MO - FR 14:00

Unterstützung für Eltern

Trotz Mathe-Trauma beim Homeschooling helfen: Mit diesen Büchern klappt's

Homeschooling: Wenn Eltern zu Mathelehrern werden
Homeschooling: Mit kleinen Zahlen kein Problem für die Eltern. Aber dann... © Gpoint Studio (Gpoint Studio (Photographer) - [None], Anna Bizon

Eine echte Marktlücke im Corona-Lockdown: Mathebücher für die Zielgruppe Eltern

Einmal bitte aufzeigen, wer schon mal ein Erklärvideo von „Lehrer Schmidt“ gesehen hat! Willkommen im Club. Wetten, Sie haben schulpflichtige Kinder im Homeschooling? Doch nicht nur Webclips helfen Eltern mit Mathe-Trauma bei ihren unfreiwilligen Tätigkeiten als „Mathe-Hilfslehrer“, es gibt auch gute Ratgeberbücher. Allein die Fülle der Literatur zeigt, dass es offenbar viele Eltern mit mathematischem Nachschulungsbedarf gibt. Wir haben uns einige Titel für Sie angeschaut und die besten zusammengestellt.

von Mireilla Zirpins

Vater hilft seinem Kind bei Matheaufgaben
Mathe ohne Angst - den Grundstein legen wir in der Kindheit. © iStockphoto

Im Lockdown plötzlich unfreiwillig "Hilfslehrer" - und dann noch gleich für Mathe!

Im Lockdown der dritten Welle müssen zahlreiche Eltern ihren Kids den Stoff vermitteln, weil an vielen Schulen immer noch nicht täglich Digitalunterricht stattfindet. Da ist jede Hilfe willkommen, schließlich ist es bei den meisten Eltern viele Jahre her, dass sie das selbst zum letzten Mal gelernt oder gebraucht haben. Ok, bei den Grundrechenarten kriegen das die meisten noch hin. Doch was tun, wenn die Klassenlehrerin der Kinder beim Addieren oder Multiplizieren großer Zahlen alles anders untereinanderschreibt als unsere Lehrerin damals in den 80ern oder 90ern? Oder noch schlimmer: Wenn wir selbst ein ausgemachtes Mathetrauma haben, weil wir in dem Fach konsequent unterperformt haben? Oder wenn wir zwar zum richtigen Ergebnis kommen, aber es als pädagogisch ungeschulte Homeschooling-Kraft einfach nicht erklären können?

LESE-TIPP: Die besten Tipps, um jetzt noch das Zeugnis zu retten

Wie sagte Daniel Hartwich im Finale von „Let’s Dance Kids“ so schön: „30 plus 29? Wer könnte das besser zusammenrechnen als ich? Jeder!“ Wir sehen: Wir sind mit unserem Mathe-Trauma nicht allein. Vor allem unterstützen wir unsere Kinder, indem wir an ihre Fähigkeiten glauben, findet Buchautor Georg Burkhardt („Mathe ohne Angst“* 🛒). Und an unsere eigenen: „Du bist nicht zu doof dafür. Du hast nur nicht die richtigen Erklärungen bekommen“, lautet seine zentrale Message.

Unsere traumatischen Erfahrungen sollten wir nicht auf unsere Kinder übertragen. „Mathe ist ein Beziehungsfach“, formuliert es Burkhardt. Was er meint: Wenn wir in der Schule in einem Fach nicht klarkommen, liegt das meist nicht an der Materie selbst. Sondern daran, dass wir dem Lehrer nicht vertrauen – oder er uns nicht.

Bloß nicht das Mathe-Trauma an die eigenen Kinder weitergeben

Genau dieser Meinung ist auch das Autoren-Duo Ruth und Benjamin Prüfer („Mathe für Mamas und Papas“* 🛒), eine ehemalige Grundschullehrerin und ihr Sohn, der es mit Mathe und der Schule eher nicht so hatte, aber ein Kind heimbeschult hat: Wir sollten den Kindern Mathe nahebringen mit der gleichen Entspanntheit, mit der wir sie fürs Lesen zu begeistern versuchen. Wir sollten sie motivieren, statt sofort die Fehler zu korrigieren, ja sogar das Richtige in den Fehlern suchen. Und wir sollten Vorbild sein, etwa indem wir Sudokus lösen oder den Kindern kleine Alltagsrätsel stellen. Dazu müssen wir natürlich selbst erstmals die Basics beherrschen oder sie uns notfalls wieder draufschaffen.

