Ernährung

Mindesthaltbarkeitsdatum überflüssig

Unbegrenzt haltbar: Diese Lebensmittel verderben nie!

Diese Lebensmittel haben kein Mindesthaltbarkeitsdatum.
Es gibt Lebensmittel, die praktisch nicht verderben können. © iStockphoto

von Nora Rieder

Wer den Kühlschrank oder Vorratsschrank ausmistet, entdeckt immer wieder Lebensmittel, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist. Vieles davon landet ungeöffnet in der Tonne. Wie gut, dass es auch Lebensmittel gibt, die praktisch unbegrenzt haltbar sind. Einzige Voraussetzung: Sie müssen sie richtig lagern.

Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) ist nicht gleich Verbrauchsdatum

Viele Menschen orientieren sich noch immer in erster Linie am Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD), wenn es um das Aussortieren von Lebensmitteln geht. Dabei sind nahezu alle Lebensmittel wesentlich länger genießbar, als das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum suggeriert. Das MHD gibt letztlich nur den Zeitpunkt an, bis zu dem der Hersteller garantiert, dass das ungeöffnete Lebensmittel bei durchgehend richtiger Lagerung seine spezifischen Eigenschaften, wie Geruch, Geschmack und Nährwert behält. Meist legen die Lebensmittelhersteller das MHD früher als eigentlich nötig fest, um auf Nummer Sicher zu gehen. Demnach muss ein Joghurt, dessen MHD abgelaufen ist, noch lange nicht schlecht sein – meist ganz im Gegenteil. Probieren lohnt sich also immer.

Anders sieht es bei dem Verbrauchsdatum aus. Dieses ist für besonders schnell verderbliche und empfindliche Lebensmittel wie beispielsweise Hackfleisch vorgeschrieben. Demnach dürfen Lebensmittel mit der Kennzeichnung „zu verbrauchen bis" nach Überschreitung des angegebenen Datums nicht mehr verkauft und sollten bis dahin verbraucht werden. Grund dafür ist, dass nach Ablauf des Verbrauchdatums die Zahl der Keime so stark ansteigt, dass sie eine Gesundheitsgefahr darstellen.

Es gibt jedoch auch Lebensmittel, bei denen das MHD oder Verbrauchsdatum keine Rolle spielt. Sie sind bei richtiger Lagerung tatsächlich ewig haltbar.

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Gewürze wie Salz und Zucker halten ewig

Salz

Salz kann nicht verderben. Wichtig ist jedoch, dass Sie es trocken und geschlossen lagern. Vor allem bei Kontakt mit Feuchtigkeit kann es verklumpen und ist nicht mehr so gut portionierbar. Salz eignet sich übrigens nicht nur super zum Würzen, sondern auch zur Konservierung von Lebensmitteln wie Fisch oder Fleisch.

Zucker

Auch Zucker ist unverderblich und kann folglich unbegrenzte Zeit gelagert werden. Grund dafür ist, dass Bakterien keine Energie aus Zucker gewinnen können. Achten Sie darauf, dass Sie ihn kühl, trocken und in einem fest verschlossenen Gefäß lagern. Denn durch die Luftfeuchtigkeit kann der Zucker verklumpen.

Maisstärke

Beim Kochen und Backen ist sie unverzichtbar: Maisstärke dient beispielsweise als Bindemittel für Suppen und Saucen. Aber auch Pudding und Fruchtspeisen wie Rote Grütze bekommen durch sie erst die richtige Konsistenz. Fest verschlossen aufbewahrt, können Sie Maisstärke unbegrenzte Zeit lagern.

Wasser

Wie lang Wasser haltbar ist, ist stark von dem Gefäß abhängig, in dem das Wasser aufbewahrt wird. Dass Wasser in Plastikflaschen mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen ist, liegt nicht am Wasser selbst, sondern an der Plastikflasche. Nach einiger Zeit oder dann, wenn die Flasche höheren Temperaturen ausgesetzt ist, gibt die Flasche Weichmacher an das Wasser ab. Daher sollte das Wasser nach Ablauf des MHD tatsächlich nicht mehr getrunken werden.

Wasser in Glasflaschen hingegen ist ewig haltbar, sofern es kühl und dunkel gelagert wird.

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Je kälter die Lagerungstemperatur, umso länger haltbar die Lebensmittel!

