibt's oft Stress © imago images/blickwinkel, imago stock&people via www.imago-images.de, www.imago-images.de

Hier gilt es: Rechtzeitig mit dem „Training“ anfangen, so Dr. Montasser. „Am besten lässt man die offene Transportbox einfach mehrere Wochen in der Wohnung in einer ruhigen Ecke stehen, bevor man sie nutzt“, rät er. Dann sehe die Katze die Transportbox als gemütliche Höhle und nicht als Ding, das immer nur rausgeholt wird, wenn es zur Tierärztin gehe.

Seine persönliche Erfahrung: „Meine Katze liebt es, in ihrer Transportbox zu liegen, wenn sie dann zur Tierärztin muss, kann ich einfach die Klappe zu machen. Ich weiß, ein wenig gemein, aber besser als der Stress, die Katze irgendwie einzufangen.“

Ab 22.2. jeden Tag um 14 Uhr bei RTL: "Wir lieben Tiere - Die Haustiershow"

RTL-Show "Wir lieben Tiere - Die Haustiershow".
V.l.: Tierarzt Dr. Karim Montasser, Tierärztin Meike Dewein, Tierärztin Dr. Tanja Pollmüller, Hundeverhaltenstherapeut Masih Samin in der neuen RTL-Show "Wir lieben Tiere - Die Haustiershow". © RTL, TVNOW, Fabiola GmbH

Jede Menge tierische Themen und Ratschläge von Medical Writer und YouTuber Dr. Karim Montasser zusammen mit den Tierärztinnen Meike Dewein und Dr. Tanja Pollmüller sowie dem Bestseller-Autor und Hundeverhaltens-Therapeut Masih Samin sehen Sie ab dem 22. Februar täglich um 14 Uhr in der neuen RTL-Daytime-Show "Wir lieben Tiere - Die Haustiershow".

Nach Ausstrahlung finden Sie außerdem alle Folgen in voller Länge auf TVNOW.

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