Impfen gegen Corona

Omnivor, pescetarisch oder pflanzlich?

Studie: Ernährung beeinflusst den Verlauf einer Corona-Infektion

Vegetarian man mixing vegetable salad in bowl
Ein Mann mischt einen Salat in einer Salatschüssel. Vor ihm auf dem Tisch liegt Gemüse.
Ein Risikofaktor für einen schweren Covid-19-Verlauf ist ein ungesunder Lebensstil - und dabei spielt die Ernährung eine entscheidende Rolle. © Getty Images/iStockphoto, DragonImages

Ungesunder Lebensstil ist Risikofaktor für diverse Krankheiten

Erkrankungen wie Adipositas, Diabetes Typ 2 oder Hypertonie sind in den meisten Fällen die Folge eines ungesunden Lebensstils – und der lässt sich auf Bewegungsmangel und eine fehlerhafte Ernährung zurückführen. Die Folge: Betroffene Personen gelten als Risikopatienten bei diversen Krankheiten, so auch Covid-19. In einer New Yorker Fall-Kontroll-Studie wurden Ärzte und Pflegepersonal bezüglich ihrer Ernährung und des Verlaufs ihrer Covid-19-Infektion befragt. Es konnte ein signifikanter Zusammenhang zwischen der Ernährung und der Intensität einer Coronainfektion festgestellt werden.

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568 der 2.884 Studienteilnehmer waren an Covid-19 erkrankt

Für die Studie, die bei BMJ Nutrition Prevention & Health erschien, befragte Sara Seidelmann vom Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University in New York mit ihren Kollegen 2.884 Personen aus dem Gesundheitswesen zu ihren demografischen Merkmalen, Erkrankungen und ihrem Lebensstil, inklusive 47 von 100 Fragen zum Thema Ernährung. Die Studienteilnehmer kamen aus Großbritannien, Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien und den USA. 568 der Teilnehmer waren an Covid-19 erkrankt, 430 davon mit mildem Verlauf und 138 mit mittelschwerem bis schwerem Verlauf.

Pflanzenbasierte und pescetarische Ernährung führt zu milderem Verlauf

Personen, die sich pflanzenbasiert ernährten, erkrankten zu 73 Prozent seltener mittelschwer bis schwer an Covid-19 als Personen, die sich omnivor ernährten. Bei Pescetariern waren es 59 Prozent. Pflanzenbasiert bedeutet in diesem Fall nicht vegetarisch oder vegan, sondern ein sehr seltener Konsum von Fleisch. Auf das Risiko einer Infektion und die Krankheitsdauer hatte die Ernährung keinen Einfluss. Dieses Ergebnis entstand unabhängig von Alter, Geschlecht, körperlicher Verfassung, Vorerkrankungen etc.

Abgesehen von der Ernährungsform spielt auch die Verteilung von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten in der Ernährung eine Rolle. Studienteilnehmer, die sich kohlenhydratarm ernährten, erkrankten fast vier Mal so häufig schwer an Corona wie die Personen, die sich pflanzenbasiert ernährten.

Wie repräsentativ ist die Studie?

Da die Angaben zur Ernährung auf die Selbsteinschätzung der befragten Personen beruhen, sind die Ergebnisse nicht unbedingt zu 100 Prozent repräsentativ. Ein weiteres Problem ist – wie bei allen epidemiologischen Studien –, dass nicht alle Aspekte des Lebensstils berücksichtigt werden. Dass die Studienteilnehmer, die sich pflanzenbasiert oder pescetarisch ernährten, möglicherweise auch in anderen Bereichen des Lebens gesünder leben, wurde in die Ergebnisse nicht eingebracht. (jos)

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