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Wassergewöhnung trotz geschlossener Schwimmbäder durch Erklärvideos für Zuhause

Die Folgen des Lockdowns – Eine Million Kinder werden nicht richtig schwimmen können

Schwimmkurs
Ein Junge nimmt an einem Schwimmkurs für Kinder teil. Foto: Rolf Vennenbernd/dpa/Archivbild © deutsche presse agentur

Besonders Schwimmanfänger leiden unter dem Lockdown

Seit November vergangenen Jahres sind die Schwimmbäder in Deutschland geschlossen. Kurse gibt es seit über einem Jahr nicht mehr. Besonders Schwimmanfänger leiden darunter. Das NürnbergBad bietet Eltern mit Erklärvideos nun die Möglichkeit ihren Kleinen zumindest im eigenen Badezimmer das Element Wasser näher zu bringen.

Nürnberger Schwimmbad bietet Anleitung zur Wassergewöhnung für die eigene Badewanne

Babyschwimmen, das Seepferdchen machen oder einfach mal planschen gehen. Vielen Eltern und vor allem ihrem Nachwuchs fehlt die nasse Freizeitbeschäftigung schmerzlich. Der Gang ins Schwimmbad – er war die willkommene Abwechslung. Doch eine baldige Öffnung der Bäder wird aufgrund der aktuellen Corona-Lage immer unwahrscheinlicher. Und das hat Konsequenzen.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) schätzt, dass 2020 bundesweit eine Million Kinder nicht zu sicheren Schwimmern ausgebildet werden konnte. 18 Kinder im Vorschul- und fünf Kinder im Grundschulalter starben im Wasser. Umso wichtiger ist es, Angebote für Eltern zu schaffen, ihre Kinder zumindest von daheim aus ans Schwimmen heranzuführen, findet Nürnbergs Bürgermeister Christian Vogel: „In den letzten Monaten konnten keine Kinder Schwimmen lernen. Die normalen Kurse in unseren Bädern mussten entfallen. Die frühe Gewöhnung an das Wasser ist aber sehr wichtig. Unser Kooperationspartner, die Schwimmschule Flipper, hat jetzt in Kooperation mit NürnbergBad ein wirklich tolles und wichtiges Angebot, um Kleinkinder bereits an das Element Wasser zu gewöhnen.“

Auspusten und mit den Augen klimpern - So gewöhnen Sie Ihr Kind ans Wasser

In YouTube Videos erklärt die Schwimmschule in einfachen Schritten, wie sich die Kinder unter der Dusche oder in der Badewanne bereits früh ans Wasser herantasten können. Dabei gilt zum Beispiel auspusten, wenn das Wasser über den Kopf läuft, damit sich das Kind nicht verschluckt. Oder unter der Dusche klimpern, damit das Wasser schnell wieder aus den Augen läuft. „,In der Badewanne fängt es an‘, diesem Motto kann ich als erfahrener Schwimmlehrer nur zustimmen. Es ist wichtig, die Kinder frühzeitig mit dem Element Wasser mit einfachen Übungen vertraut zu machen, die jeder zu Hause nachmachen kann. So können sie optimal für den kommenden Schwimmkurs, für die Freibadsaison oder das Baden am See vorbereitet werden“, sagt Alexander Gallitz, Präsident des Deutschen Schwimmlehrerverbands.

Klar ist aber auch, das Gewöhnen ans Wasser ist nur ein erster Schritt. Richtig schwimmen lernen wird man nicht in der Badewanne und einen echten Schwimmkurs kann das „Homeworkout“ auch nicht ersetzen. Dennoch schafft die Beschäftigung mit dem Element ein Vertrauensverhältnis zwischen Kind und Wasser. Eine wichtige Basis, vor allem für zukünftige Kurse im Schwimmbad. Nachmachen lohnt sich also.

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