Georg Burkhardt versucht in „Mathe ohne Angst“, uns Erwachsene mit den Vorzügen der Mathematik zu locken. Schließlich gehe es um Lösungen, um „die Wissenschaft, es sich so einfach wie möglich zu machen.“ Und dafür muss man nun mal die Grundrechenarten beherrschen. Wer nicht dividieren kann, kriegt Probleme mit Brüchen.

Mit einfachen Beispielen erklärt er verständlich, wie wir Kilometer in Meter umrechnen oder wie wir Statistiken richtig lesen – und kritisch hinterfragen. Allerdings ist nach ein bisschen Bruch- und Prozentrechnen Schluss – damit kommt man nicht weiter als durch die Erprobungsstufe.

» Wichtige Basics wie Primzahlen oder Teilbarkeitsregeln wären schön gewesen, ein Stichwortregister auch. Der Formel- und Erklärteil ist eher knapp gehalten, der Teil zur Bewältigung des Mathe-Traumas sehr ausführlich. Georg Burkhardt ist nicht nur Chemiker und war schon Lehrer in Schule und Nachhilfe, sondern er ist auch in der Lebenshilfe als Coach tätig.

"Mathe für Mamas und Papas": Rechenregeln allgemeinverständlich erklärt

Ruth und Benjamin Prüfer setzen mit „Mathe für Mamas und Papas“ schon bei der Frühförderung im Vorschulalter an und zeigen, wie man Mathe-Angst gar nicht erst entstehen lässt. Wer sich als Eltern auch nach dem Video von Lehrer Schmidt fragt, was in aller Welt jetzt dieses „halbschriftliche Addieren“ bzw. Multiplizieren sein soll, findet hier Hilfe. Und bekommt tolle Tipps, wie man Zahlen mit Hilfe von Mathe-Steckwürfeln* 🛒 in Zehner und Einer zerlegt. Legosteine gehen zur Not natürlich auch, nur sind die klassischen Vierer ja heutzutage kaum noch in den Sets dabei.

Im zweiten Band („Mathe für Mamas und Papas – so helfen Sie Ihrem Kind durch die Klassen 5-9“*) kommen wir in Gefilde, in denen viele Eltern die Nachhilfe in Buchform schon fachlich gut gebrauchen können. Hand aufs Herz: Wer weiß denn noch, wie man die Fläche eines Kreises oder eine Wurzel berechnet? Oder einen Bruch kürzt? Und haben Sie damals in der Schule mit dem „Malkreuz“ multipliziert? Ist kein Hexenwerk und macht Spaß, muss man aber auch erst mal kennen.

» Ein Pluspunkt ist hier das Stichwortregister. Allerdings wurden bei den Amazon-Rezensionen Fehler angemerkt. Wir haben’s überprüft: Stimmt leider. Im Zweifelsfall sowieso immer alles lieber noch mal nachrechnen – dank der wirklich verständlichen Erklärungen kann man das. Benjamin Prüfer ist Journalist, kein Mathematiker.

Ein buntes Potpourri an übersichtlichen Formeln und Tabellen: "Mathe für Eltern"

Bunter und kompakter geht es in „Mathe für Eltern“* 🛒 zu. Schwerpunkt ist hier die 5. bis 9. Klasse (der Stoff für Erst- bis Viertklässler wird in einem allgemeinen Grundschulband abgehandelt). Auf Hochglanzpapier ist alles schön farbig abgesetzt. Wer nicht so viele Beispiele und keine umfänglichen verbalen Erklärungen braucht, ist hiermit gut bedient.

Positiv stechen dabei neben der poppigen Optik ein Glossar mit Erklärungen mathematischer Begrifflichkeiten und ein Stichwortregister hervor. Primzahlen, Teilbarkeitsregeln, Brüche dividieren – die meisten mathematischen Probleme werden auf ein bis zwei Doppelseiten abgehakt – mit guten Übersichten. Aber dafür auch pickepackevoll.

» Für Menschen mit schwerem Mathetrauma oder Formel-Phobiker ist das eher nichts, aber für alle, die nicht viel Zeit aufwenden wollen und nicht erst vier Beispielrechnungen durchackern wollen, ein kompaktes Nachschlagewerk. Erfahrene Eltern wissen: Sowas kann man gut brauchen, wenn die Kinder erst am Abend vorher damit rausrücken, dass sie „morgen Mathe schreiben“ und da noch „ein klein bisschen was wiederholen müssen.“ Ja, die eigenen Kinder kommen selten auf fremde Eltern…

*Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Mein Kind, dein Kind - Wie erziehst du denn?

Was sind die Gründe für ihre Erziehungsmethoden?

Die große Aussprache

Was sind die Gründe für ihre Erziehungsmethoden?