Schneller als die Polizei erlaubt

Marode Brücken: Deutschland vorm Verkehrsinfarkt

Problem wird ausgesessen

Deutschlands Infrastruktur kann eigentlich neidisch machen. Zum Beispiel wurde nach der deutschen Wiedervereinigung mit unheimlich viel Geld und Engagement das Verkehrsnetz in den neuen Bundesländern ausgebaut. Dabei entstanden aufwendige Bauten wie der Rennsteigtunnel oder die Reichentalbrücke.

Autobahn Thüringer Wald mit Reichenbachtalbrücke.
Moderne Reichenbachtalbrücke in Thüringen: Eher die Ausnahme © picture-alliance / ZB, Soeren Stache

An vielen älteren Bauwerken, vor allem im Westen des Landes, nagt der Zahn der Zeit, auch wenn sie bei ihrer Erbauung fortschrittliche Bauwerke waren, wie zum Beispiel Schleswig-Holsteins Fehmarnsundbrücke. Die Brücke ist seit 1963 in Benutzung, einer Zeit, die von einem viel geringeren Verkehrsaufkommen ausging als es mittlerweile der Fall ist.

Die Brücke ist und bleibt eine unersetzliche Verbindung Richtung Skandinavien. Tausende Brücken sind gleichzeitig kaputt, denn die meisten von ihnen wurden in den sechziger Jahren gebaut. Und das Geld, sie regelmäßig in Stand zu halten, sparte man sich lieber, solange noch nichts zu sehen war.

Doch nicht nur im Straßenverkehr drohen dadurch Einschränkungen Deutschland lebt zu einem großen Teil vom Export. Um aber Güter zu exportieren, muss man sie transportieren, dafür ist eine gut ausgebaute Infrastruktur Voraussetzung.

Das Problem – wie bei so vielem – ist, dass man sich in der Regierung über den Zustand vieler Brücken und Straßen bewusst ist, aber nicht handelt. Das Bundesverkehrsministerium will investieren, aber nicht jetzt. Das Problem wird wieder einmal ausgesessen.

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