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Von wegen ausgestorben

Seltene kurzschnäuzige Seepferdchen am Nordseestrand entdeckt

Sensationsfund auf Wangerooge
Sensationsfund auf Wangerooge Seltene Seepferdchen gefunden 00:31

von Jule Blaase und Mareike Baumert

Es ist ein Sensationsfund, den Johanna Seefeld und Timon Hülsmann am Strand von Wangerooge gemacht haben: Eigentlich auf der Suche nach angespültem Müll, finden die beiden Naturschutzwarte der Naturschutzgemeinschaft Mellumrat zwei kurzschnäuzige Seepferdchen im Sand. Und das, obwohl die Tiere hier schon seit fast 100 Jahren nicht mehr leben. Wie die beiden die Tiere gefunden haben, erzählen Johanna und Timon im Video.

Deshalb ist das ein besonderer Fund

Die norddeutsche Bucht war lange das Zuhause des Hippocampus hippocampus, wie diese Seepferdchenart in der Wissenschaft bezeichnet wird. Sie tummelten sich in den Seegraswiesen, bis diese durch eine Pilzinfektion zerstört wurden und damit der Lebensraum der Tiere verschwand. Seit den 1930ern gelten die kurzschnäuzigen Seepferdchen im Wattenmeer als fast verschwunden, in anderen Teilen der Welt sind sie aber noch heimisch.

Gutes Zeichen für die Natur

So sah eines der Seepferdchen direkt nach dem Fund aus.
So sah eines der Seepferdchen direkt nach dem Fund aus. © Timon Hülsmann/Mellumrat e.V.

Laut Mathias Heckroth, Geschäftsführer des Mellumrats, tauchten innerhalb eines Monats insgesamt vier Seepferdchen auf, zwei davon im Dezember. „Auch wenn es leider überwiegend Totfunde sind, sind sie doch ein Zeichen dafür, dass sich der Bestand in der Nordsee langsam wieder erholt“, so Heckroth gegenüber RTL Nord. In den Jahren 2020 und 2021 seien jeweils fünf Exemplare gefunden worden. Im Sommer 2020 hat ein Junge zufällig ein lebendes Seepferdchen im Borkumer Hafen gefangen. Von einer alltäglichen Entdeckung lässt sich hier also nicht sprechen. Johanna und Timon freuen sich über ihren seltenen Fund: „Wir waren dieses Jahr die ersten, die sie hier gefunden haben“, erzählt Timon Hülsmann.

Was passiert mit den Tieren?

Die Tiere waren bereits beim Fund auf Wangerooge tot. „Die haben wir hier gelagert in der Tiefkühltruhe, damit sie gut konserviert werden“, erklärt Timon Hülsmann. Beide Tiere sollen laut Mathias Heckroth in die wissenschaftliche Sammlung des Naturkundemuseums Oldenburg kommen. (mit NonstopNews)

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