Honig zählt zu den Lebensmitteln, die praktisch unverderblich sind.
Honig ist als gesunde Zuckeralternative beliebt. Er wirkt entzündungshemmend und pusht das Immunsystem. Aufgrund seines niedrigen niedrigen pH-Werts können sich in ihm keine Mikroorganismen vermehren, die Lebensmittel verderblich machen. © Brent Hofacker

Essig

Essig ist ein echter Alleskönner. Daher kommt er nicht nur in der Küche, sondern auch im Haushalt zum Einsatz. Durch seinen hohen Säuregehalt ist er unbegrenzt haltbar. Wichtig ist, dass Sie ihn gut verschlossen, kühl und dunkel lagern. Dann können Sie Essig jahrzehntelang verwenden, zum Beispiel für die Zubereitung von Vinaigrette oder Saucen. Außerdem eignet er sich hervorragend, um andere Lebensmittel wie Gurken, Rote Bete, Möhren oder Paprika haltbar zu machen.

Honig

Auch Honig zählt zu den unverderblichen Lebensmitteln. Daher findet sich auf Honig in der Regel auch kein Mindesthaltbarkeitsdatum. Er kann zwar mit der Zeit auskristallisieren oder sich ein wenig trüben, aber das tut der Genussfähigkeit keinen Abbruch. Wer sich dennoch an den Kristallen stört, kann den Honig im Wasserbad erhitzen. Dadurch wird der Honig wieder klar und streichzart. Achten Sie darauf, dass Sie ihn immer mit einem sauberen Löffel entnehmen. Denn wenn Fremdkörper wie Krümel oder Marmeladenreste vom Brotmesser beispielsweise in den Honig gelangen, kann auch dieser verderben. Ansonsten ist Honig ewig haltbar, wenn Sie ihn kühl, trocken und geschlossen lagern.

Ahornsirup

Die Haltbarkeit von Ahornsirup ist stark abhängig von seiner Lagerung. Grundsätzlich gilt: Je kühler er gelagert wird, umso länger ist er haltbar. Wird Ahornsirup im Kühlschrank aufbewahrt, verlängert sich die Haltbarkeit schon um ein Vielfaches. Wird der süße Sirup im Tiefkühlfach gelagert, ist Ahornsirup praktisch unverderblich und ewig haltbar.

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Heller Reis und Nudeln länger haltbar als Vollkornprodukte

Vollkonserven

Auch Konserven können nicht schlecht werden, auch wenn das aufgedruckte Mindesthaltbarkeitsdatum genau das nahelegt. Mit der Zeit können sich lediglich die Konsistenz oder Farbe der enthaltenen Lebensmittel leicht verändern. Die entsprechenden Nahrungsmittel können aber dennoch bedenkenlos gegessen werden. Einzige Ausnahme: Sind die Konserven ausgebeult, kann das auf Botulinum-Bakterien hindeuten. Diese können den Gärungsprozess in Gang setzen, wodurch Gase gebildet werden. Dadurch wird der Konserveninhalt ungenießbar. Daher sollten sie verbeulte Konserven wegwerfen.

Heller Reis und Nudeln

Heller Reis wie Basmatireis, Jasminreis oder Wildreis ist ebenfalls unbegrenzt haltbar, wenn er trocken und luftdicht gelagert wird. Das Gleiche gilt für helle Nudeln.

Eine Ausnahme bilden jedoch Naturreis und Vollkornnudeln. Anders als bei geschältem Reis wird der Keimling bei Naturreis nicht entfernt. Das hat zum einen zur Folge, dass Naturreis und auch Vollkornnudeln einen höheren Fettgehalt als die hellen Varianten haben. Zum anderen bedeutet es aber auch, dass der enthaltene fettreiche Keimling mit der Zeit ranzig werden kann. Auch bei Eiernudeln sollten Sie das Mindesthaltbarkeitsdatum beachten.

Spirituosen

Je höher der Alkoholgehalt, umso länger sind die entsprechenden Getränke haltbar. Werden Sie kühl und dunkel gelagert, können Liköre und Brände mit einem Alkoholgehalt von mehr als 30 Prozent mehrere Jahrzehnte lang gelagert werden. Ab einem Alkoholgehalt von 37,5 Prozent oder mehr sind Spirituosen sogar nahezu unbegrenzt haltbar. Das gilt jedoch nur für ungeöffnete Flaschen. Sind die Spirituosen erst einmal geöffnet, kann sich der Alkohol verflüchtigen, sodass sich auch der Geschmack nach einiger Zeit verändert.

Die genannten Lebensmittel können Sie also getrost jahrelang im Kühlschrank, Vorratsschrank oder Keller lagern. Sollten Sie dennoch Zweifel haben, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist, können Sie sich in der Regel auf Ihre Sinne verlassen: Durchs Sehen, Riechen und Schmecken können Sie am besten überprüfen, was Sie noch essen können oder tatsächlich wegwerfen sollten.

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